Schlussbilanz

jchan82 18 Juli, 2007 12:50 Bildung am Dienstag Permalink Trackbacks (0)

Auch wenn wir keine Hausaufgaben aufbekommen haben, wollte ich doch noch etwas abschließendes zu dieser Veranstaltung schreiben...

Nachdem ich mir am Anfang nicht wirklich etwas unter dieser Veranstaltung vorstellen konnte und auch durch die Einführung der Philosophen am Anfang etwas verschreckt worden war, hat sich diese Veranstaltung meiner Ansicht nach zu einer der besten GVGK-Veranstaltungen entwickelt, die ich je gehabt hatte. Es wurde nicht langweilig, war sehr abwechslungsreich (durch die verschiedenen Übungen und auch durch unsere zwei "Gastdozenten" - hiermit möchte ich mich dafür noch mal gaaaaanz doll bei Rasmus und Daniela bedanken: Ihr ward spitze!) und ich glaube, das war eine der seeeehr wenigen GVGK-Veranstaltungen, aus der ich etwas mitgenommen habe, das ich später noch gebrauchen kann.

 Also, noch einmal auch vielen Dank an unsere beiden sehr engagierten Dozenten!


Epilog (Teil III)

jchan82 17 Juli, 2007 20:58 Fanfictions Permalink Trackbacks (0)

~*~  

„Er sieht nicht wie ein Saiyajin aus“, bemerkte Vegeta schroff, als er sich den kleinen Jungen in Bulmas Armen anschaute.

Es war am folgenden Tag, dass Vegeta endlich seinen Sohn sah. Er hatte die Nacht in einem der Gästesuiten des Palastes verbracht, ohne Bulma natürlich, da sie ja noch nicht verheiratet waren. Bulma hatte ihn vor wenigen Minuten mit Trunks gemütlich in ihren Armen zum Frühstück abgeholt und das war das erste, was Vegeta bei dem Jungen bemerkt hatte.

„Er mag nicht wie einer aussehen“, entgegnete Bulma, die seine Reaktion überhaupt nicht störte. So wie sie ihn kannte, hatte sie schon mit so etwas gerechnet. „Aber er verhält sich definitiv wie einer, ist das nicht so, mein kleiner Prinz?“

Vegeta rollte genervt mit den Augen, als er die Babysprache an seinen Erben gerichtet hörte. Wenn er jemals wollte, dass sein Sohn sich zumindest wie ein Mitglied der stolzen Rasse verhielt, musste das Weib aufhören ihn zu verhätscheln, doch irgendwie konnte er nicht den Mut aufbringen, dem Weib genau das zu sagen. Er schnaubte, was ihm einen merkwürdigen Blick von Bulma einbrachte. Was war nur aus ihm geworden? Das war erbärmlich! Er verweichlichte schon, und fürchtete das Weib schon fast. Nein, nicht das Weib, beschloss er schnell. Das einzige, was er fürchtete, war ihre schrille Stimme, die ihm sicherlich sein Trommelfell kosten würde, wenn er nicht vorsichtig war.

„Willst du ihn mal halten?“

Diese Frage erwischte ihn vollkommen unerwartet und er hielt plötzlich inne, als er dem Weib ein ungläubiges Stirnrunzeln zuwarf. „Warum sollte ich ihn halten wollen?“

Nun blickte Bulma ihn finster an und Vegeta zuckte innerlich zusammen, da er wusste, dass er das wohl nicht hätte sagen sollen. Wirklich erbärmlich. „Weil du sein Vater bist, Vegeta“, sagte sie bloß.

„Wie auch immer“, erwiderte er bloß und ging an ihr vorbei. Er wusste, dass das Weib ihn wahrscheinlich noch immer finster nachstarrte und fast Löcher in seinen Rücken brannte, als ob sie ihm sagen wollte, dass diese Diskussion noch nicht vorüber war. Oh, er war sich sicher, dass sie noch nicht vorüber war. Er hoffte nur, dass sie diese Diskussion in der Ungestörtheit von entweder seinem oder ihrem Zimmer, oder in der Zukunft, in ihren Zimmern fortsetzen konnten, damit sie zumindest ordentlich wieder Frieden schließen konnten.

Sie erreichten das Esszimmer innerhalb weniger Minuten und Bulma öffnete die große Tür um einen langen Tisch zu offenbaren, an dem nicht nur ihre Eltern, sondern zu ihrer großen Überraschung auch Goku, ChiChi und Bardock saßen. Sie alle erhoben sich von ihren Stühlen, wobei ChiChi das mit etwas Schwierigkeiten tat, als sie eintraten.

„Ah, Bulma, Vegeta“, begrüßte Lord Briefs sie. „Das seid Ihr ja. Kommt rein, kommt rein. Das Frühstück wird gleich serviert. Ich hoffe, es macht euch nichts aus, dass ich ein paar Gäste eingeladen habe.”

„Natürlich nicht, Vater“; antwortete Bulma, die ihre Freunde anlächelte. „Es ist großartig, etwas Gesellschaft zu haben. Guten Morgen und frohe Weihnachten!“

Die anderen erwiderten ihren Gruß und Bulma bemerkte plötzlich die Blicke von Goku und Bardock, die auf der Person direkt hinter ihr ruhten. Sie hatten sich am vorherigen Abend bloß von weitem gesehen und nicht die Möglichkeit erhalten miteinander zu reden. Irgendwie fürchtete Bulma die Reaktion ihrer Freunde auf Vegetas Rückkehr. Während sie nicht einmal daran gezweifelt hatte, das Bardock ihn herzlich willkommen heißen würde, war sie sich bei Goku und den Rest ihrer Freunde nicht so sicher gewesen. Zumindest war jetzt ein Teil ihrer Furcht verflogen, als sie den Ausdruck auf Gokus Gesicht sah – man konnte sogar fast sagen, dass der jüngere Saiyajin sich freute, den Prinzen zu sehen.

„Mein Prinz“, sagte Bardock schließlich mit einem Lächeln auf seinem Gesicht und durchbrach damit die etwas unangenehme Stille zwischen ihnen. „Es ist schön zu sehen, dass Ihr zurückgekehrt seid. Ich gehe davon aus, das bedeutet, Ihr wart auf Eurer Suche erfolgreich?“

„Eure Vermutung ist korrekt, Bardock“, antwortete Vegeta, der das aufgeregte Glitzern in den Augen des jüngeren Saiyajins bei diesen Neuigkeiten nicht übersah. Vegeta wandte sich ihm zu und verneigte seinen Kopf und als sich ihre Blicke trafen, kamen sie zu einer stillen Vereinbarung. Sobald sie die Zeit hatten, würden sie die volle Kraft des anderen in einem Trainingskampf austesten. Vegeta freute sich schon darauf. „Kakarotto.“

„Vegeta“, sagte Goku, und fühlte schon die Aufregung durch seinen Körper fließen. Endlich jemand, der sich mit seiner Kraft messen konnte und auch gegen ihn kämpfen durfte. Während Gohans Kraft seiner gleichkam, fehlte es dem Jungen noch an Erfahrung und ChiChi mochte es nicht, wenn Gohan kämpfte. Sie wollte noch immer, dass er ein Gelehrter wurde und ihre Entschlossenheit wankte nie. Irgendwie würde Goku sie überzeugen müssen, dass das Training um besser zu werden, die Macht des Legendären zu kontrollieren und sie weiter zu entwickeln genauso wichtig war wie lernen.

„Nun denn, warum setzt ihr euch nicht alle und genießt das Frühstück?“, schlug Lord Briefs vor, als sich die Tür wieder öffnete und die Diener das Essen hereinbrachten.

Während des Frühstücks sprachen sie über viele Dinge. Bardock erkundigte sich darüber, was Vegeta tun würde, jetzt da er zurück war. Vegeta erzählte ihm daraufhin, dass er im Palast arbeiten würde, als einer von den Hauptberatern von Lord Briefs. Der Lord hatte ihm diese Stelle angeboten, da Vegeta einige Dinge anders betrachten könnte, als seine normalen Berater und dafür eine große Hilfe sein könnte. Vegeta hatte dieses Angebot angenommen, da er ehrlich gesagt nicht wusste, was er sonst tun sollte. Der Lord würde ihn nicht zur See fahren lassen und außerdem könnte die Stelle als Berater ihn auf die Zeit vorzubereiten, wenn Lord Briefs tot war und Bulma als seine Erbin seinen Platz einnahm.

Lord Briefs verkündete auch endlich das Datum der Hochzeit von Bulma und Vegeta, die in der ersten Januarwoche stattfinden würde. Obwohl Bulma immer von einer Hochzeit im Juli geträumt hatte, wusste sie, dass sie nicht so lange warten konnten. Nun da Vegeta, der Vater ihres Sohnes, zurück war, würde man erwarten, dass sie so schnell wie möglich heirateten. Ihre Stellung in der Stadt war einfach zu hoch um noch mehr Gerüchte in den Umlauf zu bringen. Es war schon schlimm genug, ein uneheliches Kind zu haben, deshalb war es für eine Frau ihres Standes noch schlimmer eine längere Zeit mit einem Mann zusammenzuleben ohne verheiratet zu sein. Eigentlich war es Bulma egal, was die Leute von ihr hielten, aber sie schuldete es ihren Eltern, besonders ihrem Vater, nach all dem, was er für ihr Glück getan hatte.

„Ich hoffe, es wird eine kleine Hochzeit“, sagte Bulma plötzlich mit einem flüchtigen Blick zu Vegeta, der jetzt wieder etwas interessierter aussah. „Ich möchte nicht, dass viele Leute kommen. Nur Familie und enge Freunde, wenn es möglich ist.“

„Aber Bulma, Liebes“, widersprach ihre Mutter. „Wir haben so viele Verpflichtungen! Und hast du nicht immer von einer großen Hochzeit geträumt?“

„Dinge verändern sich, Mom“, murmelte Bulma genervt; sie bemerkte nicht, dass sie wieder zurück in die formlose Sprache gerutscht war, die sie gewöhnlich nur nutzte, wenn sie mit ihren Eltern alleine war. „Ich habe mich verändert.“

„Aber Liebling, was ist mit den anderen Leuten...“

„Sie sind mir egal, Mom. Lass sie reden. Lass sie tratschen. Das wird ihnen zumindest etwas zu tun geben.“ Sie verschränkte ihre Arme vor ihrer Brust und starrte ihre Eltern trotzig an, wobei sie sie herausforderte etwas zu sagen.

„Nun“, sagte ChiChi plötzlich. „Ich glaube, eine kleine Hochzeit ist eine wundervolle Idee. Es ist viel persönlicher und romantischer. Ich sollte es wissen, da unsere Hochzeit auch eine kleine war.“ Ihr Blick traf Bulmas und die ältere Frau formte ein Danke mit ihren Lippen.

Lord Briefs atmete einmal tief durch, als er schließlich nachgab. „In Ordnung, Bulma. Es wird eine kleine Hochzeit werden.“

Bulma warf ihm ein sehr dankbares Lächeln zu und widerstand dem Drang aufzuspringen und sie beide zu umarmen. Stattdessen sagte sie bloß: „Danke, Mom, Dad. Das bedeutet mir, und Vegeta, wirklich viel.“

Plötzlich fing Goku an zu grinsen. „Hey, aber wenn ihr nächstes Jahr heiratet, bedeutet das ja, dass es zwei Hochzeiten in einem Jahr geben wird.“

„Wovon sprichst du, Goku?“, fragte Bulma, nur ein wenig verwirrt, da sie schon eine ziemlich gute Idee hatte, wovon, oder besser, von wem Goku sprach.

„Nun“, er grinste sie an. „Während du und Vegeta gestern Abend verschwunden wart“, Eine leichte Röte stieg in Bulmas Gesicht auf, als sie sich an das erinnerte, was sie und Vegeta in dieser Zeit getan hatten, „haben Krillin und Juuhachigou uns erzählt, dass sie nächsten Sommer heiraten werden.“  

Sobald das Frühstück beendet war und Lord Briefs ihnen allen für ihr Kommen gedankt hatte, stand Vegeta sofort von seinem Stuhl auf und warf Goku einen herausfordernden Blick zu. Son Goku nickte ihm zu und erlaubte ein winziges Grinsen auf seinem Gesicht, als er seinen Stuhl zurückschob und ebenfalls aufstand. „Entschuldigt mich bitte. ChiChi, hast du was dagegen den Nachmittag mit Bulma zu verbringen? Ich möchte Vegeta wirklich gerne die Trainingsräume an der Akademie zeigen. Vater, möchtest du mitkommen?“

„Natürlich, Goku“, antwortete Bardock. Er dankte Lord Briefs und seiner Frau für das wundervolle Frühstück, bevor er den anderen beiden Saiyajins folgte.

„Männer“, murmelte ChiChi nur, als die Männer fort waren, und schüttelte ihren Kopf darüber, dass Goku nicht einmal auf ihre Antwort gewartet hatte.

Nein“, korrigierte Bulma sie mit einem Grinsen. „Saiyajins.“ 

~*~  

„Ich werde dich kriegen, Trunks!“, rief ein Junge mit wildem schwarzem Haar, als er seinen Freund über den Hof hinter dem Haus seiner Eltern jagte.

Es war ein schöner Sommertag, sieben Jahre nach den Ereignissen, die das Leben einer Gruppe Freunde für immer verändert hatten. Genauso wie jedes Jahr hielt Son ChiChi es für notwendig all ihre Freunde und ihre Familie zu sich nach Hause zu seinem großen Picknick einzuladen. Und genauso wie jedes Jahr, waren alle gekommen.

„Du wirst mich nie kriegen!”, rief Trunks zurück und schaute über seine Schulter.

Jedoch sah er genau in diesem Moment nicht den dunkelhaarigen Jugendlichen, der seinen Weg kreuzte, und stieß mit ihm zusammen, wobei er sie beide und eine Schüssel, die der Jugendliche trug, zu Boden warf. Der Jugendliche stöhnte und wollte gerade aufstehen, als er merkte, wie ein weiteres Gewicht ihn zerquetschte. „Trunks, Goten, runter von mir. Und du Dende, halt den Mund“, grummelte er, als der grünhäutige Jugendliche neben ihm anfing zu schmunzeln.

„Tut mir Leid, Bruder“, murmelte der dunkelhaarige Junge schnell und krabbelte sofort von ihm herunter, gefolgt von seinem Freund.

„Tut mir Leid, Gohan“, sagte auch Trunks, obwohl er überhaupt nicht so reumütig aussah wie sein Freund. Gohan schüttelte seinen Kopf, als er wieder aufstand.

„Goten! Trunks! Was habt ihr getan?”, kreischte plötzlich eine schrille Stimme. Alle vier Jungs zuckten zusammen und widersetzten sich dem Drang, sich die Ohren zuzuhalten. Der zwei jüngsten schauten auf und schluckten schwer, als sie den Pudding sahen, der nun auf dem Rasen verteilt war. Sie tauschten einen schnellen Blick aus und waren wieder verschwunden, auf der Flucht vor der Wut einer Mutter.

„Mom“, versuchte Gohan sie zu beruhigen, als ChiChi drauf und dran war, den zwei Jungen nachzulaufen. „Es ist nicht so schlimm. Es war nur ein Pudding. Die Schüssel ist noch nicht einmal zerbrochen.”

ChiChi schaute ihren fast dreizehnjährigen Sohn an. Er war schon so groß wie sie und sie wusste, dass er seinen durch sein regelmäßiges Training – sie wusste noch immer nicht, wie Goku es geschafft hatte, sie zu überreden – muskulösen Körper unter seiner losen Kleidung versteckte. Sein wildes schwarzes Haar ging bis zu seinen Schultern, doch er hatte es gewöhnlich zurückgebunden, genauso wie heute. Er wuchs wirklich zu seinem gutaussehenden jungen Mann heran und ChiChi freute sich schon darauf, die Mädchen zu treffen, denen er den Hof machen wollte.

„ChiChi!“, rief plötzlich eine Stimme aus. Die Frau schaute sich um und sah Bulma auf sie zulaufen.

„Was ist hier passiert?“

Dein Sohn ist mit Gohan zusammengestoßen, während er mir den Pudding bringen wollte, gefolgt von meinem unachtsamen anderen Sohn. Ich schwöre, diese beiden Teufel sind genauso wie ihre Väter. Wo sind sie eigentlich? Ich habe sie seit dem Mittag nicht mehr gesehen.“

„Wahrscheinlich irgendwo am Kämpfen, und so wie ich Bardock kenne, hat er sie begleitet um zuzuschauen“, antwortete Bulma mit einem Schulterzucken. „Wie auch immer, sobald sie Essen riechen, bin ich mir sicher, dass sie wiederkommen werden. Komm schon, ich helfe dir mit dem Rest. Vielleicht können Gohan und Dende nach den anderen suchen und ihnen sagen, dass sie nichts mehr von dem Kuchen abkriegen werden, wenn sie nicht bald zurückkommen.“

ChiChi nickte und erlaubte ein kleines Grinsen auf ihrem Gesicht. „In Ordnung. Gohan, würdest du bitte...?“

„Natürlich, Mom“, antwortete Gohan grinsend. „Kommst du, Dende?“

„Nee“, lehnte sein Kindheitsfreund mit einem leichten Kopfschütteln ab. „Geh du man alleine. Ich helfe lieber deiner Mutter.“

Mit einem Schulterzucken sagte Gohan bloß: „In Ordnung. Halt mir einen Platz frei!“, und rannte sofort in die Richtung los, in der er glaubte, seinen Vater und Großvater zu finden, wobei er nicht merkte, dass seine Mutter wieder einmal hinter seinem Rücken den Kopf schüttelte.

Er brauchte nur wenige Minuten um auf der Wiese anzukommen, von der sein Vater behauptete, dass sie perfekt zum trainieren sei. Als er dort ankam, sah er, dass nicht nur sein Großvater Bardock den anderen beiden Saiyajins beim Kämpfen zusah, sondern auch Trunks und Goten, die ihre Väter anfeuerten. Gohan schirmte seine Augen gegen die Sonne, als er zu ihnen stieß. Beide Kämpfer waren im Level des Legendären und Gohan verspürte das Jucken in seinen Fingern mitzumachen, doch er wusste, dass seine Mutter ihn höchstwahrscheinlich umbringen würde, wenn er jetzt kämpfte.

Hey Gohan, was bringt dich her?“, fragte Bardock grinsend, da er schon die Antwort erwartete.

„Mom“, war nur seine Antwort, als ob dieses Wort alles erklärte, und pfiff dann auf seinen Fingern um die Aufmerksamkeit von seinem Vater und Vegeta zu erlangen.

Beide Kämpfer bemerkten den Jugendlichen und hielten inne. „Hey Sohnemann“, rief Goku. „Willst du mitmachen?“

 

Gohan schüttelte nur seinen Kopf. „Ich kann nicht. Mom hat gesagt, ich soll euch holen, wenn ihr noch Kuchen abbekommen wollt.“

Goku und Vegeta blickten sich an, als ob sie darüber nachdachen, was jetzt wichtiger war. Zu essen oder den Kampf zu beenden. Am Ende verließen beide gleichzeitig den Level des Legendären. „Wir werden diesen Kampf später zu Ende bringen, Kakarotto, und dann werde ich dich endlich schlagen“, sagte Vegeta.

„Wir werden sehen, wer hier wen schlagen wird.“

„Komm schon, Dad“, rief Goten. „Ich hab Hunger!“

„In Ordnung.“ Goku ging auf ihn zu, hob ihn hoch und setzte ihn auf seine Schultern.

„Baby“, ärgerte Trunks ihn, doch Goten steckte ihm einfach die Zunge aus.

Die Gruppe der fünf Saiyajins kam eine kurze Zeit später an dem langen Tisch im Hinterhof von Son Gokus Haus an, wo der Rest ihrer Freunde und Familien schon saß und offensichtlich nur darauf wartete, dass sie auftauchten. Der Tisch war mit all möglichen Kuchensorten, verschiedenen Puddings und Früchten gefüllt um mindestens eine Armee, oder ein paar Menschen und fünf Saiyajins zu ernähren.

Goku setzte sich neben seine Frau, wobei er Goten zwischen sich und Gohan setzte, dem Dende einen Platz freigehalten hatte, während Vegeta und Trunks sich ihnen gegenüber neben Bulma und Bardock setzten. Sobald sich alle hingesetzt hatten und bereit waren, ihre Teller zufüllen, stand Admiral Kaiou, der zusammen mit Muten Roshi und Gyuu Mao am Ende des Tisches saß, auf und räusperte sich. Sofort waren alle Augen auf ihn gerichtet und alle waren still, bis auf das blonde Kleinkind in Juuhachigous Armen, ihre und Krillins Tochter Marron, die einmal laut quietschte.

„Meine lieben Freunde“, begann er mit einem Lächeln auf seinem Gesicht und schaute sich um.Es waren wirklich alle da. Die gesamte Familie Son, Lady Bulma und Vegeta mit ihrem Sohn, Krillin und Juuhachigou mit ihrer Tochter, Muten Roshi, Yamchu, Tenshinhan und Chao-Zu, Piccolo und sogar Dende waren ChiChis Einladung gefolgt. Nach all dem, was geschehen war, sogar nachdem einige ihren eigenen Weg gegangen waren, zeigte diese Gruppe, was Freundschaft wirklich bedeutete.

„Ich freue mich, euch alle heute hier zu sehen, obwohl nicht ich, sondern Gokus wundervolle Frau ChiChi euch eingeladen hat. Deshalb hoffe ich, dass es euch nichts ausmacht, dass ich ein paar Worte sagen möchte. Gestern Abend, als ich mit einem Glas Whiskey in meinem Salon saß, habe ich über die Vergangenheit nachgedacht. Vor sieben Jahren haben die meisten unserer Leben eine unerwartete Wendung genommen. Wir hatten nie darum gebeten, dass die Saiyajins auftauchten und eine von den Kugeln stahlen und Lady Bulma entführten. Wir hatten nie darum gebeten, dass Geheimnisse so offenbart wurden, wie es geschehen ist. Und wir hatten auch nie um die Narben gebeten, die uns zugefügt wurden.

„Aber obwohl wir verletzt und verraten wurden und verloren waren, haben wir auch etwas gewonnen. Liebe“, sagte Kaiou und neigte seinen Kopf zu Goku, Bulma und Krillin, „unerwartete Verbündete“, er nickte Vegeta und Juuhachigou zu, „sogar Familie.“ Dieses Mal schaute er zu Gohan und Bardock. „Doch am wichtigsten, Freunde.“ Er schaute zuerst zu Dende und dann in die ganze Gruppe. „Neue Freundschaften wurden gewonnen, alte Freundschaften gestärkt. Ohne die Freundschaft wäret ihr nie so weit gekommen, wie ihr seid. Die Freundschaft hat euch Kraft gegeben, Kraft um scheinbar unmögliche Hindernisse zu überwinden, Kraft um eure eigenen Grenzen zu überschreiten und Kraft um weiterzumachen, wenn ihr glaubtet, dass alles verloren war. Deshalb hebe ich jetzt mein Glas auf die Freundschaft. Mag eure Freundschaft immer existieren und euch in schweren Zeiten helfen.“

Son Goku stand von seinem Stuhl auf und hob sein Glas, als er lächelnd beobachtete, wie seine Freunde und Familie seinem Beispiel folgten und ihre Gläser hochhielten. Sogar Vegeta hob sein Glas, obwohl er nur den Blick des jüngeren Saiyajins traf, als Goku und die anderen drei Worte sprachen.

„Auf die Freundschaft.“  

Ende


Epilog (Teil II)

jchan82 17 Juli, 2007 20:53 Fanfictions Permalink Trackbacks (0)

~*~  

„M-mein Lord, I-Ihr habt einen Besucher“, verkündete einer der Diener am folgenden Morgen, als er vor Lord Briefs zum Stehen kam, der über einige Dokumente grübelte, die vor ihm lagen.

Lord Briefs hob seinen Kopf und äugte ihn mit einem fragenden Blick auf seinem Gesicht. „Wer ist es?“

„I-ich weiß nicht, Sir“, gab der Diener reumütig zu und senkte seinen Blick. „E-er w-wollte seine Identität nicht verraten. A-aber er behauptet, I-ihr kennt ihn.“

Lord Briefs Augen wurden bedächtig, als er dem Stottern des Dieners zuhörte. Wer könnte es schaffen, einen Mann, der sonst um ihn herum so voller Selbstvertrauen war, so nervös zu machen, oder schlimmer, so viel Angst zu machen, dass er so anfing zu stottern?

„Hört auf zu stammeln“, sagte plötzlich eine tiefe Stimme hinter dem Diener. Lord Briefs Augen weiteten sich merklich, als er die Stimme erkannte. Ein vermummter Mann trat an dem Diener vorbei, der zurückschreckte, und hielt direkt vor dem Schreibtisch des Lords an. „Der Lord hat mich schon erwartet, für einige Zeit, nehme ich an.“

„Es ist in Ordnung“, sagte Lord Briefs, der endlich ein kleines Lächeln auf seinem Gesicht erlaubte. Sich seinem Diener zuwendend, sagte er, „Ihr dürft gehen. Bitte erzählt niemandem von unserem Besucher.“

„Ja-jawohl, mein Lord.“ Der Diener verbeugte sich und verließ das Büro, wobei er die Tür hinter sich schloss um den zwei Männern etwas Privatsphäre zu geben.

Ein paar Sekunden vergingen, während denen keiner der beiden Männer etwas sagte. Jeder betrachtete den anderen mit einem wachsamen Blick, obwohl Lord Briefs mehr erfreut aussah und nur das winzigste Anzeichen von Selbstgefälligkeit zeigte. Also war es das Richtige gewesen dem Versprechen, das der Mann vor ihm ihm vor fast anderthalb Jahren gegeben hatte, zu vertrauen. „Ich freue mich zu sehen, dass Ihr zurückgekehrt seid.“

Endlich fiel die Kapuze und offenbarte das Gesicht und das ungezähmte Haar des Prinzen aller Saiyajins. Sein Gesicht war eine gleichgültige Maske, als er bloß seine Arme vor der Brust verschränkte und sagte: „Ich bin nie jemand gewesen, der Versprechen bricht. Und ich werde jetzt nicht damit anfangen.“

Das Lächeln auf dem Gesicht des Lords weitete sich, als er das hörte und wies Vegeta an, sich in einen der zwei Sessel zu setzen, die um einen kleinen Tisch in der Ecke seines Büros standen, während er zwei Gläser und eine Flasche Cognac aus einem Schrank hinter seinem Schreibtisch holte. Er stellte beide Gläser auf den Tisch und füllte sie mit der goldenbraunen Flüssigkeit, bevor er sich in den anderen Sessel setzte. Nachdem er einen Schluck getrunken hatte, wandte sich Lord Briefs schließlich dem ehemaligen Piraten zu. „Ich verstehe. Trotz dem, was die Leute denken mögen, glaube ich jetzt Gokus Worten. Es scheint mir, dass Ihr wirklich ein guter Mann sein könnt. Wie auch immer, Ihr wisst, dass das Versprechen, dass Ihr mir gegeben habt, bevor Ihr gereist seid, nicht nur Eure Rückkehr, wenn ihr Euer Ziel erreicht hattet, beinhaltet. Ich gehe davon aus, Ihr habt das gefunden, wonach Ihr gesucht habt...“

„Ja“, antwortete Vegeta kurz. „Sonst wäre ich nicht hier.“

„Das sind gute Neuigkeiten, nehme ich an. Aber dennoch, ich hoffe Ihr erinnert Euch an Euer Versprechen, Prinz Vegeta.“

Man konnte Überraschung über das Gesicht des Saiyajins huschen sehen, als der Lord ihn als Prinz ansprach. All die Jahre war der Gebrauch dieses Wortes spottend gewesen, doch der alte Mann vor ihm sagte es mit Respekt. Es war irgendwie... irritierend. Allerdings schüttelte Vegeta es schnell ab und schnaubte: „Natürlich...“

„Bulma und Trunks werden sich freuen, das zu hören.“

„T-Trunks?“, stotterte er unerwartet.

„Ja, Trunks“, sagte der Lord, der schelmisch grinste. „Euer Sohn.“

Für den Bruchteil einer Sekunde war ein empörter Ausdruck auf seinem Gesicht, als er murmelte: „Trunks... Was für ein Name ist Trunks?“ Doch er hatte einen Sohn und irgendwie sorgte dieser Gedanke für ein merkwürdiges Ziehen in seiner Brust.

„Das ist der Name, den Bulma für Euren Sohn ausgewählt hat. Ich glaube, Ihr müsst damit leben. Aber, wenn es Euch beruhigt, der zweite Name des Jungen ist Vegeta.“ Der Lord grinste noch immer breit. Er zuckte bloß mit den Schultern und fuhr einfach fort: „Wie auch immer. Nun, Bulma weiß nichts von Eurem Versprechen, da, und da muss ich ganz ehrlich sein, ich daran gezweifelt hatte, dass Ihr jemals zurückkehren würdet, und ich wollte ihr keine falschen Hoffnungen machen. Aber ich glaube, ich habe schon eine Ahnung, wie ich meine liebe Tochter überraschen kann. Ihr müsstet nur noch ein paar weitere Tage geduldig sein, bis Ihr sie und Euren Sohn wiederseht. Darf ich fragen, wo Ihr zurzeit verweilt?“

„Zum Dai Kaiou“, antwortete der Saiyajin und blickte den Lord, der ein mysteriöses Funkeln in seinen Augen hatte, finster an. Der Lord plante etwas und Vegeta war sich nicht sicher, ob er es mochte.

Nickend trank der Lord einen weiteren Schluck von dem Cognac. „Es ist eine gute Wahl, hauptsächlich um Eure Identität geheim zu halten, zumindest bis wir sie preisgeben. Es würde für Euch, oder allen anderen, nicht gut sein, wenn jemand Euch vorher erkennt.“

„Vor was, genau?“, fragte Vegeta.

„Ich werde es Euch in wenigen Minuten erzählen, nachdem wir uns anderen, auch dringenden Angelegenheit, zugewendet haben. Aber“, sagte er plötzlich, als er bemerkte, dass der ehemalige Pirat sein Getränk noch nicht angerührt hatte, „Ihr solltet zuerst den Cognac probieren. Er ist sehr gut.“  

~*~  

„Komm schon, Bulma“, trieb ChiChi sie an, wobei sie ziemlich genervt klang. „Der Ball wird in weniger als einer halben Stunde anfangen und du hast noch nicht einmal damit begonnen, dich fertig zu machen!“ Die schwarzhaarige Frau trug ein dunkelblaues Abendkleid, das eindeutig die große Schwellung ihres Bauches zeigte, und ihr Haar war zu einem festen Haarknoten zusammengebunden. Mit ihren Händen auf ihren Hüften klopfte sie ungeduldig mit ihrem Fuß, während sie vor einem Schirm stand, hinter den sie Bulma vor einer Minute geschoben hat, damit sie ihr eigenes Kleid für den Weihnachtsball anziehen konnte.

ChiChi konnte einen entnervten Seufzer hinter dem Schirm hören und schüttelte bloß still ihren Kopf. Sie hörte mehr Rascheln, ein oder zwei Flüche, die selbst einen Seemann erröten lassen würden, bis Bulma hinter dem Schirm hervortrat mit ihren Armen über ihrer Brust verschränkt und einem finsteren Blick auf ihrem Gesicht. Ihr Abendkleid war von dunkelroter Farbe, welche ihre blasse Haut positiv hervorbrachte, und ihr langes blaues Haar war hochgesteckt, wobei nur wenige Locken den Nadeln entkamen. „Ich hasse das“, murmelte sie verächtlich.

Ihre Freundin lächelte sie verständnisvoll an. „Ich weiß. Aber da deine Eltern die Gastgeber dieses Balls sind, hast du keine andere Wahl als daran teilzunehmen. Und wer weiß, vielleicht triffst du ja einen netten jungen Mann.“

„Genau darum mache ich mir ja Sorgen“, sagte Bulma mit einem Seufzer. Sie ließ ihre Arme fallen und fing an, an den langen Ärmeln ihres Kleides zu zupfen. „Das letzte Mal, als meine Mutter für mich ein Kleid für einen Ball ausgesucht hat, wollte sie mich verkuppeln.“

„Du kannst ihr nichts vorwerfen“, widersprach ChiChi sanft. „Wie lange ist es jetzt her? Anderthalb Jahre?“

„Ein Jahr, vier Monate und dreizehn Tage“, korrigierte die andere Frau geistesabwesend, während sie sich ihr Spiegelbild ansah. Bulma musste zugeben, dass sie in diesem Kleid umwerfend aussah. Ihre Schwangerschaft hatte nichts von ihrer schlanken Figur zerstört; wenn überhaupt, hatte ihr die Schwangerschaft ein paar weiche Kurven gegeben, die vorher gefehlt hatten.

ChiChi ging zu ihrer Freundin hinüber und legte eine tröstende Hand auf ihre Schulter. „Das ist eine unglaublich lange Zeit. Ich weiß, du liebst ihn noch, Bulma, aber vielleicht solltest du lernen, einen anderen Mann zu lieben. Trunks braucht einen Vater. Glaubst du wirklich, dass Vegeta zu dir zurückkehren wird?“

„Das tue ich“, sagte Bulma mit mehr Überzeugung als sie eigentlich fühlte. In den vergangenen Tagen hatte sie häufig darüber nachgedacht. ChiChi hatte Recht. Es war eine unglaublich lange Zeit. Was, wenn Vegeta wirklich nicht zurückkam? Was, wenn der Kuss am Kai ein endgültiges Lebe Wohl gewesen war? Sie musste an Trunks denken. Er war noch ein Baby, doch bald würde er älter sein und Bulma hatte gesehen, wie schwierig es für ChiChi gewesen war, ganz alleine einen Sohn zu erziehen. Vielleicht, vielleicht sollte sie sich die Worte ihrer Freundin zu Herzen nehmen und Vegeta loslassen.  

~*~  

Ein leiser Seufzer entkam Bulmas Lippen, als sie gezwungen war, dem ununterbrochenen Selbstlob des Mannes, der ihr an der Festtafel gegenüber saß, zuzuhören. Hercule Satan, selbst ernannter Bezwinger des Jinzoningen Cell und Frieza, war vor wenigen Monaten zusammen mit seiner Tochter in die Westliche Hauptstadt gezogen und, da alle seinen Geschichten über die Siege über den Jinzoningen und dem teuflischen Biest Glauben schenkten, wurde er hoch angesehen. Bulma glaubte, dass ihr übel werden würde, wenn sie ihm noch länger zuhören musste.

Es ist alles deine Schuld, Goku, dachte sie und warf ihrem besten männlichen Freund, der ein paar Sitze weiter an dem langen Tisch saß und sich gut mit Krillin unterhielt, dessen Begleitung an diesem Abend niemand geringeres als Juuhachigou war, einen finsteren Blick zu.

Hoffentlich würde ihr Vater bald das Ende des Mahls verkünden, damit sich endlich alle in den Ballsaal zurückziehen konnten für den nächsten Teil des Weihnachtsballs. Vielleicht konnte sie dann endlich den Fängen von Satan persönlich entkommen. Bulma schnaubte bei diesem Gedanken beinahe, nahm jedoch schnell die Hand von dem Mund und täuschte Husten vor. Sie bemerkte ein paar besorgte Blicke von den Leuten um sie herum, doch die störten sie nicht. Das schlimmste war noch immer, dass ihr Gesprächspartner nichts bemerkt hatte und noch immer seinen bewundernswerten Kampf gegen Frieza sehr detailgetreu wiedergab. Es war wirklich überraschend, wie sehr man die Wahrheit verdrehen konnte und dass die Leute es noch immer glaubten.

Endlich kam das Mahl dem Ende entgegen und alle erhoben sich von ihren Stühlen. Bulma wollte gerade in der Menge untertauchen, als sie ein vorsichtiges Zupfen an ihrem Arm bemerkte. Sie musste ein Stöhnen unterdrücken, als sie bemerkte, dass sie den Fängen Satans doch nicht entkommen war. „Darf ich den ersten Tanz haben, Lady Bulma?“

Mit einem etwas gezwungenen freundlichen Lächeln auf ihrem Gesicht, nickte Bulma zustimmend, da sie ihrer Stimme nicht traute, die Ablehnung, die sie für diesen Mann empfand, zu verbergen. Als sie ihre Hand auf seine legte, warf sie einem unbeirrten Son Goku noch einen wütenden Blick zu.

Es war wirklich ein Albtraum. In Ordnung, dieser Mann konnte tanzen – bestimmt viel besser als er kämpfen konnte – aber konnte er nicht nur für eine Minute seinen Mund halten? Bulma schaute sich um, verzweifelt einen von ihren Freunden zu erblicken und um Hilfe zu bitten. Sie schienen jedoch alle verschwunden zu sein. Satan ließ sie noch nicht einmal alleine, als das Orchester eine Pause machte und sie konnte wegen ihrer Eltern noch nicht einmal etwas Beleidigendes zu ihm sagen. Es war äußerst frustrierend.

Der halbe Abend war schon um, als Bulma endlich Yamchu in der Nähe der Fenster stehen sah. Sie betete, dass er ihr Dilemma erkennen und sie retten würde, und löste nicht einmal ihren Blick von ihm und das winzigste Lächeln huschte über ihr Gesicht, als der Seemann schließlich aufschaute und sie direkt ansah. Sie warf ihm einen hilflosen Blick zu. Glücklicherweise schien Yamchu ihren Hilferuf zu verstehen und sobald das Orchester aufgehört hatte zu spielen, ging er zu ihnen herüber.

„Entschuldigt mich, Sir“, sagte er mit einem höflichen Lächeln. „Darf ich den nächsten Tanz mit dieser charmanten Lady haben?“ Als es so aussah, dass Satan widersprechen wollte, sagte Yamchu bloß: „Ich bestehe darauf.“, und nahm schon Bulmas Hand, um sie von ihm fortzuführen.

In dem Moment, in dem sie außer Hörweite waren, seufzte Bulma tief. „Ich danke dir, Yamchu! Ich weiß nicht, was ich ohne dich getan hätte.“

Ein leises Schmunzeln entkam Yamchus Lippen, als das Orchester wieder begann zu spielen und sie anfingen zu tanzen. „Du wärest wahrscheinlich am Ende des Abends zu Tode gelangweilt.“

„Nicht wahrscheinlich“, widersprach Bulma mit einem finsteren Blick. „Sehr sicher. Ich kann nicht glauben, dass er überhaupt versucht, mir—“

„Dir... was?“

„Mir—mir...“ Ein Schauer jagte über Bulma Rücken, als sie daran dachte. „Mir den Hof zu machen.“

„Nun, Bulma, um ganz ehrlich zu sein, kann ich ihm nichts vorwerfen.“ Bulma hob eine Augenbraue, als sie die Röte auf Yamchus Wangen sah. „Von all den Frauen in diesem Ballsaal heute Abend, bist du ohne Zweifel die schönste. Obwohl es allgemein bekannt ist, dass du die Mutter des Kindes von einem Piraten bist, würden viele Männer noch alles geben, um mit dir zusammen zu sein. Sogar ich...“

„Yamchu...“

„Nein, Bulma“, schnitt Yamchu ihr sanft mit einem Kopfschütteln das Wort ab. „Es ist schon fast anderthalb Jahre her, dass er gegangen ist. Akzeptier es, er wird nicht wiederkommen. Ich weiß, es ist schwer jemanden, den du liebst, loszulassen. Ich weiß, es ist fast unmöglich, aber du musst es tun. Du kannst nicht ewig auf ihn warten, vergeblich. Bulma, ich weiß, dass, bevor... bevor du ihn getroffen hast, du etwas für mich empfunden hast. Du weißt, dass ich dich noch immer mag, sehr sogar. Ich würde fast sagen, ich liebe dich noch. Wenn du mir also nur die kleinste Chance gäbest, würde ich...“

Ein sanftes Lächeln erhellte ihr Gesicht, als sie langsam ihre Hand hob um über seine Wange zu streichen. „Yamchu, ich—“

Doch was immer sie sagen wollte, würde der Seemann nie erfahren, da in genau diesem Moment das Orchester aufhörte zu spielen und Lord Briefs die wenigen Stufen zum Eingang des Ballsaales erklimmte und sich laut räusperte. Alle Köpfe wandten sich ihm zu und der ganze Ballsaal war still geworden. „Meine sehr verehrten Damen und Herren“, sagte er. „Es tut mir Leid, Euch unterbrechen zu müssen, aber ich glaube es ist an der Zeit, heute Abend einen besonderen Gast vorzustellen. Ich möchte Euch den Verlobten meiner Tochter vorstellen – Prinz Vegeta von den Saiyajins.“

Die großen Türen zum Ballsaal wurden geöffnet und ein Mann gekleidet in einer dunkelblauen Uniform und einem roten Umhang, der an den Schultern befestigt war, trat ein. Sofort brach unter den Gästen Gemurmel aus; nur eine handvoll war todstill.

Eine unglaublich blasse Bulma war eine von ihnen.

Ihr Herz klopfte ihr bis zum Hals und sie fühlte einen Knoten in ihrem Magen. Sie wusste, dass, wenn sie nicht bald wieder anfangen würde zu atmen, sie wahrscheinlich auf der Stelle ohnmächtig werden würde, doch irgendwie war dieses Wissen irgendwo tief in ihrem Unterbewusstsein begraben.

Sie konnte das nicht glauben! War das nur ein Traum? Ja, es musste ein Traum sein. Nur in ihren Träumen würde so etwas geschehen. Es war einfach zu schön um wahr zu sein. Vegeta war nicht wirklich zurück. Er war nur ein Produkt ihrer Einbildung. Genauso wie die Worte ihres Vaters, dass Vegeta ihr Verlobter war.

„Wusstest du davon?“, fragte eine gequält klingende Stimme neben sie, die sie aus ihren Gedanken riss.

Oder vielleicht doch nicht? Alles schien so real.

Plötzlich spürte sie eine Hand auf ihrer Schulter, die sie sanft drückte. Bulma schaute auf und traf auf die mitfühlenden Augen von Goku. Sie zeigten ihr, dass auch er überrascht war, also hatte er nicht davon gewusst. „Ist das ein Traum?“, fragte sie noch immer ein wenig benommen.

„Nein, es ist keiner, Bulma.“ Goku grinste auf sie hinunter, als er dachte, dass dieser fassungslose Ausdruck auf ihrem Gesicht wirklich unbezahlbar war. Aber vielleicht war ein ähnlicher Ausdruck auf seinem Gesicht. Natürlich hatte er gewusst, dass Vegeta irgendwann zurückkommen würde, aber man konnte dem Prinzen – oder wäre das Lord Briefs? – zutrauen, so aufzutreten. „Du solltest zu ihm gehen.“

„Aber Goku“, widersprach Yamchu, bereit Bulma zu folgen, doch Gokus Hand auf seiner Schulter hielt ihn auf.

„Nein, Yamchu“, unterbrach Goku ihn mit einem verständnisvollen Lächeln. „Es ist Zeit, dass du sie los lässt. Versuche dich für sie zu freuen.”

Yamchu schaute Bulma mit Verlangen in seinen Augen nach, als er das Wiedersehen der beiden Geliebten beobachtete, doch schüttelte schließlich seinen Kopf. Vielleicht hatte Goku Recht. Vielleicht sollte er auf seine eigenen Worte hörten und sie endlich loslassen.

„Komm schon.“ Goku drückte seine Schulter, als er ihn von der Tanzfläche führte und die Musik wieder anfing zu spielen. „Lass uns etwas trinken.“   Bulma spürte sämtliche Blicke auf sich, als sie zögerlich den Ballsaal durchquerte und die Treppen erstieg bis sie direkt vor Vegeta stand. Sie wünschte sie wüsste, was sie sagen könnte, doch ihr Kopf war leer. Es erschien ihr noch immer so surreal.

Ein Jahr, vier Monate und dreizehn Tage.

Er hatte sich überhaupt nicht verändert, zumindest nicht im Aussehen. Noch immer die gleichen harten Gesichtszüge, das gleiche unzähmbare Haar und noch immer die gleichen intensiven Augen. Doch, an seiner Haltung hatte sich etwas verändert. Er schien ruhiger zu sein, fast als ob er etwas inneren Frieden gefunden hätte. Das brachte ein Lächeln auf ihre Lippen. Hatte er das gefunden, wonach er gesucht hatte?

Sie hob langsam ihre Hand und musste sich einen Schluchzer verbeißen, als sie mit seiner harten Brust in Berührung kam. Im Gegensatz zu all ihren Träumen verschwand er dieses Mal nicht. Ihre Blicke trafen sich, als sie endlich murmelte: „Du bist zurück.“

„Ich bin zurück“, bestätigte Vegeta. Als er sie das erste Mal, nachdem er sie so lange Zeit nicht gesehen hatte, erblickte, musste er schwer schlucken. Das Weib war noch immer hinreißend, wenn nicht sogar noch hinreißender als vorher und er hatte gespürt, wie sich etwas in ihm geregt hatte. Das brennende Verlangen sie zu halten, zu berühren, sie zu küssen. Er wusste endlich, warum er zurückgekehrt war. Das Weib hatte ihm etwas angetan. Und nun jagte ihre Berührung einen Schock durch seinen Körper, eine plötzlich Hitze, die drohte ihn zu überwältigen. Es brauchte all seine Selbstbeherrschung, seine Hände bei sich zu behalten.

Plötzlich fing das Orchester an einen langsamen Walzer zu spielen. Die Aufmerksamkeit wurde von ihnen abgewandt, als sich die anderen Gäste wieder ihrem Tanz zuwandten. Bulmas Herz fing noch schneller an zu schlagen, als Vegeta ihre Hand nahm und sie die Stufen hinunter auf die Tanzfläche führte. Sie fühlte sich, als würde sie schweben, als sie begannen, sich im Rhythmus der Musik zu bewegen.

Das war das, wovon sie ihr ganzes Leben lang geträumt hatte, seit sie ein kleines Mädchen gewesen war. Mit dem Prinzen ihrer Träume zu tanzen. Plötzlich riss sie ein Gedanke aus ihrer Träumerei. „Du kannst tanzen?“

Vegeta schnaubte, bevor er einfach antwortete: „Ich bin ein Prinz, Weib.“

„Als ob das alles erklärt.“ Sie grinste ihn an und egal wie finster der Blick auf seinem Gesicht war, sie konnte das leicht amüsierte Funkeln in seinen Augen erkennen. Sie mochten zwar fast anderthalb Jahre voneinander getrennt gewesen sein, doch anscheinend hatte sich nichts zwischen ihnen verändert.

Doch trotzdem überkam sie das Schweigen. Es gab einfach zu viele Dinge, die sie sagen wollte, so viele Dinge, die sie fragen wollte, doch es war einfach zu überwältigend. Vegeta war zurück. Vegeta war zurück und er tanzte mit ihr... Das musste der glücklichste Tag in ihrem Leben sein. Als sie ihre Eltern an ihnen vorbeitanzen sah, warf sie ihnen ein helles und dankbares Lächeln zu.

„Es war die Idee deines Vaters“, sagte Vegeta plötzlich. „Er dachte, es wäre am besten, dich zu überraschen.“

„Das ist typisch mein Vater“, sagte Bulma, noch immer mit einem hellen Lächeln. Dann plötzlich wollten all die Fragen, die direkt unter der Oberfläche brodelten, ausbrechen. „Wie lange bist du schon zurück? Wo bist du gewesen? Hast du den Schlüssel zum Legendären gefunden? Warum hat mein Vater dich als meinen Verlobten vorgestellt?”

Es gab so viele andere Sachen, die sie verzweifelt fragen wollte, doch Vegeta ließ sie mit einem Kopfschütteln verstummen. „Ein paar Tage. Überall. Ja.” Als er das sagte, bemerkte Bulma den triumphierenden Blick in seinen sonst beschützten Augen und das Zucken an seinen Lippen. „Und um deine letzte Frage zu beantworten – bevor ich die Westliche Hauptstadt verlassen durfte, nahm dein Vater mir das Versprechen ab, zurückzukehren und dich zur Frau zu nehmen.“

Bulma hielt plötzlich an und fragte: „Mein Vater hat... wie konnte er nur?“ Sie wollte ihre Hand aus seiner zerren, bereit zu ihrem Vater herüberzustampfen und eine Erklärung für sein Verhalten zu verlangen. Wie konnte er es wagen, Vegeta dieses Ultimatum zu stellen! Das war Erpressung! Heirate meine Tochter oder Ihr dürft nicht gehen! Das war einfach... Bulma konnte noch nicht einmal die richtigen Worte für die Gefühle finden, die in ihrem Körper tobten. Es war ein düsterer Blick auf ihrem Gesicht, als Vegeta sie nicht gehen lassen wollte. Stattdessen zog er sie näher an sich heran, was ihm viele empörte Blicke von vorbeitanzenden Paaren einbrachte, bis ihre Körper sich berührten und fing wieder an zu tanzen.

„Weib“, knurrte er tief in seiner Kehle. „Glaubst du wirklich, dass ich dem zugestimmt hätte, wenn ich es nicht gewollt hätte?“

„D-du willst es?“, stotterte sie, vollkommen erstaunt; all ihre Wut war sofort vergessen. Die einzige Antwort, die sie erhielt, war ein tiefer Kehllaut, doch es war all die Bestätigung, die sie brauchte. Er hatte Recht. Sein Stolz war einfach zu groß. Vegeta würde niemals etwas gegen seinen Willen tun.

Da es ihr nichts mehr ausmachte, was die Leute von ihr halten mochten, ergriff sie seinen Kopf und zog ihn in einen tiefen und ausgehungerten Kuss. Er musste nicht reden, zu sagen, was er für sie empfand, denn solange er seine Gefühle so in seine Küsse fließen ließ, würde sie sich immer eines sicher sein.

Egal wie grob Vegeta erscheinen wollte, so wusste sie doch, dass, selbst wenn er Liebe nicht kannte, er sich zumindest um sie sorgte.


Epilog (Teil I)

jchan82 17 Juli, 2007 20:50 Fanfictions Permalink Trackbacks (0)

Epilog   

war stockdunkel im Wald, da die dicken Wolken den Mond davon abhielten Licht auf den Pfad zu werfen, und eine dicke Schneedecke lag auf dem Boden. Weitere Schneeflocken rieselten langsam herunter; sie schufen eine neue Schicht auf den bereits bestehenden und verdeckten alle Spuren, die dort gewesen sein könnten. Man konnte kein Geräusch hören, außer dem leichten Rascheln in den Bäumen, wenn eine sanfte Brise etwas Schnee von ihren Zweigen blies.

Das leise Knirschen des Schnees störte plötzlich die friedliche Stille, als ein Apfelschimmel langsam den Pfad entlang schritt. Ein dunkler Umhang mit Kapuze verbarg das Gesicht des Reiters und schützte ihn vor der eisigen Kälte, die scheinbar selbst die dickste Kleidung durchdrang. Eine dünne Schneeschicht hatte sich auf den Schultern des Reiters während seiner langen Reise gesammelt und durch die unglaubliche Kälte hingen Eiszapfen vom Zaumzeug des Pferdes.

Bald ließen Reiter und Pferd den Wald hinter sich und man konnte die Lichter der Westlichen Hauptstadt in der Nähe sehen. Mit einem Zungenschnalzen trieb der Reiter sein Pferd in den Trab. Es stapfte durch den Schnee und brachte die bleibende Entfernung innerhalb weniger Minuten hinter sich, sodass sie schon bald die Stadtgrenze passierten, wo er sein Pferd wieder zügelte.

Es war ganz still in den Straßen, da die meisten Menschen zu dieser Nachtzeit und während dieses frostigen Wetters lieber in ihren Häusern blieben. Das störte den Reiter jedoch nicht im Geringsten. Solange er niemanden traf, würde er nicht Opfer von neugierigen Blicken und vielleicht sogar erkannt werden. Es war schon schlimm genug, dass das schließlich geschehen musste, aber erst einmal würde er seine Identität lieber verheimlichen.

Es war an diesem Tag ein langer Ritt gewesen und sowohl Pferd wie auch Reiter waren erschöpft, daher war der Reiter froh, als er das Schild eines Wirtshauses im dämmrigen Licht einer Laterne sah. Zum Dai Kaiou hieß es und dieser Name ließ den Reiter schnauben. Er hatte von diesem Ort gehört – während es für ein paar Tage nicht so schlecht sein sollte, wurde gesagt, dass der Besitzer ein verrückter alter Mann war. Wie auch immer, das war das einzige Wirtshaus, das er in der Westlichen Hauptstadt kannte und er wollte nicht noch mehr Zeit verschwenden, um nach einem anderen zu suchen. Außerdem war dieses Wirtshaus eines der wenigen, die Ställe für die Pferde der Reisenden hatten.  Der Stalljunge in dem Stall warf ihm einen neugierigen Blick zu, als der Reiter in die Halle trat und sanft sein Pferd hinter sich herzog, ohne seine Kapuze abzunehmen. Der Junge stand von dem Stuhl auf, auf dem er vor einem Kamin saß, und ging auf ihn zu. „Kann ich Euch helfen, Sir?“

Der Reiter nickte nur. „Ich werde ein paar Tage bleiben. Jemand muss ich um mein Pferd kümmern.” Seine Hand wanderte unter seinen Umhang und holte einen kleinen Beutel hervor. Nachdem er ihn geöffnet hatte, nahm er eine Goldmünze heraus. „Ich glaube, das sollte genügen.“

Der Stallbursche starrte die Münze mit großen Augen an, und fragte sich, wer dieser Mann war, wenn er offensichtlich soviel Geld bei sich hatte. „N-natürlich, Sir. Ihr Pferd wird die beste Pflege erhalten.“

„Ich hatte nichts anderes erwartet.“

Die Münze fiel in seine Hand und der Stallbursche hätte schwören können, dass er ein Grinsen auf dem Gesicht des Reiters gesehen hatte, bevor dieser sich umgedreht und den Jungen mit dem Apfelschimmel alleine gelassen hatte.  Das Wirtshaus war laut und voll mit Menschen, hauptsächlich Betrunkenen, aber es war warm und deshalb eine willkommene Abwechslung zu der Kälte draußen. Niemand hatte seine Ankunft bemerkt und er schlang sich seinen Weg durch die Menge zu der Bar, wo er einen alten Mann mit wildem und langem weißen Haar und einem gleichlangen Bart sah. Der alte Mann trug eine merkwürdige schwarze Tunika und eine noch merkwürdigere Brille – sie hatte schwarze Gläser. Das musste der Besitzer sein, beschloss der Reiter und ging direkt auf ihn zu.

„Ich brauche ein Zimmer“, sagte er ohne zu zögern, sobald er vor ihm stand.

Der alte Mann schaute von dem Glas auf, das er putzte und ihn direkt an. Der Reiter hatte dabei ein schlechtes Gefühl, als ob der alte Mann direkt durch ihn hindurchschauen konnte, doch er zuckte nicht einmal unter diesem prüfenden Blick zusammen. Schließlich, nach unglaublich langen Sekunden, nickte der alte Mann und, während er etwas vor sich her murmelte, holte er ein Buch von unter dem Tresen hervor. „Wie lange habt Ihr vor zu bleiben?“

„Ein paar Tage“, antwortete er. „Ich weiß nicht genau, wie lange.“

„Ah, ja...“ Während der alte Mann etwas in das Buch schrieb, nutzte der Reiter die Chance und schaute sich um. Jeder in dem Wirtshaus kümmerte sich um seine eigenen Angelegenheiten und niemand schenkte ihm Beachtung. „Darf ich Euren Namen wissen, Sir?“

Der Reiter nahm wieder den Beutel heraus und ließ ein paar Goldmünzen in das Buch fallen. „Ich glaube nicht, dass ein Name notwendig ist.“

„Natürlich nicht.“ Der alte Mann grinste ihn an und schloss das Buch, bevor er es wieder an seinen Platz legte. Von einem Nagel in der hölzernen Wand hinter sich nahm er einen Schlüssel mit einer kleinen eingravierten Nummer und gab ihn dem Reiter. „Gibt es sonst etwas, was ich für Euch tun kann?“

Der Reiter schien ein paar Minuten lang nachzudenken. Trotz der Hitze im Wirtshaus fühlten sich seiner Finger noch immer fast gefroren an. Vielleicht wäre etwas, das seine Glieder erwärmte, nicht so übel. „Ich nehme etwas von dem besten Rum, den Ihr habt.“

„Natürlich, Sir. Aber diese eine geht auf’s Haus.“ Mit einem Augenzwinkern holte der alte Mann eine volle Flasche Rum von einem Regal hinter sich und stellte die große Flasche und einen Krug vor den Fremden. Der Reiter dankte ihm mit einem Nicken, nahm Flasche und Krug und zog sich an einen freien Tisch in einer dunklen Ecke zurück, von wo aus er alles und jeden um sich herum beobachten konnte.

Die Flasche wurde mit einem leisen ‚Plop’ geöffnet und nicht ein Tropfen der braunen Flüssigkeit wurde verschwendet, als er sie in den Krug goss. Der erste Schluck war der längste und er jagte ihm einen Schauer über den Rücken. Dieser Rum war gut, daran gab es keinen Zweifel. Er zweifelte auch nicht daran, dass er die ganze Flasche brauchte, bis er heute Nacht schlafen gehen konnte.

Innerhalb weniger Minuten hatte er den ersten Krug geleert und verspürte bereits die beruhigende Wirkung des Alkohols. Er begann sich ein wenig zu entspannen und bemerkte auch die Wärme, die jetzt durch seine Gliedmaßen floss. Der Krug wurde wieder aufgefüllt, doch dieses Mal nahm er kleinere Schlucke und genoss die brennende Sensation in seiner Kehle, als er sich seine Umgebung anschaute.

Er konnte es noch immer nicht wirklich glauben, obwohl er vor nicht einmal einer Stunde die Stadtgrenze passiert hatte. Und er konnte noch immer keine vernünftige Erklärung für seine Taten finden, obwohl er langsam begann daran zu zweifeln, dass es überhaupt welche gab. Er hätte es nicht tun brauchen, er hätte einfach fortbleiben können, aber doch...

Er war zurückgekehrt...  

~*~  

Bulma seufzte, als sie aus dem Fenster in die Dunkelhaut schaute. Es waren Eisblumen an ihrem gefrorenen Fenster und, irgendwo im Unterbewusstsein bemerkte sie, dass es wunderschön war, doch ihre Gedanken waren zu beschäftigt, um es zu schätzen. Es schneite wieder, doch egal wie sehr sie Schnee liebte, dieses Mal teilte es ihr nur das mit, was sie schon wusste. Es war wieder Winter und in ein paar Tagen würde sie Weihnachten feiern.

Ein Jahr, vier Monate und neun Tage...

So viel Zeit war vergangen, seit sie ihn das letzte Mal gesehen hatte. Ein Jahr, vier Monate und neun Tage seit er an Bord des Handelsschiffes nach Yadrat gegangen war. Keine Neuigkeiten, kein Brief, keine Nachricht, nicht einmal ein Gerücht, dass es ihm gut ging und, am wichtigsten, noch lebte, hatte sie erreicht. Soweit sie wusste, konnte er schon tot sein.

Nein, er konnte nicht tot sein. Wenn er tot wäre, würde sie es wissen. Ihr Herz würde es ihr mitteilen. Und doch, die nagende Furcht in ihrem Hinterkopf wollte nicht verschwinden. Es war schon so lange her... Sicherlich sollte es nicht so lange dauern, sein Ziel, welches er als sein Schicksal erklärt hatte, zu erreichen. Goku war schon länger als ein Jahr mühelos dazu in der Lage und selbst der junge Gohan erwies sich als ziemlich geschickt, es zu kontrollieren, sehr zu ChiChis Ärger. Warum dauerte es also so lange, bis er zurückkam?

Warum bist du dir so sicher, dass er jemals zurückkommen wird?, stichelte die nagende Stimme ihres Bewusstseins.

Bulma seufzte, als sie sich fest an die Hoffnung klammerte, die Goku ihr gegeben hatte. Er hatte zu ihr gesagt, sie bräuchte sich keine Sorgen darum machen, dass ihr Sohn ohne Vater aufwuchs, deshalb war sie natürlich davon ausgegangen, dass Goku etwas wusste, was sie nicht wusste und dass Vegeta schließlich wiederkommen würde. Doch nun war ihr Kind, ihr Sohn Trunks, schon neun Monate alt und sein Vater war noch immer nicht zu ihnen zurückgekehrt.

Trunks... Ein kleines Lächeln erschien auf ihrem Gesicht, als ihr Blick zu der Tür wanderte, hinter welcher ihr Sohn friedlich in seiner Krippe schlief. Seit er geboren worden war, war er ihre Welt. Sie liebte ihn, ihre Eltern himmelten ihn an und sogar ihre Freunde waren von dem kleinen Jungen ganz eingenommen. Während er nicht so sehr wie ein Saiyajin aussah, nicht so wie Gohan, da seine Augen blau waren und eine dünne Schicht lavendel-farbiges Haar seinen Kopf zierte, war sein Gesicht zweifellos das von seinem Vater.

Oh Vegeta... Bulma seufzte noch einmal und wandte ihre Aufmerksamkeit wieder den dicken weißen Schneeflocken zu, die an ihrem Fenster vorbeischwebten. Es musste draußen unglaublich kalt sein. Gänsehaut erschien auf ihren Armen und ein Schauer jagte ihr über den Rücken, als sie sich vorstellte, jetzt draußen zu sein. Wo immer er auch war, Bulma hoffte, er war irgendwo, wo es warm war. Vielleicht war er irgendwo, wo es keinen Winter gab, nur ewigen Sommer oder Frühling... Sie hatte von diesen Orten gelesen, Ländern und Inseln die kein Schnee oder Eis kannten. Vielleicht war er wirklich dorthin gereist, was sicherlich seine lange Abwesenheit erklären würde.

Ein Jahr, vier Monate und neun Tage...

Es war eine lange Zeit. Viel war in dieser Zeit passiert. Nicht nur war ihr Sohn geboren, nein, Goku und ChiChi hatten etwa einen Monat nachdem sie von ihrer langen Reise um sie zu befreien und die Dragonballs zu finden zurückgekommen waren, geheiratet und lebten nun in einem kleinen Landhaus in der Nähe von Gyuu Mao. ChiChi war wieder schwanger und Goku hatte sein Wort, niemals wieder zur See zu fahren, gehalten. Er arbeitete jetzt, zusammen mit seinem Vater, als Ausbilder für Nahkampf und Strategie in der Akademie der Marine.

Das war im Grunde für alle eine riesige Überraschung gewesen, dass Goku wieder für Admiral Kaiou arbeitete, nur dieses Mal in einem anderen Bereich. Es hatte etwas gedauert, doch Goku schien endlich über den Groll, den er gegen den Admiral gehegt hatte, hinweg zu sein. Bulma nahm an, dass Bardock in diesem Prozess eine wichtige Rolle gespielt hatte, da der ältere Saiyajin sehr gut mit dem Admiral zurechtkam und sie Freunde geworden waren.

Bardock hatte sich ebenfalls über das vergangene Jahr hinweg sehr verändert. Der Mann, der so alt und eingefallen ausgesehen hatte, als sie ihn das erste Mal getroffen hatte, schien jetzt wesentlich jünger zu sein. Eine natürliche Bräune von der ganzen Zeit, die er draußen verbracht hatte, hatte die Blässe seiner Haut ersetzt. Durch hartes Training hatte er all die Muskeln, die er während seiner Gefangenschaft verloren hatte, wieder aufgebaut und seine ganze Art war sorgloser geworden. Wenn jemand nicht wusste, dass Bardock und Goku Vater und Sohn waren, hätte man sie fast für Brüder, wenn nicht sogar Zwillinge halten können.

Vor ein paar Tagen war der Rest der ehemaligen Mannschaft der Kintoun ebenfalls von einer Mission zurückgekehrt. Sie waren noch zusammen und Admiral Kaiou hatte ihnen ein neues Schiff gegeben – die Genkidama. Irgendwie hatte es Bulma nicht überrascht, dass Krillin zum Kapitän benannt worden war. Er war immerhin Gokus erster Offizier auf der Kintoun gewesen und er hatte gute Arbeit geleistet, als sie geglaubt hatten, dass Goku tot war. Auch Goku selbst hatte ihn zum Kapitän ernannt, bevor er gegen Frieza gekämpft hatte. Die anderen folgten ihm willentlich und er war ein guter und gerechter Mann.

Doch sehr zu ihrem Erstaunen hatte die Mannschaft der Genkidama ein neues Mitglied gewonnen – als sie von Krillins Ernennung gehört hatte, hatte Juuhachigou darauf bestanden ein Teil der Mannschaft zu werden. Die Jinzoningen hatte all die Angebote, die sie in der Westlichen Hauptstadt erhalten hatte, als sie auf Arbeitssuche gewesen war, für ihrer nicht würdig gehalten. (Wäscherin, hatte sie geschnaubt, als sie an einem Tag nach Hause gekommen war. Ich bin eine Kriegerin und keine Wäscherin!) Krillin, der noch immer sehr in sie verliebt war, konnte ihr diese Bitte einfach nicht abschlagen. Glücklicherweise wussten die anderen Mitglieder der Mannschaft bereits, zu was sie fähig war, und deshalb widersprachen sie nicht, sondern nahmen sie warm auf, obwohl sie keine Gelegenheit ausließen, Krillin damit aufzuziehen.

Bulma konnte die Bekanntmachung, das Krillin und Juuhachigou zusammen waren, nicht erwarten. Hoffentlich würde das endlich den vielen Gerüchten ein Ende setzen. Eigentlich erwartete sie die Bekanntmachung zu Weihnachten, da Krillin ihr einen Wink gegeben hatte, der das bedeuten könnte, als sie ihn vor zwei Tagen getroffen hatte. Ihr Vater hatte ihn und den Rest der Mannschaft zu dem Weihnachtsball, den er für den Heiligabend geplant hatte, eingeladen.

Im Grunde freute Bulma sich nicht auf den Ball. Es war wieder einmal nur eine dieser formellen Zusammenkünfte, die ihre Mutter so liebte. Sie hasste diese Feste wirklich, genauso wie die meisten Leute, die ihre Eltern eingeladen hatten. Die meisten waren Snobs, die nur zu dem Ball kamen, um gesehen zu werden und die neuesten Gerüchte zu hören. Es war wirklich abstoßend. Wie auch immer, zumindest würden ihre Freunde da sein, deshalb hoffte sie, dass es nicht so langweilig werden würde, wie sie erwartete.

Ein lautes Gejaule aus dem Zimmer nebenan holte Bulma aus ihren Gedanken und ein kleines Grinsen zog an ihren Lippen, als sie von dem Stuhl, auf dem sie es sich gemütlich gemacht hatte, aufstand und mit einem Kopfschütteln in das andere Zimmer ging. Wer immer sagte, dass dieser Junge sich nicht wie sein Vater verhielt, hatte absolutes Unrecht. Der Appetit war auf jeden Fall der gleiche, genauso wie die Sturheit, wenn er nicht bekam, was er haben wollte.

„Sag mir nicht, dass du schon wieder Hunger hast“, sagte Bulma zu ihrem Sohn, der sie mit weiten blauen Augen anstarrte, nun, da sie neben ihm stand. Seine Tränen hatten aufgehört zu fließen und in diesem Moment war er scheinbar so unschuldig wie ein Engel – doch der Schein trog. Sie wusste, dass, sobald sie sich einfach umdrehte und ihn alleine ließ, er anfangen würde so laut zu schreien, dass sogar die Leute in dem anderen Flügel des Palastes es hören würden. Zu Zeiten wie diesen verhielt er sich definitiv mehr wie ein Teufel als wie ein Engel, und Bulma befürchtete schon, was passieren würde, wenn ChiChis ungeborenes Baby und Trunks beide alt genug waren um zusammen in Schwierigkeiten zu geraten.

Bulma beugte sich über um den Jungen aufzunehmen und setzte ihn so in ihre Arme, dass es für sie beide gemütlich war. Sie hielt ihn mit einem Arm und ergriff einen Kerzenhalter mit der anderen Hand, bevor sie ihr Zimmer verließ um in die Küche zu gehen. Es war schon spät und die meisten Bediensteten waren wahrscheinlich schon zu Bett, doch das störte sie nicht. Bulma hatte darauf bestanden, sich ohne die Hilfe eines Kindermädchens um ihren Sohn zu kümmern, was bedeutete, seine Flasche allein zu erhitzen und, nun da er schon älter war, seinen Brei vorzubereiten. Alle Zutaten konnte man in der Küche finden und sie wusste, wo sie dort zu finden waren. Einmal hatte Bulma die Köche überredet, sie etwas anderes kochen zu lassen als den einfachen Brei, den sie inzwischen konnte, fand jedoch schnell heraus, dass diese Idee keine gute gewesen war. Das Ergebnis dieses Experiments war ungenießbar gewesen und Bulma hatte sich in diesem Moment geschworen, dass sie niemals wieder versuchen würde, eine echte Mahlzeit zu kochen.  Fast eine Stunde später lag der Junge wieder in seiner Krippe, friedlich am Schlafen, und Bulma lächelte auf ihn herunter. Es war schon nach Mitternacht und sie musste sich ein lautes Gähnen verbeißen, damit sie ihren Sohn nicht wieder weckte, nachdem er gerade eingeschlafen war. Vielleicht war es an der Zeit, dass auch sie zu Bett ging.

Mit diesem Gedanken kehrte Bulma in ihr eigenes Zimmer zurück und knöpfte ihren Morgenmantel auf, bevor sie ihn vorsichtig über den Rücken eines Stuhles legte. Sie kroch unter die Decke ihres Bettes und löschte die Flamme der Kerze neben ihrem Bett auf dem Nachttisch. Dunkelheit fiel über das Zimmer, als Bulma sich hinlegte und die Decke zu ihrem Kinn hochzog. Sie schloss ihre Augen, drehte sich auf die Seite und bald schlief sie ein.

Doch wie jede Nacht in dem letzten Jahr, vier Monaten und neun Tagen, war ihr letzter Gedanke bevor sie sich erlaubte einzuschlafen über Vegeta, und sie fragte sich, wo er jetzt war und ob es ihm gut ging.


Kapitel 46 (Teil III): Die Verhandlung

jchan82 17 Juli, 2007 20:41 Fanfictions Permalink Trackbacks (0)

~*~ 

Es war beinahe Mitternacht und nicht viele Soldaten waren am Fort. Goku hielt sich hauptsächlich im Dunkeln auf und versuchte von den restlichen nicht gesehen zu werden, denn obwohl sie jetzt wahrscheinlich nichts zu seiner Anwesenheit am Fort sagen würden, könnten sie am Morgen schon anderer Meinung sein. Er drückte seinen Rücken gegen eine Wand in der Dunkelheit und beobachtete behutsam, wie zwei Soldaten an ihm vorbeigingen. Sie bemerkten ihn nicht. Langsam schlich Goku sich um die Ecke herum und ging durch die offene Tür, die ihn eine Treppe hinunter zu dem Zellenblock führen würde.

Er wusste, dass er mit diesen Taten gegen das Gesetz verstoßen würde, doch er konnte Bulmas Ersuchen nicht ablehnen, nicht nachdem er versagt hatte. Niemand würde wissen, dass er es war – zumindest hoffte er es, als er durch eine weitere Tür trat und nun vor der Reihe der Zellen stand. Dort, in der ersten Zelle, sah er Vegeta im schwachen Mondlicht auf dem Stroh sitzen und mit seinem Kopf gegen die kalte Steinmauer lehnen. Die Augen des Saiyajins öffneten sich, als er die Fußschritte gehört hatte.

„Was wollt Ihr?“

Die Stimme klang arrogant und gleichgültig, doch Goku glaubte, dass er Vegeta inzwischen besser kannte. Es war einfach seine Art, mit seiner schlimmen Lage fertig zu werden. „Euch helfen.“ Zwei einfache Worte, doch er spürte sofort die Augen des Piraten auf sich, als ob er ihn herausforderte zu sagen, dass er scherzte. Goku tat es nicht. Stattdessen schritt er durch den Flur, sich den dunklen Augen, die jeder seiner Bewegungen folgte, bewusst, bis er vor einem Haken in der Mauer stand, wo ein Schlüssel hing. „Bulma bat mich, das zu tun, aber ich tue es nicht nur für sie. Ich tue es auch für mich. Ich glaube, dass Ihr eine zweite Chance verdient, Vegeta, selbst wenn es nicht in dieser Stadt und nicht mit Bulma ist. Ich werde Euch diese Chance bieten.“ Er nahm den Schlüssel von dem Haken und legte ihn auf einen Felsen direkt vor Vegetas Zelle, wo er den Schlüssel ohne Probleme erreichen könnte. „Das einzige, was Ihr tun müsst, ist sie zu ergreifen.“

Vegeta wusste nicht, was er sagen sollte, als er beobachtete, wie sich der andere Saiyajin umwandte und den Flur mit den Abschiedsworten diese Chance weise zu nutzen verließ. Seine Gedanken überschlugen sich mit Fragen. Niemals zuvor hatte jemand so etwas für ihn getan. Sein Vater hatte ihn verraten, sowie seine Mannschaft, warum also sollte er Kakarotto vertrauen?

Eine leise Stimme in seinem Hinterkopf flüsterte ihm zu, dass dieser andere Saiyajin sich von allen anderen, die er getroffen hatte, unterschied. Kakarotto war sehr wie sein Vater – sie waren beide ehrenvolle Männer. Bardock hatte ihn nicht verraten und war nach all diesen Jahren und nach allem, was er getan hatte um den Ruf der Saiyajins zu beschmutzen, ihm gegenüber noch immer loyal. Es schien, als ob Kakarotto ihm wirklich half zu fliehen, doch irgendwie konnte Vegeta in dieser Tatsache keinen Trost finden.

Verdiente er das? Nein, und Vegeta war sich dessen im Klaren, doch es war ihm egal. Er hatte schon vorher darüber nachgedacht – er war ein Pirat und war immer unbarmherzig gewesen, bis dieses verdammte Weib aufgetaucht war und seine ganze Welt auf den Kopf gestellt hatte. Es war ihre Schuld. Ohne sie wäre er schon lange tot gewesen, von Frieza getötet.

Aber nun war er hier. Noch am Leben, wenn auch nicht mehr für lange. Er könnte das Leben eines Flüchtigen wählen – Kakarotto hatte ihm diese Wahl geboten – doch würde sein Stolz so ein Leben erlauben? Wäre der Tod nicht vorzuziehen? Vor nur wenigen Wochen hatte er beschlossen, dass der Tod in der Tat besser war, doch nun, als er an die Worte des Weibs dachte, war er sich dessen nicht mehr so sicher.

Mit einem bedächtigen Blick auf seinem Gesicht, landeten seine Augen wieder auf dem Schlüssel. 

~*~  

Bulma konnte nicht schlafen. Obwohl sie es schon vermutet hatte, als der Doktor ihre diese Frage gestellt hatte, fiel es ihr schwer, seinen Worten Glauben zu schenken. Schwanger. Mit Vegetas Kind. Und Vegeta würde in wenigen Stunden sterben. Ohne zu wissen, dass er ein Vater werden würde. Würde sie es ihm jemals erzählen können? Wie würde er reagieren? Irgendwie fiel es ihr schwer, sich Vegeta als einen Vater vorzustellen. Doch das war jetzt zu spät. Sie war sich sicher, dass sie ihn nach diesem Morgen bei der Verhandlung nie wiedersehen würde – egal ob ihr Plan funktionierte oder nicht.

Wie auch immer, selbst wenn sie jemals damit klarkommen würde, wie sollte sie es ihren Eltern beibringen? Würden sie sie zwingen einen Fremden zu heiraten, nur damit sie vorgeben konnten, dass der Vater des Kindes kein Pirat war? Doch der Diagnose des Arztes und ihren eigenen Berechnungen nach zu urteilen war sie schon im zweiten Monat! Das war einfach nicht möglich! Außerdem würde sie niemals jemanden heiraten, den sie überhaupt nicht kannte. Der flüchtige Gedanke an Yamchu schoss ihr durch den Kopf, doch sie schüttelte ihn schnell ab. Er würde wissen, dass das Baby nicht seines war.

Glücklicherweise war der Arzt an die Schweigepflicht gebunden, deshalb würde er niemandem davon ohne ihre Zustimmung erzählen. Doch wie lange konnte sie ihre Schwangerschaft geheim halten? Vielleicht noch ein oder zwei Monate bis man es sehen konnte? Was würde sie dann tun? Sie konnte ihr Kind nicht aufgeben, doch es würde auch nicht gut angesehen werden, wenn sie es alleine aufzog. Sie war die Tochter von Lord Briefs, um Gottes Willen! Frauen ihres Standes wurden einfach nicht von Piraten geschwängert. Man würde sie nie verstehen!

Ein frustriertes Stöhnen entkam ihren Lippen, als sie sich auf ihre andere Seite warf in dem verzweifelten Versuch eine bequeme Position zu finden, damit sie endlich einschlafen konnte. Doch irgendwie wusste sie, dass es vergeblich sein würde. Sie war zu besorgt über das, was vorging, um überhaupt zu schlafen.

Bulma hoffte nur, dass Goku das getan hatte, um was sie ihn gebeten hatte und dass Vegeta seine einzige Chance, dem Tod zu entkommen, nutzen würde. Sie würde lieber ihr Kind mit einem flüchtigen, aber lebendigen Vater aufwachsen lassen, als mit einem toten und als Warnung an andere Piraten ausgestellten Vater.  

~*~  

Als Goku am nächsten Morgen zusammen mit den anderen Wachen die Steintreppen hinabstieg, bereitete er sich auf den Anblick einer leeren Zelle vor, deren Tür weit offen stand und in der Vegeta nirgends zu sehen. Er schloss seine Augen für einen kurzen Moment, als er wieder durch die Tür trat, doch all seine Hoffnung verschwand, als er den Piraten in seiner Zelle sitzen sah. Der Schlüssel war die ganze Nacht unberührt geblieben.

Ihre Augen trafen sich und Goku seufzte tief. Die Augen des Piraten waren widerspenstig und leuchteten mit Stolz. Er würde sich dem Tod mit hoch erhobenem Haupt stellen und weder Furcht noch Niederlage zeigen.

Das würde Bulmas Herz brechen.

Die zwei Wachen eilten an ihm vorbei und öffneten die Zelle, wobei sie der Lage des Schlüssels nur einen flüchtigen Blick zuwarfen, da sie offensichtig dachten, dass jemand ihn da aus Versehen fallen gelassen hatte, doch da der Gefangene noch da war, brachten sie dieser merkwürdigen Gegebenheit keine weitere Aufmerksamkeit entgegen. Sie legten an Vegetas Fußgelenken und Handgelenken wieder Fesseln an und zogen ihn in eine stehende Position. Keiner der beiden Saiyajins verlor ein Wort, als Vegeta an Goku vorbei und die Treppen zu dem Innenhof des Forts hinaufgeführt wurde, wo in weniger als einer halben Stunde die Hinrichtung stattfinden sollte.  

~*~ 

Bulma wachte auf, als sie in ihrem Zimmer etwas hörte. Etwas desorientiert öffnete sie ihre Augen und schaute sich um. Die Sonne schien hell durch die Lücken zwischen den Vorhängen und Bulma musste mehrere Male blinzeln bis sich ihre Augen an den Lichtstrahl gewöhnt hatten. Wann war sie eingeschlafen? Sie drehte ihren Kopf und setzte sich in ihrem Bett auf, während sie sich ihre Augen rieb.

Sie erblickte sofort ein Zimmermädchen, das sich erschrocken umdrehte und sie entschuldigend anschaute. „Es tut mir Leid, Miss“, sagte sie schnell. „Ich wollte Euch nicht wecken, aber Eure Eltern baten mich, nach Euch zu schauen, falls Ihr um diese Zeit noch schlafen solltet.“

„Meine Eltern?“, fragte Bulma verwirrt. Warum schickten sie ein Zimmermädchen? Normalerweise würden sie selbst nach ihr schauen. „Wo sind sie?“

„Am Fort, natürlich. Um sich die Hinrichtung dieses abscheulichen Piraten anzuschauen...“ Offensichtlich hatte das Zimmermädchen das Gerücht über Bulma und den Piraten noch nicht gehört, ansonsten hätte sie das wahrscheinlich nicht gesagt.

Bulma ballte ihre Fäuste und sie bemerkte beinahe, wie sämtliche Farbe aus ihrem Gesicht floh. „Was meinst du?“ Oh bitte, sag mir nicht, dass Vegeta noch hier ist. Sag mir, dass er geflohen ist.

„Nun, die Hinrichtung des Piraten Vegeta. Sie wurde für heute festgesetzt, in etwa fünfzehn Minuten, um genau zu sein...“ Das Zimmermädchen hielt überrascht inne, als Lady Bulma fast aus ihrem Bett sprang und einen Umhang über ihr Nachthemd warf. „Miss? Lady Bulma? Ist alles in Ordnung?”

Ohne überhaupt auf die beunruhigten Worte des Zimmermädchens zu reagieren, eilte Bulma aus dem Zimmer heraus. Ihre nackten Füße trugen sie die Treppen hinunter in das Foyer und durch mehrere Flure zu der Hintertür die zu den Stallungen führte. Die Stallburschen, sowohl junge wie auch alte, starrten auf ihr zerzaustes Erscheinungsbild – die nackten Füße, ihre leichte Bekleidung und langes, wasserfarbenes Haar, dass offen hinter ihr herwehte. Doch Bulma hielt nicht einmal an, da sie sie und das Pieksen der winzigen Steinchen unter ihren Füßen – das war nichts verglichen mit ihrer Wanderung durch den Wald ohne Schuhe – einfach ignorierte, als sie sich nach einem bereits gesattelten und gezäumten Pferd umschaute, da es einfach zu lange dauern würde, ihre eigene Stute fertig zu machen.

Endlich erblickte sie eines und ohne überhaupt zu fragen, ob sie es nehmen konnte – sie war immerhin die Tochter des Lords – stieg sie auf den braunen Wallach und trieb es zu einem Galopp bevor sie die Stallungen überhaupt verlassen hatte.

Nur ein Gedanke schoss ihr durch den Kopf. Sie musste zum Fort gelangen, bevor Vegeta gehängt wurde. 

~*~  

Das letzte Mal, dass Son Goku so viele Leute auf einmal gesehen hatte, war auf Ginger Island gewesen, während der Festlichkeiten über Friezas Niederlage. Es war dann ein freudiges Ereignis gewesen – es war jetzt kein freudiges. Nach alle dem, was er versucht hatte, nachdem er sogar bereit gewesen war, das Gesetz zu brechen, sollte Vegeta noch immer gehängt werden. Wieder einmal bemerkte Goku enttäuscht, dass er versagt hatte.

Der Prinz der Saiyajins stand schon auf dem Galgen, mit seinem Kopf in der Schlinge, doch er war noch immer ganz ruhig. Es schien fast so, als ob er es akzeptiert hatte. Das betrübte Goku. Er verstand nicht, wie jemand so willig den Tod über das Leben wählen konnte. Vielleicht, wenn er nichts mehr hätte, für das er leben konnte, aber er hatte gesehen, wie Vegeta und Bulma miteinander umgingen. War das für ihn nicht Grund genug zu leben? Warum nicht? Goku würde erst sein Leben aufgeben, wenn all seine Freunde, ChiChi und Gohan tot waren, wenn keiner von ihnen mehr übrig war. Was könnte Vegeta so wichtig sein, dass er ohne dem nicht leben konnte?

Er stand zusammen mit ChiChi, Gohan, Bardock und allen Mitgliedern seiner Mannschaft, die bei der Mission dabei gewesen waren, an der Seite von Lord Briefs, seiner Frau und Admiral Kaiou auf einigen Treppenstufen, von wo aus sie das ganze Spektakel beobachten konnten. Unter ihnen waren die Stadtbewohner versammelt, aller begierig darauf zu sehen, wie ein Pirat, und so ein berühmter obendrein, hing.

„Das ist ungerecht“, hörte er Juuhachigou, die direkt neben Krillin stand, murmeln.

Goku schaute zu ihr hinüber. Das war das erste Mal, dass sie in seiner Gegenwart Mitgefühl zeigte. Aber sie war eine Jinzoningen. Er glaubte, dass sie sich vielleicht mehr mit Vegeta identifizieren konnte, als alle anderen. Aber sie hatte Recht. Das war ungerecht, aber es war die Entscheidung von Richter Emna. Es war nur eine Person anwesend, die diese Entscheidung überstimmen konnte, nur diese Person würde nichts tun.

Seine Augen ruhten auf Lord Briefs, der stur geradeaus blickte. Goku wusste, dass er nur das tat, was er für richtig hielt, und zwar dem Gesetz zu folgen – nur dass seine Entscheidung für seine Tochter nicht die richtige war.

Seine Aufmerksamkeit wurde wieder zu dem Galgen gezogen, wo nun die Verbrechen, die Vegeta begangen hatte, noch einmal aufgeführt wurden, dieses Mal für die Öffentlichkeit. Das kam ihm für seinen Geschmack alles zu bekannt vor, da er erst vor wenigen Wochen an Vegetas Stelle gewesen war. Doch Vegeta verzog noch immer keine Miene. Goku seufzte. Nur ein Wunder könnte ihn jetzt noch retten.

Wenige Minuten später, als die Liste endlich ein Ende erreicht hatte, wünschte sich Goku, er wäre irgendwo anders. Er war nur froh, dass Bulma noch im Palast war und das nicht sehen musste.

Trommeln begannen zu spielen und ihr Rhythmus wurde stetig schneller. In nur wenigen Sekunden würde alles vorbei sein. Gokus Blick wanderte wieder zu Vegeta, der seinen Blick traf und ihm einmal zunickte, als ob er ihm für das, was er getan hatte, dankte, obwohl es nicht genug gewesen war. Der jüngere Saiyajin erwiderte das Nicken, obwohl er noch immer wünschte, dass er mit seinen Versuchen Vegeta zu retten erfolgreicher gewesen wäre.

Plötzlich, nur den Bruchteil einer Sekunde bevor die Trommeln aufhörten zu spielen und der Henker den Hebel zog, hallte ein Ruf durch den Hof und alle Köpfe wandten sich von dem Galgen fort. Alles war zu einem kompletten Stillstand gekommen.

„Halt!“

Gokus Augen weiteten sich, als er Bulma erblickte, die noch ihr Nachthemd unter einem Umhang trug und auf sie zurannte.

„Tötet ihn nicht!“

Gokus Kopf wirbelte zu Vegeta herum, und zum ersten Mal an diesem Tag konnte man etwas auf seinem Gesicht sehen, das Überraschung ähnelte.

„Bulma!“, rief Lord Briefs überrascht aus. „Was machst du hier? Der Arzt sagte, dass du für die nächsten zwei Tage zur Erholung im Bett bleiben sollst.“

„Vater... Daddy, bitte töte ihn nicht“, sagte sie bloß, als sie vor ihnen zum Stehen kam.Ihr Vater seufzte. „Bulma... Liebling, wir haben schon darüber gesprochen. Du weißt, dass ich nichts—“

„Ich bin schwanger!“ Diese Worte verließen ihren Mund bevor sie sie überhaupt denken konnte und ihre Hand flog zu ihren Lippen in dem Moment, in dem sie sie ausgesprochen hatte. Sie bemerkte das Weiten der Augen ihrer Eltern und Freunde, doch sie konnte die Worte jetzt nicht mehr zurücknehmen.

„Wovon sprichst du, Bulma?“, fragte Goku.

„Bulma“, sagte ihr Vater sanft, da er das nicht glauben wollte. „Du bist nur verwirrt. Komm schon, einer der Wachmänner wird dich nach Hause bringen.“

„Nein, Vater! Du verstehst es nicht! Der Arzt hat es mir gestern gesagt! Ich bin schwanger, mit Vegetas Kind. Du kannst ihn nicht töten!“

Bulma blickte das Gesicht ihres Vaters forschend an und wartete auf irgendeine Reaktion. Er hatte seine Augen geschlossen, als er offensichtlich einen inneren Kampf führte. Sie hoffte, nein, sie betete, dass er ihre Bitte erhören würde.

Endlich, nach qualvoll langen Sekunden öffnete er seine Augen wieder. „Bulma... Bist du dir ganz sicher? Liebst du diesen Mann wirklich?”

„Das bin ich, Daddy. Ich tue es...“

„Son Goku“, sagte Lord Briefs nun zu dem jüngeren Mann. „Ich weiß, Ihr habt es vorher schon gesagt, aber kann dieser Pirat, kann er wirklich ein guter Mann sein?“

„Ja, mein Lord, wenn er die Chance bekommt...“

Ein weiterer Seufzer kam über die Lippen des Lords, als er seine Frau, die lächelte und ihm zunickte, schließlich anschaute, bevor er sich dem Galgen zuwandte und verkündete, laut genug damit alle es hören konnten: „Aufgrund neuester Entwicklungen werden alle Anklagepunkte gegen Vegeta fallen gelassen. Lasst ihn gehen.“ Protest und verwirrtes Gerede brach in der Menge aus, während Bulmas enge Freunde noch immer sprachlos waren. Lord Briefs ignorierte seine Soldaten und Ratgeber, die seine Entscheidung in Frage stellten. „Geh zu ihm, Bulma.“ 

Vegeta konnte es nicht glauben. Was hatte das Weib zu ihrem Vater gesagt um ihn davon zu überzeugen, das zu tun?

Er bemerkte kaum, dass jemand die Fesseln von seinen Handgelenken, Fußgelenken und die Schlinge um seinen Hals entfernte, doch die Schlinge wurde sofort durch die Arme des Weibs ersetzt.

Ein paar Sekunden lang versteifte er sich überrascht. Er wusste nicht, wie er reagierten sollte. In nur wenigen Momenten hatte sich sein ganzes Leben wieder auf den Kopf gestellt. Er sollte inzwischen schon tot sein und nicht leben. Er hatte es akzeptiert. Am Ende hatte er es sogar gewollt! Diese letzten paar Tage hatte er nur für das Weib an dem Glauben festgehalten, dass er nicht sterben musste, aber dann, nachdem Kakarotto ihm die Chance geboten hatte, zu fliehen, hatte er aufgegeben.

Was sollte er, ein Prinz ohne Königreich, dessen Schicksal von denen gestohlen worden war, die ihm untergeordnet waren, in einer Welt tun, die mit Leuten gefüllt war, die ihn verabscheuten und ihn töten wollten? Der Tod hatte begonnen ziemlich attraktiv auszusehen, doch er wollte die Bedingungen für sein Ableben bestimmen. Er war kein Feigling und er wollte wie ein wahrer Prinz sterben um allen zu zeigen, dass sie, wenn sie ihm auch sein Leben nehmen konnten, ihm niemals seinen Stolz nehmen konnten.

Nachdem er sie ziemlich unsanft von sich weggeschubst und sie an ihren Oberarmen ergriffen hatte, schaute er sie an und schrie beinahe: „Was hast du getan?“

„Ich habe meinen Vater gebeten, dich gehen zu lassen“, antwortete Bulma; ihr war es egal, was die Menge von ihr hielt und sie war von seinem Verhalten ganz und gar unbeeindruckt. Sie hatte inzwischen schon genug Zeit mit ihm verbracht um zu wissen, wie sie mit seinen Launen umzugehen hatte und jetzt musste er nur die Wahrheit wissen. „Vegeta... Ich bin... Ich bin schwanger. Du wirst ein Vater.”

Er ließ sie sofort los, als ob er sich verbrannt hatte und trat einen Schritt zurück. Sein Blick flackerte nach hinten, wo ihre Freunde noch immer standen und alle gleich erstaunt aussahen, und dann wieder zu dem Weib. Sein Verstand registrierte ihre Worte kaum, daher stellte er nur eine Frage: „Wie?“

Ein kleines Grinsen zog an ihren Lippen. „Ich glaube, du weißt genau, wie das passiert ist.“

Mit einem Kopfschütteln sagte Vegeta plötzlich: „Das hättest du nicht tun sollen. Du hättest deinen Vater nicht darum bitten sollen, mich zu verschonen.“ Verdammt! Das machte alles nur noch komplizierter. Wenn er das doch nur nie erfahren hätte! Sein Stolz würde ihm jetzt nie erlauben, sein Leben aufzugeben. Das Weib trug seinen Erben – etwas, das er nie für möglich gehalten hätte. Selbst während er mit dem Weib zusammen gewesen war, hatte er einfach gewusst, dass sie nie so zusammen sein konnten, wie sie es wollte, ganz davon zu schweigen, dass sie ihm ein Kind gebären würde.

Aber was sollte er jetzt tun, da er die Erlösung nicht mehr im Tod suchen konnte?

Sein Blick wanderte wieder zu dem Lord und es entwickelte sich langsam ein Plan in seinem Kopf.

„Warum?“, fragte Bulma verwirrt. „Ich liebe dich, Vegeta. Ich hab dir das schon vorher gesagt. Ich will dich an meiner Seite. Ich will, dass du da bist, wenn unser Kind aufwächst!“

„Und ich habe dir schon gesagt, dass ich vor deinem Vater und deinen Freunden nicht auf den Knien rumkriechen würde!“ Vegeta war wieder einmal defensiv und er zuckte beinahe zusammen, als er den verletzten Blick über ihre Augen huschen sah, obwohl er schnell durch Wut ersetzt wurde. Aber es musste getan werden.

„Verdammt, Vegeta“, schrie sie nun. „Warum musst du nur so stolz sein? Sei froh, dass du noch lebst! Alles ist jetzt anders! Frieza ist tot!”

„Vielleicht lebe ich! Aber ich habe alles verloren! Mein Königreich, meine Mannschaft, mein Schiff, mein Schicksal! Ich bin nichts!“

„Nein“, widersprach Bulma und schüttelte ihren Kopf. „Du hast nicht alles verloren. Du hast noch mich und unser Kind. Ist das nicht genug?“

„Nein“, sagte Vegeta bloß und schob sich an ihr vorbei.

Tränen traten ihr in die Augen, als sie schaute, wie er sich seinen Weg durch die neugierige Menge bahnte, die ihren Austausch mit viel Interesse beobachtet hatte. Es dauerte ein paar Sekunden, bis sie sich von seinem Ausbruch erholt hatte, aber als sie es hatte, folgte sie ihm sofort. „Vegeta! Vegeta! Warte! Was hast du vor?”

Vegeta hörte nicht auf sie, als er entschlossen auf Lord Briefs zuschritt. Wenn der alte Mann ihm schon einen Gefallen getan hatte, würde es ihm sicherlich nichts ausmachen, ihm einen weiteren zu tun. Yamchu stellte sich zwischen Vegeta und Lord Briefs, doch der Saiyajin schubste ihn einfach zur Seite. Er musste es dem alten Mann hoch anrechnen – er zuckte nicht einmal. Goku trat auf sie zu, doch schwieg.

„Lord Briefs“, sagte er kurz, sich vollkommen bewusst, dass Bulma inzwischen ebenfalls bei ihnen angekommen war. „Ich muss mit Euch unter vier Augen sprechen, aber wenn Ihr es wünscht, dürfen Kakarotto und Bardock dem Treffen beiwohnen.“

Lord Briefs schaute sich den Piraten vor sich einen Moment lang bedächtig an bevor er schließlich nickte. „In Ordnung. Admiral Kaiou, gibt es einen Raum im Fort, den wir nutzen können?“

„Natürlich. Folgt mir bitte.“

Bulma beobachtete hilflos, als die fünf Männer den Hof verließen, unfähig sich zu bewegen. Sie war sich so sicher gewesen, dass er bei ihr bleiben würde, nun da er frei war, doch sie hatte sich offensichtlich geirrt.  

~*~  

Es wurde schon dunkel, als Vegeta mit einer Tasche, die neue Kleidung – ähnlich der, die er jetzt trug, schwarze Stiefel und Hosen und ein dunkelblaues Hemd – enthielt, über die Schulter geworfen, vor dem großen Handelsschiff stand, das ihn von der Westlichen Hauptstadt fort bringen würde

Ein leiser Seufzer entkam seinen Lippen. Das Schiff war nicht die Ouji und es war nicht seins, doch er würde sowieso nicht so viel Zeit auf diesem Schiff verbringen. Sobald er das erste Ziel der Mannschaft, Yadrat, erreicht hatte, würde er fort sein. Von diesem Moment an würde er auf seiner Suche auf sich gestellt sein, auf seiner Suche nach der legendären Macht in sich, die zwei niedere Mitglieder seiner Rasse schon gefunden hatten.

Lord Briefs war ziemlich entgegenkommend gewesen, als Vegeta sein Ersuchen beschrieben hatte, oder besser, seine Forderung ihm die Überfahrt auf einem Schiff zu erlauben und die Nachricht seines Freispruchs zu verbreiten. Das letzte, was er jetzt gebrauchen konnte, war, dass jemand ihn jagte und tötete, wen er gerade beschlossen hatte, dass er nicht mehr sterben konnte.

Es hatte nur eine Bedingung gegeben, die er akzeptierten musste bevor der Lord seinen Bedingungen zugestimmt hatte. Irgendwie verwunderte ihn die Tatsache, dass Lord Briefs sein Grunzen als Zustimmung angesehen hatte, sehr. Was, wenn er sein versprechen nicht hielt? Würden sie wieder anfangen ihn zu jagen? Selbst wenn, solange er sich ruhig verhielt, würden sie ihn niemals finden können.

Vegeta wollte gerade auf die Planke treten um auf das Schiff zu kommen, als er Fußschritte hinter sich hörte. Ohne sich überhaupt umzuschauen, wusste er, wer es war.  Bulma konnte nicht glauben, wie viel Glück sie hatte, als sie zusammen mit Goku, der ihr angeboten hatte, sie dorthin zu begleiten, beim Hafen ankam und sah, dass das Schiff noch nicht abgelegt hatte und das Vegeta noch am Kai stand. Sie beschleunigte ihre Schritte, in der Hoffnung, dass er nicht verschwunden war, wenn sie beim Schiff ankam, doch sie wurde wieder langsamer, als er stehen blieb. Sie bemerkte, dass Goku direkt hinter ihr war, doch es war ihr egal. Sie wollte nur diese Möglichkeit sich zu verabschieden.

Ihr Herz begann sofort schneller zu schlagen, als er sich umdrehte und ihre blauen Augen seine dunklen trafen. „Vegeta“, flüsterte sie atemlos.

„Weib“, grüßte er sie mit einem Nicken. „Kakarotto.“

„Vegeta,“ entgegnete Goku. Dann flüsterte zu Bulma: „Ich bin bei der Kutsche, wenn du mich brauchst.“

Sie verfielen in ein Schweigen, nachdem Goku sich zurückgezogen hatte, da Bulma einfach nicht die Worte fand, die sie sagen wollte. Sie hatte sie in der Kutsche auf dem Weg zum Hafen immer und immer wieder wiederholt. Es gab so viele Dinge, die sie zu ihm sagen wollte. Dass sie ihn liebte. Dass sie ihn brauchte. Dass er nicht gehen sollte. Aber all diese Worte waren weg.

Bulma war wieder am Boden zerstört gewesen, als ihr Vater ihr von Vegetas Ersuchen, die Stadt zu verlassen, erzählt hatte, doch er hatte versucht sie aufzumuntern, indem er ihr versprach, dass Goku sie an diesem Abend zum Hafen bringen konnte um sich zu verabschieden. Es hatte irgendwie geholfen zu wissen, dass sie das tun konnte und auch, dass, selbst wenn er nicht an ihrer Seite war, er immerhin lebte.

Ihre Gedanken wanderten zurück zu der Zeit, als sie ihn das erste Mal getroffen hatte und ein kleines Grinsen huschte über ihr Gesicht. Oh, wie sie ihn da gehasst hatte! Er war die ganze Zeit so arrogant gewesen und sie hatte ihn für einen kaltherzigen Mörder gehalten, doch langsam hatte sie angefangen eine Seite an ihm zu erkennen, die die anderen vorher noch nicht erkannt hatten. Sie hatte bemerkt, dass er nicht so kalt war, wie er vorgab, dass sie unter seinem harten Äußeren ein Herz finden konnte. Er hatte sie immerhin die ganze Zeit mit Essen versorgt, selbst nach ihrem verfehlten Fluchtversuch auf Namek, und er hatte sich um sie gekümmert, nachdem er sie vor Nappa gerettet hatte. Als sie zusammen gewesen waren, hatte sie ihn wirklich gesehen, den wirklichen Vegeta, und sich in ihn verliebt. Sie wusste noch immer nicht viel von seiner Kindheit, doch sie glaubte, dass sie das Wesentliche kannte und wusste, dass es wirklich eine große Leistung war, nach all dem, was er erlebt hatte, sich noch sorgen zu können.

Sie bewunderte ihn dafür.

Bulma öffnete ihren Mund, in der Hoffnung, dass sie die richtigen Worte finden würde um ihn davon zu überzeugen zu bleiben, doch dann dachte sie noch einmal darüber nach und trat stattdessen auf ihn zu um ihre Lippen auf seine zu pressen. Zuerst schien sie ihn überrumpelt zu haben, doch nach ein paar Sekunden ließ er sich ebenfalls in dem Kuss gehen. Bulma konnte alles fühlen, was er ihr nicht sagen konnte. All die Gefühle und Emotionen, die normalerweise tief in ihm begraben waren. Und plötzlich machte sie sich keine Sorgen mehr. Irgendwie gab es ihr das Gefühl, dass sie wirklich geliebt und sich um sie gesorgt wurde. Sie wusste einfach, dass am Ende alles gut würde.  

~*~  

Vegeta stand am Bug des Schiffes und starrte in den Nachthimmel hinaus, während die Männer um ihn herum arbeiteten. Sie hatten den Hafen erst vor wenigen Minuten verlassen. Ein Grinsen zog an seinen Lippen, als er wieder auf die kleine Notiz schaute, die das Weib ihm zugesteckt hatte bevor er an Bord des Handelsschiffes gegangen war.

‚Du bist wirklich legendär, Vegeta. Hör niemals auf daran zu glauben, weil ich es weiß. Ich habe dich gesehen. Lach mich nicht aus, aber ich habe einen goldenen Engel gesehen, der mich vor dem Ertrinken gerettet hat. Gib die Hoffnung nicht auf.

In Liebe

Dein Weib’

Er hatte zuerst geschnaubt, als das gelesen hatte. Ein goldener Engel! Aber dann hatte es ihn plötzlich wie der Schlag getroffen. Wie er diesen Sturm überlebt hatte. Wie er es geschafft hatte, nicht nur sich sondern auch das Weib zu retten. Wenn was sie schrieb wahr war, würde es ihn von einer schweren Bürde befreien. Wenn was sie schrieb wahr war, war sein Schicksal nicht verloren. Er war nicht länger nichts.

Mit der Notiz wieder ordentlich gefaltet und sicher in einer seiner Hosentaschen verwahrt, ließ er den Wind in sein Gesicht wehen und fühlte sich das erste Mal seit langer Zeit frei.

Ich werde nicht aufhören, daran zu glauben, Weib. Ich werde die Hoffnung nicht aufgeben. 

~*~ 

 Es waren Tränen in Bulmas Augen zu sehen, als sie zu der Kutsche zurückkehrte, wo Goku noch immer geduldig auf sie wartete. Er war einen Moment lang um sie besorgt, doch sah dann ein Lächeln auf ihren Lippen. Er legte eine tröstende Hand auf ihre Schulter und fragte: „Geht es dir gut?“

Sie nickte schwach und lächelte ihren besten Freund an, als sie ihre Hand auf seine legte. „Ja. Ich glaube schon... Ich vermisse ihn nur schon... Und ich...“ Bulma atmete einmal zittrig durch. „Ich weiß, es klingt egoistisch, aber ich will, dass er hier ist, wenn unser Kind aufwächst. Ich will nicht, dass unser Kind niemals seinen Vater kennen lernt...“

Zu ihrer großen Überraschung, warf Goku ihr ein breites Grinsen zu. „Darum würde ich mir keine Sorgen machen. Glaub mir...“

Kapitel 46 (Teil II): Die Verhandlung

jchan82 17 Juli, 2007 20:32 Fanfictions Permalink Trackbacks (0)

Es sah nicht gut aus.

 

Kaiou schloss seine Augen und atmete tief durch, wobei er den Ankläger, einen der übereifrigsten Männer bei Gericht, der jedes einzelne Verbrechen ohne Ausnahme auflistete, bei denen es bekannt war, dass Vegeta sie begangen hatte, ignorierte. Die Liste schien endlos zu sein und der Kläger las schon seit mehreren Minuten und dröhnte in seiner perfekten Sprechweise, die sehr schön seine perfekt gebügelte Kleidung und adrett weiße Perücke ergänzte, weiter.

Zuerst, am Anfang der Verhandlung, hatte Goku die Möglichkeit erhalten, den Richter und das ganze Gericht über die guten Taten, die Vegeta in ihrer Mission gegen Frieza und dem Kampf gegen den Jinzoningen Cell geleistet hatte, zu informieren und ihnen auch davon zu berichten, dass Lady Bulma von ihm nicht verletzt wurde. Natürlich, genauso wie er es schon vorher gesagt hatte, verheimlichte Goku ihnen, dass er und Gohan diejenigen gewesen waren, die diese Bedrohungen besiegt hatten.

Die Mitglieder des Gerichthofes schienen von dem, was sie gehört hatten, beeindruckt gewesen zu sein, doch sobald der Ankläger dran gewesen war, sprachen sämtliche Beweismittel gegen den Piraten und übertrafen die guten Taten mit mindestens fünfzig zu eins. Wenn die Verhandlung weiter so verlief, gab es keinen Zweifel an der Hinrichtung, die am folgenden Tag stattfinden würde.

Schließlich war der Kläger mit seiner Liste fertig und faltete sie ordentlich, bevor er sie auf den Tisch vor Richter Emna, einem ungewöhnlich großen Mann, der ziemlich bedrohlich aussah, legte, als Beweis für Vegetas Verbrechen. „Wie Ihr sehen könnt, Euer Ehren, ist dieser Pirat seiner Verbrechen eindeutig schuldig. Nicht einmal Son Goku, sein Verteidiger, behauptet etwas anderes. Selbst wenn ich die Verbrechen, die Vegeta in seinem Leben begangen hat, nicht genannt hätte, wissen wir alle, dass er ein Pirat ist und außerdem, allein die Tatsache, dass er ein Saiyajin ist, ein Mitglied der ruchlosesten Rassen auf der Erde, sollte genug sein, um ihn zu Tode zu—“

Man konnte ein lautes Räuspern hören und alle Köpfe wandten sich Son Goku zu, der von seinem Stuhl aufgestanden war und nun nach vorne lief, wo sein Gegner vor dem Richter und den Mitgliedern des Gerichtshofes stand. „Es tut mir Leid, Euer Ehren, doch ich muss dem, was gerade gesagt wurde, widersprechen. Die Tatsache, dass Vegeta ein Saiyajin ist, ist eindeutig nicht genug, um ihn hinzurichten. Denn, wenn es genug wäre, würden sich zwei weitere Personen aus diesem Saal morgen auf den Galgen zu ihm gesellen.“

„Wovon sprecht Ihr, Son Goku?“, fragte Richter Emna ihn in seiner gewöhnlich dröhnenden Stimme. „Wollt Ihr damit sagen, dass zwei weitere Saiyajins nicht nur leben, sondern auch in diesem Saal sind?“

Leises Geflüster brach unter den Mitgliedern des Gerichtes und den wenigen Gästen, die zuschauen durften, aus. Sie fragten sich alle das gleiche – wer waren diese beiden Saiyajins?

Kaiou hörte ein leises Seufzen neben sich und sah, dass Lord Briefs müde seine Augen geschlossen hatte. Sie hatten früher am Morgen miteinander gesprochen, über die Verhandlung und natürlich auch über die Beziehung des Piraten zu seiner Tochter und der Lord war zu der Entscheidung gelangt, dass, obwohl er seine Tochter glücklich wissen wollte, er nicht einfach die Entscheidung des Richters überstimmen konnte, wenn eindeutig alle Beweise gegen Vegeta sprachen. Bulma würde jemand anderen finden, irgendwann. Lord Briefs hatte gesagt, er wäre sich dessen ziemlich sicher. Sie war eine intelligente und schöne junge Frau und sie hatte schon einmal Liebe gefunden, warum sollte sie sie nicht wieder finden? Es war ja nun nicht so, dass sie eine ständige Erinnerung an Vegeta hatte, wenn er tot war. Sie würde bald über ihn hinwegkommen und ihn vergessen.

Zur gleichen Zeit bemerkte der Admiral, dass Bardock, der auf seiner anderen Seite saß, sich anspannte und sich gerade hinsetzte, offensichtlich bereit auf was immer geschehen mag zu reagieren. Der Admiral warf ihm nichts vor – der Saiyajin war schon zu viele Jahre wie ein Tier eingesperrt gewesen und hatte gerade seine Freiheit wiedererlangt. Wenn sie ihn und Goku wirklich wegen dem, was sie waren, festnehmen und hinrichten wollten, war er sich sicher, dass er kämpfen würde um auszubrechen.

Doch Kaiou vertraute Goku, dass er wusste, was er tat. Er musste wissen, dass er nicht nur sein eigenes Leben riskierte, sondern auch das Leben seines Vater und vielleicht sogar Gohans, wenn die Öffentlichkeit jemals herausfand, dass Goku sein leiblicher Vater war, indem er offenbarte wer, oder noch wichtiger, was er wirklich war.

Das war genau der Grund, weswegen Kaiou Gokus Herkunft verheimlicht hatte – die Reaktionen und Vorurteile der anderen.

„Ja, das will ich damit sagen. Vegeta ist heute nicht der einzige Saiyajin hier.“ Goku schaute zu dem engen, mannshohen Käfig, in dem Vegeta für die Dauer der Verhandlung eingeschlossen war, und ihre Blicke trafen sich kurz. Gokus Lippen zuckten ein wenig, als er den flüchtigen Ausrutscher in der gleichgültigen Maske des anderen Saiyajins bemerkte. Seine Augen hatten einen Moment lang verwirrt und wütend ausgesehen, als ob er ihn fragen wollte, was zum Teufel er da tat, bevor sie wieder gleichgültig wurden. „Falls Ihr wirklich glaubt, die Zugehörigkeit zu der Rasse der Saiyajins sei der Grund dafür, böse zu sein, dann müsst Ihr auch mich und meinen Vater zu Tode verurteilen.“

Alles war für wenige Sekunden still, doch dann brach eine laute Aufruhr aus; einige riefen protestierend aus, andere ungläubig, doch der einzige Mann, der sprachlos zu sein schien, war der Ankläger. Er konnte offensichtlich nicht glauben, dass der berühmte Enkel des legendären Seefahrers Son Goku einer von ihnen sein sollte, einer der Saiyajins, denn nun war alles, was er gesagt hatte, vergeblich gewesen.

Alle kannten Son Goku und diejenigen, die die Möglichkeit gehabt hatten, Bardock, seinen lang vermissten Vater, kennen zu lernen, so wie er kurz bevor die Verhandlung begann, als sie noch auf die Ankunft des Gefangenen gewartet hatten, hatten herausgefunden, dass der ältere Mann überhaupt nicht so war, wie die Gerüchte über die Saiyajins es besagten. Obwohl nun das meiste Sinn machte, zum Beispiel der Erfolg, den der junge Seemann in seinem Alter hatte oder seine Kraft, gab es nichts, das auch nur im Geringsten darauf hinwies, dass er zu der mörderischen Rasse gehörte, die sie alle zu fürchten gelernt hatten. Son Goku war ein guter Mann, war schon immer einer gewesen und würde höchstwahrscheinlich immer einer sein.

Es war nun unmöglich Vegeta aufgrund seiner Herkunft zu verurteilen.

„RUHE!“, brüllte Richter Emna und schlug mit dem hölzernen Hammer auf seinen Tisch, womit er die Mitglieder seines Gerichtes effektiv verstummen ließ. „Ist das die Wahrheit, Son Goku? Seid Ihr ein Saiyajin?“

Goku nickte bloß. „Das bin ich, obwohl ich es selbst erst vor wenigen Monaten herausgefunden habe. Euer Ehren, ich habe während meiner Mission viele wichtige Dinge gelernt und eines dieser Dinge ist, dass nicht alle Saiyajins böse sind. Bevor Frieza erschienen ist, waren sie eine ziemlich, ich wage es zu sagen, friedliche Rasse, doch dann wurden die meisten korrumpiert, entweder aus Furcht oder durch Versprechen von Macht. Mein Vater gehörte zu der kleinen Gruppe der Saiyajins, die sich ihm entgegengestellt hatte, doch er musste dafür bezahlen, indem er fünfundzwanzig Jahre lang in Friezas berüchtigten Kerker eingesperrt wurde. Vegeta war noch ein Kind gewesen, als Frieza an die Macht über die Saiyajins gelangt war und er wurde als Schüler an das Biest übergeben, in der Hoffnung, dass Frieza sie am Leben lassen würde, aber Ihr wisst alle, was geschehen ist. Was ich damit sagen will, ist, dass es nicht Vegetas Schuld ist. Er hatte keine andere Wahl als zu dem Mann zu werden, der er heute ist, doch er hat begonnen, sich zu ändern. Die Veränderungen sind klein und fein, doch ich kann sie erkennen. Er ist nicht mehr der ruchlose Mörder, der er mal war. Wenn er die Möglichkeit bekommt, kann er zu einem Teil dieser Gesellschaft werden. Er kann mehr tun, um seine Erlösung zu finden. Er kann und wird ein guter Mann sein.“ 

 ~*~ 

Bulma lief in dem kühlen Flur nervös auf und ab und umarmte sich selbst um nicht zu zittern. Die Sonne schien durch die großen Fenster nahe der Decke des hohen Flures, doch nicht einmal ihre Wärme half ihr, sich besser zu fühlen. Drei lange Stunden waren schon vergangen, seit Goku und Vegeta hinter dieser Tür verschwunden waren und sie hatte schon vor etwa einer Stunde aufgegeben, untätig auf der hölzernen Bank herumzusitzen.

Sie fragte sich, was dort drinnen vor sich ging. Es hatte Zeiten gegeben, wenn es dort drinnen laut gewesen war, doch auch andere, wenn sie nichts hören konnte. Sie wusste nicht, was schlimmer gewesen war – sie alle auf einmal reden zu hören und nichts zu verstehen oder die Stille. Unglücklicherweise war die Tür zu dick, daher konnte sich auch nicht hören, was gesagt wurde, wenn weder Aufruhr noch komplette Stille herrschte. Sie wollte einfach nur, dass diese Verhandlung endete und Goku herauskam und ihr erzählte, dass alles gut würde, dass sie Vegeta von seinen Verbrechen freigesprochen hatten und dass sie ihr glückliches Ende haben würde.

Es sollte nicht so lange dauern.

Sobald dieser Gedanke durch ihren Kopf geschossen war, hörte sie ein leises Knarren und wirbelte herum, um mit weiten Augen zu beobachten, wie die Tür geöffnet wurde und mehrere Männer herauskamen. Die meisten kannte sie, wenn nicht bei Namen, denn, weil sie sie im Palast gesehen hatte, doch sie ignorierten sie alle, als sie schweigend an ihr vorbeigingen.

Ihre Augen wanderten zurück zu der Tür und ihr Herz begann schneller zu schlagen, als sie sah, wie Goku über die Schwelle trat. Er schaute sich nach ihr um, doch als sich ihre Blicke trafen, sank ihr Herz. Der geschlagene Blick auf seinem Gesicht war nicht richtig – er sollte überglücklich aussehen, dass er die Verhandlung gewonnen hatte. Doch bei seinem leichten Kopfschütteln, brach ihre Welt zusammen. Tränen traten in ihre Augen und sie presste sie zusammen und schüttelte heftig mit dem Kopf. „Nein...“, murmelte sie. „Nein... NEIN!”

Plötzlich fühlte sie, wie sie fest aber sanft in die Arme genommen wurde. „Es tut mir Leid, Bulma, es tut mir so Leid... Ich hab mein bestes getan, doch es ist nicht genug gewesen.“

„Nein...“, murmelte Bulma noch immer, da sie nicht glauben wollte, dass es einfach so endete. All ihre Versprechungen waren Lügen gewesen. Sie öffnete ihre Augen wieder und wandte ihren Kopf zur Seite, um an Goku zur Tür hin vorbeizuschauen, wo genau in diesem Moment Vegeta abgeführt wurde. „Vegeta!“, rief sie. Sie wollte, dass er ihr sagte, dass alles gut werden würde, dass es nur ein Fehler war und dass er innerhalb weniger Stunden frei sein würde. Doch tief im Inneren wusste sie, dass Vegeta das niemals sagen würde. Er reagierte noch nicht einmal auf ihre Rufe, sondern hielt seinen Kopf erhoben. Sie begann gegen Gokus starken Griff zu kämpfen, als sie wieder rief: „Vegeta! Nein! Lass mich los, Goku! Vegeta! Warte! Ich muss mit ihm reden! Nein! VEGETA!”

Bulma schaffte es beinahe sich zu befreien, da Goku es nicht übers Herz brachte, sie weiter festzuhalten und sie in solchen Schmerzen zu sehen, doch sie spürte dann eine Hand auf ihrer Schulter und schaute in die entschuldigenden dunklen Augen ihres Vaters. „Bulma...“

„Daddy...“ Plötzlich fühlte Bulma sich, als ob sämtliche Energie sie verließ und ihre Beine unter ihr nachgaben und sie bemerkte gerade noch, dass Gokus Hände sie auffingen, bevor sie zu Boden sank und alles um sie herum schwarz wurde.  

~*~  

Ein feuchtes Tuch auf ihrer Stirn.

„Es ist so schrecklich...“

ChiChi...

„Ich weiß. Ich wünschte, es wäre anders, dass ich mehr getan hätte...“

Goku...

Das Tuch auf ihrer Stirn wurde für wenige Sekunden weggenommen, bevor es wieder hingelegt wurde. Es war jetzt kühler. Beruhigend.

„Lady Bulma benötigt viel Ruhe. Nach den letzten anstrengenden Monaten war sie schon erschöpft gewesen, doch dieser Schock heute war der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen gebracht hat. Doch sagt mir bitte Bescheid, wenn sie aufgewacht ist. Ich muss ihr noch ein paar Fragen stellen...“

Eine bekannte Stimme. Ein Mann.

„Natürlich, Herr Doktor. Wir werden sofort nach Euch schicken.“

Ihr Vater...

Ein leises Stöhnen kam über ihre Lippen, als sie sich zwang, ihre Augen zu öffnen. Das war schlimmer, als von den Toten aufzuwachen.

„Sie wacht auf“, sagte ChiChi.

Wo war sie? Endlich waren ihre Augen offen und wanderten durch das Zimmer. Sie ruhten kurz auf ihren Eltern, dann auf ChiChi und auf Goku, der elendig aussah. Die letzte Person in dem Raum, der Mann mit der bekannten Stimme, war ihr Familienarzt, ein älterer Mann mit einer kleinen runden Brille, den sie seit ihrer frühen Kindheit kannte und der sie immer behandelt hatte, als sie krank gewesen war. Dann wanderten ihre Augen weiter und sie bemerkte sofort, dass sie in ihrem eigenen Zimmer im Palast war.

„Was ist passiert?“, flüsterte sie, als sie versuchte sich daran zu erinnern, was sie getan haben könnte, um in ihrem Bett zu landen und dass ihre beiden Freunde, ihre Eltern und ihr Arzt sich um sie kümmerten. Eigentlich dauerte es nur den Bruchteil einer Sekunde, doch ihr kam es so vor, als ob mehrere Minuten vergangen waren, bis alles zurückkam. Nein! Sofort waren die Tränen zurück in ihren Augen und sie fühlte, wie eine an ihrer Wange herunterlief. „Vegeta...“

Keiner der anderen wagte es, ihren Blick zu treffen, doch ihr Arzt setzte sich auf das Bett und sagte in seiner weichen Stimme: „Ich habe von der... Beziehung zwischen Euch und dem Piraten gehört und es tut mir Leid, dass es so enden musste. Aber Ihr solltet Euch nicht aufregen. Es wäre nicht gut für Eure Gesundheit...“

Bulma wollte schreien, ihn anschreien, dass ihr ihre Gesundheit egal war, wenn der Mann, den sie liebte, sterben wollte, doch stattdessen schniefte sie nur und nickte einmal. Ihr Gehirn arbeitete schon wieder und versuchte eine Lösung für dieses Problem zu finden und es dauerte nicht lange, bis sie eine fand.

„Gut... Lady Bulma, ich muss Euch ein paar Fragen stellen, bezüglich Eures Aufenthalts auf dem Schiff und Eurer Gesundheit während und nach der Gefangenschaft. Ist das in Ordnung?“ Wieder nickte Bulma nur und der Arzt schien erleichtert zu sein. „Das ist gut. Nun, möchtet Ihr, dass Eure Eltern und Freunde dabei sind oder wünscht Ihr, dass wir das unter vier Augen erledigen?“

„Unter vier Augen“, flüsterte Bulma. „Aber erst möchte ich gerne mit Goku sprechen. Auch unter vier Augen, wenn das möglich ist.“

Ohne irgendetwas zu sagen stand der Arzt wieder von dem Bett aus und scheuchte ChiChi und Bulmas Eltern aus dem Zimmer, wobei nur sie und Goku zurückblieben. Er kannte sie seit sie ein kleines Kind war, fast seit ihrer Geburt, und er wusste, dass es besser wäre, ihren Wünschen in solch einer Situation nachzugeben, ansonsten würde sie sich nur noch mehr aufregen.

Die Tür schloss sich mit einem leisen Klicken und Goku seufzte, als er mit seiner Hand durch sein wildes schwarzes Haar fuhr. Er schien müde zu sein, bemerkte Bulma, und es war nichts von dem gewöhnlichen Funkeln in seinen dunklen Augen zu sehen. „Es tut mir Leid, Bulma.“

Mit einem Kopfschütteln sagte sie bloß: „Es war nicht deine Schuld, Goku. Du hast dein bestes getan. Ich weiß es. Du wärest nicht Son Goku, wenn du es nicht getan hättest.” Ein kleines Lächeln erschien auf ihren Lippen, in der Hoffnung, dass es ihren Freund beruhigen würde. „Und ich wollte dir dafür danken, dass du es versucht hast.“

„Tu das nicht... Es hat nicht funktioniert... Ich wünschte nur…” Er atmete einmal tief durch und schloss seine Augen für einen kurzen Moment. „Ich wünschte nur, es gäbe etwas, das ich tun könnte...“

„Es gibt etwas...“, flüsterte sie, traf aber nicht seinen Blick. „Es gibt etwas, das du für mich tun könntest. Wenn du es nicht tun willst, werfe ich es dir nicht vor, aber...“

Goku setzte sich auf das Bett, auf genau die gleiche Stelle, die der Arzt vor wenigen Minuten verlassen hatte, und nahm sanft ihre Hand. „Ich höre...“

Bulma wies ihn an, sich hinunterzulehnen und er gehorchte ihr und erlaubte ihr etwas in sein Ohr zu flüstern. Er verspannte sich kurz, doch nickte schließlich, als Bulma schwieg. Sie warf ihm ein dankbares Lächeln zu und er drückte ihre Hand noch einmal, bevor er das Zimmer ohne ein weiteres Wort verließ um den Arzt wieder hineinzuschicken. Es war ein entschlossener Blick auf seinem Gesicht. Heute Abend hatte er eine letzte Mission zu erfüllen.

Bulma seufzte und zwang ein Lächeln auf ihre Lippen, als ihr Arzt wieder in das Zimmer trat und die Tür hinter sich schloss. Er setzte sich auf einen der Stühle und Bulma ertrug mehr oder weniger geduldig die Fragen, die er ihr über ihren Aufenthalt auf dem Schiff stellte.

Widerwillig enthüllte sie, dass einer der Piraten sie beinahe vergewaltigt hätte, doch das Vegeta gerade rechtzeitig eingegriffen hatte. Er fragte sie mehr danach, über ihre Beziehung und Bulma gab mit einem tiefroten Gesicht zu, dass sie miteinander geschlafen hatten. Von diesem Moment an hakte der Arzt weiter nach und zwang Bulma fast sich zu öffnen, indem er zu ihr sagte, dass er keine ordentliche Diagnosis stellen konnte, wenn sie ihm nicht alles erzählte. Daher fand er beinahe alles heraus, da Bulma nur ihren Tod ausließ.

Schließlich erzählte sie ihm auch von ihren Gesundheitsproblemen auf dem Weg zurück, von ihrer Schlaflosigkeit und Übelkeit. Sie versuchte das Kratzen des Federkiels zu ignorieren, als er jedes Wort von ihr dokumentierte, während sie sprach, und erst innehielt, als sie den Punkt ihrer plötzlichen Ohnmacht nach der Verhandlung erreichte.

„Danke, Lady Bulma“, sagte er mit einem schmalen Lächeln auf seinem Gesicht. „Ich weiß, dass es Euch nicht leicht gefallen ist, mir all das zu erzählen, aber darf ich eine letzte Frage stellen?“

„Natürlich...“

„Darf ich fragen, wann Ihr Eure letzte Periode hattet?“

Bulma blickte ihn mit weiten Augen an. Das war sicherlich keine Frage, die sie erwartet hatte. „Ich- ich...“, stotterte sie, als sie versuchte, sich zu erinnern. Es dämmerte ihr langsam, dass es schon ziemlich lange her war... Nur wie lange? Sie hatte bei all den Geschehnissen nicht gemerkt, dass sie sie nicht gehabt hatte, nicht einmal auf ihrer Heimreise. Vielleicht hatte ihr Unterbewusstsein die Abwesenheit ihrer Periode als Folge des Stresses, der ihr auferlegt worden war, abgetan, doch nun, da sie darüber nachdachte... „Meint Ihr... Vermutet Ihr, dass ich...“

„Lady Bulma, wann?“

Nachdem sie einmal tief durchgeatmet hatte, gab Bulma zu: „Das letzte Mal war gewesen, bevor Vegeta und ich Liebhaber wurden.“

„Das habe ich mir gedacht“, seufzte der Arzt und nahm seine Brille ab, um sie zu säubern. Er zögerte ein paar Sekunden lang, bevor er sie wieder auf seine Nase setzte und fortfuhr: „Ich nehme an, Ihr wisst schon, was ich Euch jetzt mitteilen werde. All Eure Symptome deuten auf eine Diagnose hin. Lady Bulma, ihr tragt das Kind des Piraten. Ihr seid schwanger.”

Kapitel 46 (Teil I): Die Verhandlung

jchan82 17 Juli, 2007 20:23 Fanfictions Permalink Trackbacks (0)

Kapitel 46: Die Verhandlung

„So, wer ist nun diese Freundin, die ich treffen soll?“, fragte Bardock neugierig, als er Goku quer über den Hinterhof des Herrenhauses von dem Admiral folgte.

 

Goku warf ihm über seine Schulter ein Grinsen zu und antwortete mit einem Schulterzucken: „Du wirst schon sehen.“

Son Goku hatte an diesem Tag außergewöhnlich Laune. Vielleicht deswegen, weil er endlich bemerkt hatte, dass er nach einer langen und anstrengenden Reise wieder zu Hause war. Vielleicht deswegen, weil die Sonne hell schien, ohne dass man eine Wolke am Himmel sehen konnte. Oder vielleicht auch deswegen, weil er mit seiner Verlobten in seinen Armen eine wundervolle Nacht erlebt hatte. Er war sich nicht sicher, und um ehrlich zu sein, es war ihm auch so ziemlich egal, doch er zweifelte stark daran, dass ihm irgendetwas heute diesen guten Tag verderben könnte.

Es war kurz nach Mittag. Goku hatte den Morgen mit ChiChi und Gohan in den Gärten von Gyuu Maos Landhaus verbracht, einfach als Familie. Er hatte diese wenigen Stunden wirklich genossen und er hatte dort seine endgültige Entscheidung getroffen.

 

Er würde nicht mehr zur See fahren. Nie mehr. Sein Zuhause, seine Familie war hier. Nachdem er schon genug von ihren Leben verpasst hatte, nachdem er Gohans erste Schritte und Worte nicht mitbekommen hatte, konnte er es nicht ertragen, noch mehr zu verpassen. Als Seemann würde er Monate, oder vielleicht auch Jahre von seiner Familie getrennt verbringen müssen und das war unzumutbar. Es wurde Zeit, sich niederzulassen, eine andere Beschäftigung zu finden und dann, sobald er und ChiChi verheiratet waren, in ihr eigenes Haus zu ziehen. Seine eigenen Ersparnisse und das Geld, das sein Großvater ihm hinterlassen hatte, sollte genügen, um ein nettes Haus und etwas Land für seine Familie zu kaufen.

Ein Lächeln erhellte sein ganzes Gesicht, als er an seine Zukunft mit seiner Familie dachte. Nun, um alles perfekt zu machen, musste er Bulma nur noch helfen, so glücklich zu sein wie er. Und er konnte das nur schaffen, indem er sein bestes tat Vegeta vor Gericht zu verteidigen. Die Verhandlung war für den nächsten Tag angesetzt und sie sollte um Punkt zehn Uhr beginnen, wie Admiral Kaiou ihm mitgeteilt hatte, als er ihn und seinen Vater vor wenigen Minuten getroffen hatte.

Nun als er darüber nachdachte, bemerkte er, dass der Admiral und sein Vater sich scheinbar ziemlich gut verstanden. Ehrlich gesagt, wusste Goku nicht, was er von dieser Entwicklung halten sollte.

Sie erreichten ihr Ziel innerhalb weniger Minuten und Bardock blickte seinen Sohn misstrauisch an, als er das Gebäude, auf das sie zuliefen, als Stallungen erkannte. Mehrere Jungs und Jugendliche rannten herum, wobei die älteren von ihnen seinen Sohn im Vorbeigehen begrüßten. Der Geruch von Pferden und Stroh erreichte seine Nase und irgendwie war es ein beruhigender Geruch. Es roch so nach Leben, im Unterschied zu dem Geruch, den er während der letzten fünfundzwanzig Jahre seiner Existenz hatte ertragen müssen.

Er hatte auf Friezas Insel selbst ein Pferd gehabt, bevor Friezas Männer in gefangen genommen hatten, und er fragte sich, was aus dem Hengst, den er sein Eigen genannt hatte, geworden war. Es war ein gutes Tier gewesen, immer treu, doch auch ziemlich temperamentvoll. Sein Temperament hatte dem Hengst auch seinen Namen gegeben – Seishin. Trauer wusch über ihn, als er erkannte, dass Seishin schon lange tot sein musste. Er war pechschwarz gewesen, genauso wie eine sternenlose Nacht und doch, im Licht des Mondes, hatte sein rabenschwarzes Fell beinahe dunkelblau geleuchtet.

Ein tiefer Seufzer entkam seinen Lippen, was Goku dazu bewegte, ihn besorgt anzuschauen. „Geht es dir gut, Vater?“

Bardock schaute auf und warf seinem Sohn ein beruhigendes Lächeln zu, obwohl es seine Augen nicht erreichte. „Keine Angst, mein Sohn. Ich erinnere mich nur gerade an ein paar Dinge. Arbeitet deine Freundin hier?“

„So könnte man das auch sagen“, antwortete Goku, noch immer mit einem mysteriösen Grinsen auf seinem Gesicht. „Folg mir einfach.“

Und er folgte ihm, als Goku in die Stallungen trat und direkt zu einer Box am Ende des Gebäudes ging. Er hob verwirrt eine Braue, als sein Sohn sich einfach über die hölzerne Trennwand lehnte und mit seiner Zunge schnalzte. Als er neben seinem Sohn zum Stehen kam, sah er nun auch die wunderschöne weiße Stute, die in der Box lag. Sie hatte ihnen ihren Kopf zugewandt und stand nun auf. „Gehört sie dir?“

„Ja“, antwortete Goku, der sanft an ihrem langen Hals entlang strich. „Das ist Chikyuu. Chikyuu, das ist mein Vater. Ich hoffe, ihr werdet euch verstehen.”

„Na du, Mädchen“, murmelte Bardock sanft, als er seine Hand vor ihren Nüstern hob. Die Stute schien wenige Sekunden lang zu zögern, doch schließlich stieß sie die Hand des älteren Mannes an, entweder um ihn zu akzeptieren oder um nach etwas zu Fressen zu suchen. „Sie ist wunderschön.“

„Das ist sie, nicht war?“, sagte sein Sohn liebevoll. „Sie zurückzulassen war immer der schwerste Teil, wenn ich zur See fuhr. Doch sie hat mich nie vergessen. Nur manchmal, wenn ich etwas länger fort war, war sie ein wenig eingeschnappt und hörte für ein paar Tage nicht auf mich, aber das wird sich jetzt ändern, nicht wahr, Mädchen? Ich werde hier bleiben.“

Bardock blickte seinen Sohn bedächtig an. Er hatte während des Abendessens und danach am vorherigen Abend mit Admiral Kaiou ein langes Gespräch geführt. Kaiou war ein guter Mann und wie jeder machte auch er Fehler. Seinem Sohn seine Herkunft zu verheimlichen war nur einer gewesen, doch ein großer. Doch nachdem er die Geschichte von dem Standpunkt des Admirals aus gehört hatte, konnte Bardock sie beide verstehen.

Kaiou sorgte sich um seinen Sohn, so viel war von der Art her, wie er die ganze Zeit von ihm gesprochen hatte, sichtbar und Bardock war sich sicher, dass der Admiral nur das Beste für Kakarotto gewollt hatte, als er sich entschlossen hatte, seine Herkunft für sich zu behalten. Er hatte den Jungen, Jugendlichen und später jungen Mann beschützen wollen.

Auf der anderen Seite war sein Sohn durch diese Taten verletzt worden, indem er durch den einen Mann, den er so sehr vertraut hatte, getäuscht worden war. Erst jetzt hatte Kakarotto akzeptiert, wer und, noch wichtiger, was er war und Bardock hoffte, dass sein Sohn dem Admiral irgendwann vergeben konnte.

„Du hast dich also entschlossen zu bleiben?“, hakte Bardock vorsichtig nach, während er die Stute hinter den Ohren massierte. Ein sanftes Schnauben entkam ihren Nüstern, als sie ihren Kopf beugte, um ihm besseren Zugriff zu gewährleisten.

Goku nickte, und das Grinsen war von seinem Gesicht verschwunden, als er antwortete: „Ich werde nicht mehr zur See fahren. Ich weiß noch nicht, was ich tun werde, aber ich möchte hier in der Westlichen Hauptstadt Arbeit befinden, am besten bevor ChiChi und ich heiraten.“

Bardock zögerte für einige Sekunden, bevor er schließlich sagte: „Admiral Kaiou hat mir angeboten, bei der Marine zu arbeiten. Er bat mich, junge Seemänner in der Kunst des physischen Kampfes und der Strategiewahl zu unterrichten. Er sagte auch, dass du gerne das gleiche machen kannst, wenn du nicht mehr zur See fahren willst. Er...“ Der Vater warf seinem Sohn einen flüchtigen Blick aus seinen Augenwinkeln zu und wartete auf irgendeine Reaktion, doch es war nur ein stoischer Ausdruck auf dem Gesicht des jungen Saiyajins. „Er erzählte mir, was du gesagt hattest, bevor du aufgebrochen warst. Dass du aufhören wolltest, für ihn zu arbeiten.“ Der Rest blieb ungesagt, doch Bardock wusste einfach, dass sein Sohn sich im Klaren darüber war, dass Kaiou ihm die genauen Worte, die Kakarotto vor wenigen Monaten benutzt hatte, mitgeteilt hatte.

Goku wandte seine Augen nicht von der Stute vor sich, die scheinbar den plötzlichen Stimmungswechsel bemerkt hatte, als sie Goku nun vorsichtig anstieß, als ob sie ihn aufheitern wollte, ab. Er fragte bloß, wobei er das ignorierte, was sein Vater zuletzt gesagt hatte: „Hast du das Angebot angenommen?“

„Das habe ich“, antwortete Bardock ehrlich. „Und du solltest das gleiche tun, oder es zumindest in Erwägung ziehen. Du bist ein aufgeweckter junger Mann, Goku.“ Goku schaute seinen Vater überrascht an. Das war das erste Mal gewesen, dass sein Vater ihn mit seinem menschlichen Namen angesprochen hatte. „Ich würde es hassen, dich bei einer Arbeit zu sehen, die deiner eindeutig nicht würdig ist. Du solltest auch an ChiChi und Gohan und all die anderen Enkel, die ich hoffentlich bekommen werde, denken. Denk... Denk einfach darüber nach, einverstanden?“

Mit einem Seufzer nickte Goku. Er hatte gewusst, dass er nicht viele Möglichkeiten hatte, die ihn zufrieden stellen und gleichzeitig genug Einkommen bringen würden, um seine Familie zu ernähren. Er war kein Kaufmann oder so etwas. Er war sein Seemann. Und viele meinten, er sei der beste in der Region, und die einzig andere Möglichkeit, die gute Bezahlung und erfüllende Arbeit bot, war die Marine. Er hatte lange und hart darauf hingearbeitet (nun, vielleicht nicht so lange wie andere, doch er hatte sich bei seiner Ausbildung viel Mühe gegeben) zu dem zu werden, der er heute war, und wenn er sich selbst gegenüber ganz ehrlich war, war er nicht wirklich bereit, das aufzugeben. Vielleicht war es das Richtige für ihn, sein Wissen und seine Erfahrung an andere junge Männer weiterzugeben, die zu dem werden wollten, was er war, obwohl er dann für den Admiral arbeiten müsste.

  

~*~ 

 Der folgende Morgen dämmerte hell und früh. Die Sonne war aufgegangen, seit sie sich am Horizont gezeigt hatte und schickte ihre Strahlen gnadenlos durch das kleine vergitterte Fenster direkt unter der Decke der Zelle an dem Fort. Sie bahnten sich ihren Weg hinunter zu dem Mann, der in dem schmutzigen Stroh lag, als ob sie ihn ärgern wollten. Doch der Mann war schon wach, schon seit mehreren Stunden, und er ignorierte die Sonnenstrahlen einfach, als ein Gedanke in seinem Kopf allgegenwärtig war.

Heute ist der Tag.

Admiral Kaiou war am vorherigen Tag persönlich vorbeigekommen um ihn die Zeit der Verhandlung mitzuteilen. Er hatte überhaupt nicht reagiert und es ohne zu blinzeln akzeptiert. Es gab nicht viel, was er dagegen tun konnte. Er hatte stark daran gezweifelt, dass sie ihn ohne eine Verhandlung gehen lassen würden und er zweifelte noch immer daran, dass sie ihn überhaupt gehen lassen würden. Er war kein Idealist. Er wusste, dass alle Beweise gegen ihn sprachen, egal was das Weib ihm versprochen hatte.

Du wirst nicht sterben müssen, wenn du es nicht willst.

Wie falsch sie doch lag. Sie würde es nicht schaffen, ihn aus dieser schlimmen Lage herauszuholen. Nur ein Wunder könnte ihm noch helfen und er glaubte nicht an Wunder, nicht einmal nach alle dem, was er erlebt hatte. Er wollte noch immer nicht sterben, doch der Tod wartete unausweichlich auf ihn. Der Wunsch an die Dragonballs ihn wiederzubeleben hatte ihm nur ein paar Wochen Aufschub gegeben. Sie würden ihn für all die Dinge, die er getan hatte, verurteilen, für all die Morde, die er begangen hatte, all die Zerstörung, die er verursacht hatte, als er Städte, Dörfer und Inseln angegriffen hatte. Er hatte das akzeptiert, da er ganz genau wusste, dass diese Verbrechen nicht wieder gut gemacht werden konnten, zumindest nicht durch zwei oder drei gute Taten. Es gab einfach keinen Ausweg.

Ich liebe dich.

Diese Worte hatte sie zum ihm gesagt, nur wenige Sekunden, bevor sie ihn verlassen hatte, als sie das letzte Mal miteinander gesprochen hatten. Er hatte sich danach ein wenig merkwürdig gefühlt. Irgendwie hatte er gespürt, wie sich etwas Warmes in seiner Brust ausgebreitet hatte und das ungewohnte Ziehen an seinen Lippen, was er schnell in ein Grinsen verwandelt hatte. Sein Herz begann schneller zu schlagen, als er sich jetzt wieder an ihre Worte erinnerte und da war auch noch dieses andere, unbekannte Gefühl, das er nicht ganz einordnen konnte... Es verursachte in ihm das Verlangen zu lächeln und Dinge zu tun, die er normalerweise nie tun würde, doch er gab diesem Gefühl nicht nach. Er war schließlich noch immer Vegeta, und Gefühle wie diese zu zeigen war etwas, was er niemals tun würde.

Doch noch nie hatte jemand zu ihm diese drei Worte gesagt und sie jetzt zu hören, wenn sein Leben verwirkt war, war irgendwie ironisch. Als ein Kind von drei oder vielleicht vier Jahren hatte er sich danach gesehnt, diese Worte von seinem Vater zu hören, doch vergeblich. Dann, später, hatte er schnell gelernt, diese Gefühle zu missachten, da er wusste, dass sie ihm in seinen jungen Jahren viel Schmerz bereitet hatten. Doch nun hatte dieses Weib es irgendwie geschafft, sie wieder hervorzubringen, nur, dass es jetzt zu spät war...

Ein tiefes Schmunzeln entkam seinen Lippen, was den einsamen Wachmann in seinem Track verwirrt aufschauen ließ, doch Vegeta achtete nicht auf ihn. Es war ihm egal, was andere von ihm hielten. Für sie war er nur der Pirat, nur der Saiyajin. Sie wollten ihn sowieso tot sehen, weshalb also sollte er sich darum kümmern? Warum sollte er ihnen etwas zeigen, das nicht in ihre durch Vorurteile geprägte Welt passen würde?

Als Vegeta seine Augen schloss, merkte Vegeta schnell, dass er sie vor seinem inneren Auge sah, und spürte ihre Finger auf seinem Körper, ihre Lippen auf seinen, und, wenn er sich nur stark genug konzentrierte, konnte er sie sogar riechen, ihren Körper spüren und so tun, als ob das wirklich war, wenn auch nur für einen kurzen Moment. Sobald er vor Gericht stand, konnte er sich nicht erlauben, irgendwelche Gefühle zu zeigen. Er musste vollkommen gleichgültig sein, wenn sein Urteil verkündet wurde. Er konnte sich nicht erlauben, irgendjemandem eine Schwäche zu zeigen, wenn er sich dem Tod stellte.

„Vegeta, es ist soweit.“

Der Pirat öffnete seine Augen; er hatte den jüngeren Saiyajin schon an seiner Stimme erkannt; und stand vorsichtig auf, wobei er sich abstaubte. Wenn er sich schon seinem Richter und Henker stellte, wollte er zumindest unbeschmutzt auftreten, obwohl sich das schon als ziemlich schwierig erwies, da er noch immer gezwungen war, sein blutiges Hemd zu tragen und sich schon seit einer Ewigkeit nicht mehr gewaschen hatte.

Sein Gesicht war von einer gleichgültigen Maske bedeckt, als sich die Tür zu seiner Zelle öffnete und ein Wachmann eintrat und er reagierte nicht im Geringsten, als der Wachmann eiserne Fesseln um seine Handgelenke und Fußgelenke legte.

„Ich werde ihn jetzt übernehmen“, sagte Goku mit Autorität in seiner Stimme und blickte den Soldaten scharf an, als dieser nicht gehorchte. Die Wache verließ sofort die Zelle und Goku ergriff Vegetas Arm um ihn durch die vielen Korridore des Forts zu dem großen Gerichtssaal zu führen. Ihre Fußschritte und das Rasseln der Ketten hallten durch die Steinwände, als sie schweigend nebeneinander herliefen, doch sobald sie außer Hörweite waren, flüsterte der junge Mann: „Ich werde für Euch sprechen. Ich werde ihnen erzählen, wie Ihr uns mehrere Male geholfen habt und dass Ihr euch geändert habt. Ich versprach Bulma, dass ich mein bestes tun werde, um Euch hier raus zu bekommen, deshalb würde ich es sehr schätzen, wenn Ihr kooperiert.

Die einzige Antwort, die Goku bekam, war ein leises Schnauben, doch er war mit dieser Antwort zufrieden. Zumindest war es eine Reaktion und nicht diese Apathie, die er begonnen hatte zu verabscheuen, als Vegeta noch ein Gefangener auf der Ouji gewesen war.

Der Flur, in dem die Tür zum Gerichtssaal lag, war hell beleuchtet und Goku war überrascht, Bulma dort auf einer der hölzernen Bänke sitzen zu sehen. Ihr Gesicht war blass und angespannt und sie wrang nervös mit ihren Händen. Sie schaute auf, als sie sie hörte und Goku bemerkte ein leichtes Weiten ihrer Augen, als ihr Blick auf ihrem Gefangenen ruhte. Sie sprang auf und durchschritt schnell die Entfernung zwischen ihnen. „Goku“, sagte sie besorgt, doch wandte erst ihre Augen von Vegeta ab, als sie mit Nervosität in ihrer Stimme fragte: „Bitte, dürfen wir eine Minute haben?“

Ein flüchtiger Blick zur Tür und dann zu dem Saiyajin an seiner Seite, der versuchte seine Augen von der Frau vor ihnen abgewandt zu halten. Goku glaubte, er verstand seine Gründe, doch er konnte es Bulma nicht abschlagen, noch einmal mit ihrem Geliebten zu sprechen, wenn es das letzte Mal sein könnte. Er nickte. „Eine Minute.“

Bulma blickte der sich zurückziehenden Form von Goku hinterher, bis sie sich sicher war, dass er außer Hörweite war, und wandte sich dann Vegeta zu. „Wie geht es dir?“ Ein Seufzer entkam ihren Lippen, als er nicht antwortete, doch es war mehr aus Frustration und Wut als aus Sorgte. „Hör zu, Vegeta, wage es nicht, mich wieder anzuschweigen. Ich dachte, wir hätten diese Phase schon hinter uns gebracht. Also, wie geht dir?“

Etwas, das sehr wie „Gut“ klang, kam über seine Lippen, doch Bulma glaubte ihm nicht eine Sekunde lang und teilte ihm dieses mit einem funkelnden Blick mit. Er unterdrückte einen Seufzer, der genauso genervt geklungen hätte, wie der des Weibs vor wenigen Sekunden, und murrte schließlich, wobei er gemeiner klingen wollte, als er tatsächlich tat: „Was glaubst du, wie ich mich fühle? Ich bin kurz davor in einen Raum zu gehen, in dem wahrscheinlich neunundneunzig Prozent der Leute mich schon verurteilt haben bevor sie überhaupt gehört haben, was Kakarotto ihnen erzählen will.“

„Ich weiß“, antwortete sie sanft. „Aber erinnerst du dich daran, was du an Bord zu mir gesagt hast? Hat sich das geändert?“ Vegeta zögerte, doch schüttelte letztendlich seinen Kopf und Bulma war ein wenig erleichtert. Er wollte noch immer nicht sterben. Das war gut. „Siehst du? Gib nicht auf, Vegeta. Es gibt noch Hoffnung. Der Richter und die Mitglieder des Gerichtshofes halten viel von Goku. Was immer er ihnen erzählt, sie könnten ihm glauben.“

„Weib...“, wollte Vegeta widersprechen, doch wurde mit einem Finger auf seinen Lippen zum Schweigen gebracht.

„Nicht“, sagte sie mit Nachdruck und schaute ihm direkt in die Augen. „Ich will nichts hören. Gib einfach nicht auf und denk an das, was ich dir gesagt habe.“ Sie entfernte ihren Finger von seinen Lippen und stellte sich auf Zehenspitzen, bevor sie ihm einen kurzen und sanften Kuss auf die Lippen gab. Es war ein Grinsen auf ihrem Gesicht zu sehen, als sie sich trennten. „Ich habe meine Meinung noch nicht geändert...“

Ich liebe dich.

„Ich weiß“, antwortete er bloß und ging an ihm vorbei dorthin wo Goku vor der Tür wartete.

Der jüngere Saiyajin ergriff wieder seinen Arm und öffnete sie Tür zum Gerichtssaal. Sämtliches Gerede in dem Saal verstummte sofort, als die zwei Männer eintraten. Die Tür fiel zu und Bulma starrte auf das dunkle Holz mit Tränen ihren den Augen, doch noch immer mit einem leisen Grinsen auf ihrem Gesicht, bevor sie sich schließlich wieder auf die Bank setzte um auf den Ausgang der Verhandlung zu warten.  

~*~


Kapitel 45 (Teil II): Ein Herzliches Willkommen

jchan82 17 Juli, 2007 20:16 Fanfictions Permalink Trackbacks (0)

~*~ 

Und interessant war er sicherlich, dachte Kaiou, als Goku Stunden später mit seiner Geschichte fertig war. Er ließ sich gegen seine Rückenlehne sinken, als er ein paar ruhige Momente brauchte, um alles zu verarbeiten, was er gerade gehört hatte. Nein, beschloss er schnell. Interessant war nicht stark genug um die Geschehnisse der letzten Monate zu beschreiben.

Unglaublich passte da schon eher.

Legenden erwiesen sich als wahr. Unbesiegbare Gegner erwiesen sich als besiegbar. Kleine Jungen wurden zu Kriegern. Totgeglaubte Männer waren am Leben. Tote Leute wurden durch Magie ins Leben zurückgeholt. Saiyajins waren nicht immer böse gewesen. Piraten wurden zu Verbündeten. Und adlige Ladies verliebten sich in Piraten.

Irgendwie war das falsch. Aber, laut Goku und Bardock, war all das die Wahrheit. Und es bereitete ihm Kopfschmerzen.

„Ist das der Grund, warum du auf eine Verhandlung bestehst?“, fragte Kaiou schließlich. „Weil du glaubt, dass Vegeta ein guter Mann sein kann?“

„Weil ich weiß, dass er ein guter Mann sein Kann“, widersprach Goku einfach. „Bulma weiß es und ich vertraue ihrem Urteil. Admiral, Ihr wart nicht dort gewesen, Ihr habt nicht das gesehen, was ich gesehen habe. Bitte, erlaubt mir, in der Verhandlung für ihn zu sprechen.“

Admiral Kaiou betrachtete den Seemann bedächtig. Er hatte Gokus Instinkten einst vertraut, doch das, das war heikel. Egal was er sagte, Vegeta war noch immer ein Pirat und ein sehr gefährlicher noch dazu. Jeder fürchtete ihn. Goku selbst hatte ihn vor wenigen Monaten noch töten wollen. Doch obwohl Goku ihm gerade von seiner Mission erzählt hatte, mit Bardocks Hilfe, um etwas mehr über die Saiyajins und Friezas schrecklichen Einfluss auf sie zu erklären, konnte er seine Gründe nicht nachvollziehen.

Aber vielleicht hatte Goku Recht – er musste dort gewesen sein, um ihn zu verstehen. Er vertraute Goku genug um zu wissen, dass der Seefahrer nicht ohne wirklich gute Gründe so einen Sinneswandel gehabt haben konnte. Und hatte der Seemann ihm nicht immer und immer wieder bewiesen, dass sich Leute ändern konnten? Eigentlich hatten alle Mitglieder seiner Mannschaft einmal oder mehrmals in ihrem Leben gegen das Gesetz verstoßen und was war jetzt aus ihnen geworden? Ehrenhafte und treue, hart arbeitende Männer.

„Kakarotto hat Recht“, entschloss sich Bardock schließlich einzuwerfen. Er konnte den Widerwillen des Admirals verstehen, doch wie sein Sohn es schon gesagt hatte – er war nicht dort gewesen. „Der Prinz kann sich ändern und er hat sich bereits geändert, mit Bulmas Hilfe. Sie hat ihm etwas gezeigt, was ihm noch niemals jemand zuvor gezeigt hatte – Liebe, Mitgefühl... Ihr dürft nicht vergessen, dass er unter Friezas Schreckensherrschaft aufgewachsen ist. Er kannte nur Hass, Verzweiflung und Rache. Sein Vater hatte ihn betrogen, daher kannte er kein Vertrauen. Aber er lernt, das sehe ich. Verdient nicht jeder eine zweite Chance?“

„Gut“, gab Kaiou schließlich mit einem weiteren tiefen Seufzer nach. „Du darfst für ihn sprechen. Obwohl ich nicht sicher bin, ob es etwas nützt. Die Richter wissen, was er getan hat und ich bezweifle, dass das, was du ihnen erzählen wirst, irgendetwas ändern wird. Ich fürchte für Euch und Lady Bulma, dass Vegetas Leben verwirkt ist. Die einzige Möglichkeit, dass die Richter dir zuhören könnten, wäre, wenn du ihnen von deinem Sieg über—“

„Nein“, fiel Goku ihm ins Wort und schüttelte heftig seinen Kopf. „Was ich Euch über meinen Kampf gegen Frieza erzählt habe, oder noch wichtiger, alles, was Ihr gerade gehört habt, wird diesen Raum nicht verlassen. Die Macht der Dragonballs muss geheim gehalten werden. Niemand darf es wissen oder die Geschichte wird sich wiederholen. Und ich will weder das Ansehen noch den Ruhm für den Sieg über Frieza. Das einzige, was ich jetzt möchte, ist mit ChiChi und Gohan ein normales Leben zu führen. Versprecht mir, dass Ihr niemandem davon oder von Gohans Kampf gegen Cell erzählen werdet. Es ist mir egal, ob dieser Satan behauptet, sie besiegt zu haben, mir ist nur meine Familie wichtig.“

„Wenn das dein Wunsch ist...“

 

„Das ist es...“, antwortete der Seemann streng.

Mit einem Nicken flüsterte Kaiou: „Und so soll es sein. Aber wenn Ihr mich jetzt entschuldigt, ich möchte jetzt gerne etwas alleine sein. Du hast mir viele Dinge erzählt, Son Goku, und ich muss über sie nachdenken. Ich werde dich morgen über den Termin der Verhandlung in Kenntnis setzen. Falls du es wünschst, hier zu bleiben, ist dein altes Zimmer für dich fertig, genauso wie ein Zimmer für deinen Vater. Natürlich verstehe ich es, wenn du ChiChi sehen möchtest, immerhin wird sie, wenn ich es richtig verstanden habe, deine Ehefrau werden.“

„Ich weiß nicht, was mein Vater möchte, aber ich werde höchstwahrscheinlich im Haus von Gyuu Mao bleiben, natürlich nur, wenn ChiChis Vater es erlaubt.“

Bardock lächelte seinen Sohn bloß an, bevor er sich dem Admiral zuwandte und antwortete: „Ich schätze Eure Gastfreundschaft und wenn es kein zu großer Aufwand ist, wäre ich froh, erst einmal hier bleiben zu können. So schwer es mir auch fällt, es zuzugeben, aber ich bin immer noch nicht ganz bei Kräften und könnte ein wenig Ruhe vertragen.“

„Natürlich“, sagte Kaiou. „Jemand wird Euch Euer Zimmer zeigen. Vielleicht, wenn Ihr euch ausgeruht habt, könnten wir heute Abend zusammen dinieren?”

„Das wäre überaus freundlich. Kakarotto, ich hoffe es macht dir nichts aus, alleine zum Palast des Lords zu reiten?“

„Überhaupt nicht, Vater. Ich werde dich morgen sehen. Admiral”, sagte Goku mit einer kurzen formellen Verbeugung, bevor er das Büro des Admirals verließ. Bevor er jedoch die Tür hinter sich schloss, wandte er sich noch einmal seinem Vater zu. „Oh, Vater, bevor ich es vergesse... Morgen wirst noch einen meiner besten Freunde treffen... Du wirst sie mögen, da bin ich mir sicher.“  

~*~  

Goku lächelte, als der charakteristische Geruch von Stroh und Pferden seine Nase erreichte. Es war wirklich schön, wieder zu Hause zu sein, dachte er liebevoll, als er von einer bestimmten Box stehen blieb. „Hey, altes Mädchen!“, rief er grinsend. „Wie geht’s?“

Ein tiefes Schnauben erreichte seine Ohren, als ein weißes Ohr sich zu ihm drehte, doch ansonsten reagierte seine treue Stute nicht. Stattdessen wandte sie ihm nur ihr Hinterteil zu und ignorierte ihn vollständig, als sie glücklich auf etwas Heu herumkaute.

„Och, komm schon“, sagte Goku mit einem kleinen Schmollen. „Es war noch nicht mal so lange. Es tut mir Leid, dass ich mich nicht verabschiedet habe, aber es war dringend gewesen, wirklich! Ich hatte keine andere Wahl!“ Noch immer keine Reaktion von dem Pferd. Goku seufzte ein wenig und schaute sich um, als er offensichtlich nach etwas suchte. Seine Augen begannen zu leuchten, als er die Karotten in einem Eimer liegen sah. Er bückte sich um eine der Karotten herauszuholen und hielt sie in die Box. „Chikyuu, hey... Ich verspreche, ich werde sobald nicht wieder gehen. Vielleicht sogar niemals. Schau her, ich will nicht mehr zu See fahren. Ich werde ein neues Leben hier in der Westlichen Hauptstadt beginnen. Glaub mir“, fügte er mit einem Grinsen hinzu, „du wirst so viel von mir zu sehen bekommen, dass du dir bald wünschen wirst, dass ich wieder fort bin.“

Das Grinsen auf seinem Gesicht weitete sich, als die Stute endlich ihren Kopf hob und ihn ihm zuwandte, als ob er sie mit seinen Worten besänftigt hatte. Oder vielleicht war es auch nur der Geruch der Karotte, der ihre Aufmerksamkeit erlangt hatte. Goku wusste es nicht, aber eigentlich wollte er lieber glauben, dass Chikyuu jedes Wort verstand, das er sagte. Schließlich drehte sie sich ganz um, lief auf ihn zu und schnüffelte vorsichtig an der Karotte, bevor sie sie begierig verschlang.

Lachend klopfte er ihren Hals. „Ich wusste, du kannst nicht böse auf mich bleiben. Komm schon, was meinst du? Bist du bereit für einen Ritt zum Palast des Lords?“

Ein weiteres Schnauben, dieses Mal viel optimistischer als zuvor, und Chikyuu begann ihn mit ihren sanften Nüstern zu schubsen, damit er sich beeilte. Goku schüttelte nur seinen Kopf, als er ihren Sattel holte und seine Stute für den Ritt fertig machte.

„Das habe ich mir doch gedacht“, sagte er, während er den Sattelgurt um ihren Bauch befestigte. „Wie auch immer, ich wollte dich bitten, dich morgen von deiner besten Seite zu zeigen, weil ich dich nämlich meinem Vater vorstellen möchte. Ja, meinem Vater“, wiederholte her, als er dachte, dass Chikyuu ihm einen ungläubigen Blick zugeworfen hatte. „Ich bin mir sicher, du wirst ihn mögen.“

Nur wenige Minuten später führte Goku seine zuverlässige Stute aus den Stallungen heraus und stieg auf. Er stieß ihr sanft mit seinen Hacken in den Bauch und mit einem lauten Zungenschnalzen war er endlich wieder in der Lage die Freiheit zu erleben, durch die Straßen und entlang den Wegen, die zum Palast des Lords führten, zu jagen.  

~*~  

Der Ritt zum Palast war kein langer und bald saß Goku in dem bequemen Sessel im Salon, zusammen mit Lord Briefs, der vorsichtig an seiner Tasse Tee schlürfte. Der Diener hatte gerade das Zimmer verlassen und seitdem lag ein unangenehmes Schweigen über sie, bis der Lord plötzlich seine dampfende Tasse auf den kleinen Holztisch vor sich stellte und sprach.

„Ich hatte am Kai nie die Möglichkeit erhalten mich zu bedanken“, sagte er mit einem leichten Lächeln unter seinem dicken grauen Schnurrbart. „Ich danke Euch, Son Goku, dafür, dass Ihr meine Tochter zurückgebracht habt, unverletzt, wenn ich das so sagen darf. Meine Frau und ich, wir können nicht sagen, wie glücklich wir sind, Bulma wieder zu Hause zu haben.“

„Ich hatte versprochen, dass ich sie zurückbringen werde“, antwortete Goku und erwiderte das Lächeln, wenn auch etwas gezwungen. Anscheinend hatte Bulma ihren Eltern nichts von ihrem Tod erzählt, was irgendwie verständlich war. Nun war er froh, dass er dem Admiral das Versprechen abgenommen hatte, dass das, was er ihm erzählt hatte, ein Geheimnis bleiben sollte. Zu hören dass die geliebte und einzige Tochter gestorben war, musste verheerend sein, selbst wenn sie wieder ins Leben zurückgebracht wurde. „Und Ihr wisst, dass ich dazu neige, meine Versprechen zu halten.“

„Ich weiß, dass Ihr das tut“, entgegnete Lord Briefs, noch immer lächelnd. „Aber Ihr könnt einem Vater nichts dafür vorwerfen, sich Sorgen zu machen. Ich weiß, dass Bulma eine unabhängige junge Frau ist und stärker ist, als man annehmen könnte. Sie hat mir erzählt, dass sie an Eurer Seite und der Seite Eurer Männer bei Friezas Palast gekämpft hat und dass sie in Verteidigung getötet hat. Das ist eine bemerkenswerte Leistung für eine Frau, besonders für eine Frau ihres Standes, doch trotzdem, diese Kraft und ihr sturer Zug ist das, was mir am meisten Sorgen bereitet. Ich hatte immer befürchtet, dass es sie dazu treiben könnte, verantwortungslos und unvernünftig zu handeln, und ich hatte Recht behalten. Erzählt mir, Son Goku“, sagte er nun, als er den Seemann mit einem ganz und gar ernsten Gesichtsausdruck anblickte. „Sagt meine Tochter die Wahrheit? Hat dieser Pirat wirklich an Eurer Seite gekämpft und Euch geholfen, die Insel zu verlassen?“

Goku seufzte, als er wahrheitsgemäß antwortete: „Vegeta kämpfte gegen Frieza, ja, und er führte uns zu seinem Schiff, damit wir die Insel verlassen konnten. Die gesamte Zeit nach dem Kampf hat er uns keinen Ärger bereitet.“

„Wisst Ihr, was der Grund für sein Verhalten sein könnte?“

Der Seemann schaute den Lord an, durch diese Frage erschrocken. Er kannte den Grund, zumindest glaubte er standhaft den Grund zu wissen, aber er wusste nicht, ob er es ihm wirklich erzählen sollte. Hatte Bulma ihm bereits von ihren Gefühlen für den Piraten erzählt? Goku wünschte, er wüsste es, doch letztendlich hatte er keine andere Wahl als die Wahrheit zu sagen. „Ich glaube... Nein, ich weiß, dass Vegeta Gefühle für Eure Tochter hat. Er... sorgt sich um sie... mindestens. Wenn nicht sogar mehr, obwohl er es nicht offen zeigt. Er half uns wegen ihr. Er hat sich wegen ihr geändert. Bulma half ihm, ein besserer Mann zu werden.“

Lord Briefs ruhte seinen Kopf an der Rückenlehne mit einem tiefen Seufzer auf seinen Lippen. „Also ist es wahr. Ich wollte Bulma nicht glauben, als sie behauptete, sie und dieser Pirat wären Geliebte. Sie erzählte mir, dass sie sich in diesen Mann verliebt hat und dass er ihre Gefühle erwidert. Sie bat mich, ihn zu verschonen—“

„Genauso wie ich es tue“, schnitt Goku ihm sanft das Wort ab. „Ich weiß, dass muss für Euch ein großer Schock sein, doch ich habe gesehen, wie Bulma und Vegeta miteinander umgingen. Da ist definitiv etwas zwischen ihnen und ich wage zu sagen, dass es sogar Liebe sein könnte. Wie ich Euch bereits erzählt habe, hat sich Vegeta zum Guten geändert. Ich habe es bereits zu Admiral Kaiou gesagt und ich werde auch zu Euch sagen, dass Vegeta ein guter Mann sein kann, wenn er eine zweite Chance bekommt. Und ich habe Bulma versprochen, dass ich alles tun werde um ihm zu helfen, diese zweite Chance zu bekommen und Ihr wisst, dass—“

„Ihr dazu neigt, Eure Versprechen zu halten, ich weiß...“, antwortete er müde und senkte seinen Blick. „Aber Ihr wisst genauso gut wie ich, dass mein Einfluss auf die Richter minimal ist. Ich kann ihre Entscheidungen nur außer Kraft setzen, wenn ein wichtiger Grund vorliegt.“

„Ist das Glück Eurer Tochter kein wichtiger Grund?“

Der Lord hob seinen Kopf und traf Gokus entschlossenen Blick mit müden Augen, bevor er wegschaute und wieder ein unangenehmes Schweigen über sie kam. 

~*~  

„Kümmere dich gut um sie“, sagte Goku zu dem Stalljungen, der ihm Chikyuu im Landhaus von Gyuu Mao, dem Rinderteufel, der seinen Namen durch seine große Rinderherde bekommen hatte, abnahm. Der Junge nickte ihm mit einem weiten Lächeln zu und Goku ging dann über den Innenhof zur Vordertür.

Er klopfte zweimal und kurz darauf wurde sie von einem der Dienstmädchen geöffnet. Ein Lächeln breitete sich auf ihrem Gesicht aus, als sie die Tür weiter öffnete und ihn hineinwinkte. „Guten Tag, Mr. Son. Der Herr und seine Tochter erwarten Euch bereits. Folgt mir bitte.“

Goku bot ihr ein Kopfnicken und ein Lächeln als Begrüßung, bevor er ihr durch die langen Flure des kleinen Herrenhauses in den Salon folgte, wo Gyuu Mao und ChiChi saßen und miteinander redeten. Beide schauten auf, als das Dienstmädchen seine Ankunft verkündete und ChiChi rannte sofort auf ihn zu und in seine Arme.

„Wie war dein Tag?“, fragte sie lächelnd, als sie seine Hand nahm. Goku verspannte sich ein wenig bei dieser offenen Schau ihrer Zuneigung vor ihrem Vater, da es noch nicht einmal offiziell war, dass sie vorhatten zu heiraten. Zumindest nicht soweit er wusste. Es lag noch immer ein Hindernis vor ihm – die Erlaubnis ihres Vaters. „Hast du mit dem Admiral und Lord Briefs gesprochen?“

Nickend antwortete Goku: „Das habe ich. Ich habe sogar kurz mit Bulma gesprochen. Sie verstand dass ich hierher kommen wollte, deshalb haben wir nicht lange geredet. Gyuu Mao, es ist schön, Euch wiederzusehen“, begrüßte er schließlich den großen Mann, der in der Zwischenzeit von seinem Stuhl aufgestanden war.

„Es ist schön, dich wiederzusehen, Sohn. Ich habe gehört, dass du während deiner Mission große Dinge getan hast“, sagte der Rinderteufel in seiner dröhnenden Stimme. „ChiChi hat mir alles erzählt! Das Biest besiegt! Das ist wirklich eine große Leistung! Du hast die Welt von dem schrecklichsten Tyrannen befreit, der jemals existiert hat.”

„Danke“, sagte der Seefahrer. „Aber ich wünsche, dass mein Sieg über Frieza ein Geheimnis bleibt. Ich möchte den Ruhm wirklich nicht. Alles was ich jetzt nach den vergangenen Monaten möchte, ist Normalität.”

„Natürlich, natürlich... Meine Lippen sind versiegelt. Aber nun glaube ich, wolltest du mich etwas fragen?”

„Wa—?“ Goku schaute zu ChiChi, die nun seine Hand losließ und mit einem schelmischen Grinsen auf ihrem Gesicht zu ihrem Vater hinüberging. „Es tut mir Leid. Wie bitte?“

Das gleiche Grinsen war auf Gyuu Maos Gesicht, als er sagte: „Nun, wenn ich es richtig verstanden habe, bist du der Vater meines Enkels. Und ich dachte, du wolltest es vielleicht offiziell machen, besonders da du weißt, was ChiChi will.“

Goku wurde dunkelrot, als er merkte, dass ChiChi ihren Vater schon von ihren Hochzeitsplänen in Kenntnis gesetzt hatte. Er warf ihr einen kurzen Blick zu, doch sie grinste noch und nickte ihm ermutigend zu.

Sich räuspernd verbeugte er sich tief vor ihm um ihm den gehörigen Respekt zu erweisen, bevor er sich wieder gerade hinstellte und sagte: „Ich liebe Eure Tochter, Gyuu Mao. Wir haben beide harte Zeiten durchstanden, aber das hat den Bund zwischen uns nur gestärkt. Ich wünsche mir auch, endlich Gohans Vater zu sein, weil ich auch ihn von ganzem Herzen liebe. Ich bitte Euch um ChiChis Hand.“

„Und die sollst du haben“, sagte Gyuu Mao, als er Gokus rechte Hand fest mit seinen beiden Händen packte und sie schüttelte. Er beugte sich über und flüsterte in sein Ohr: „All die Jahre hatte ich im Stillen gehofft, dass du und ChiChi heiraten würdet. Ich meine, ihr erster Ehemann, möge er in Frieden ruhen, war ein guter Mann, aber er war einfach nicht du.“ Sich wieder gerade hinstellend, ließ er Gokus Hand los und schubste ChiChi sanft auf ihn zu. „Nun, worauf wartet ihr noch? Warum küsst ihr euch noch nicht? Ich werde in die Gärten gehen und nach Gohan suchen. Er muss sich für unsere kleine Feier heute Abend fertig machen!“

Als ihr Vater das Zimmer verlassen hatte, schaute ChiChi Goku an, noch immer mit dem verspielten Glitzern in ihren Augen. „Nun, worauf wartest du? Küss mich endlich!“

„Wie du wünscht“, flüsterte Goku, als er seinen Kopf senkte um die Lippen seiner nun offiziell Verlobten einzufangen.


Kapitel 45 (Teil I): Ein Herzliches Willkommen

jchan82 17 Juli, 2007 20:11 Fanfictions Permalink Trackbacks (0)

Kapitel 45: Ein herzliches Willkommen 

Ein junger Soldat der königlichen Marine rannte durch die langen Korridore des Herrenhauses des Admirals nachdem sein Vorgesetzter ihn mit den Abschiedsworten sich zu beeilen dorthin geschickt hatte. Er verfluchte die Götter dafür, als Schweiß an seinem Gesicht und seinem Rücken herunterlief und die blaue Uniform, die er während seines Dienstes tragen musste, durchtränkte. Warum musste das während seiner Schicht passieren? Warum hätte es nicht zwei Stunden früher passieren können, als er noch ohne Sorgen zu Hause gewesen war?

 

Das Leben war nicht gerecht, beschloss der Soldat, als er um eine weitere Ecker herumschlitterte und die Tür zum Büro des Admirals am anderen Ende des Flures sah. Zumindest würde er, sobald er die Nachricht von seinem Vorgesetzten übermittelt hatte, wieder abhauen können. Er runzelte seine Stirn. Zumindest hoffte er das.

Endlich kam er am Ende des Flures an und riss die Tür offen, wobei er sämtlichen Takt, der ihm beigebracht wurde, wenn er Männer vom Stand des Admirals traf, missachtete. „Admiral Kaiou!“, keuchte er, als er vor seinem Schreibtisch anhielt. „Da sind... da sind...“

Admiral Kaiou blickte von dem Papierkram auf seinem Schreibtisch auf und starrte den zerzausten jungen Mann vor sich an. Etwas Ernstes musste geschehen sein. „Beruhigt Euch, Soldat“, sagte er, als er von seinem Stuhl aufstand. „Was ist passiert?“

Der junge Soldat versuchte sein rasendes Herz zu beruhigen und wischte mit seinem Handrücken den Schweiß von seiner Stirn. Erst nachdem er mehrmals tief durchgeatmet hatte, schaffte er es auszustoßen: „P-Piraten!“ 

~*~  

Die Kutsche war in Rekordzeit fertig und beim Fort. Admiral Kaiou konnte es nicht glauben. Piraten! Der letzte offene Angriff war aufgrund ihrer unglaublichen Verteidigung am Fort vor so vielen Jahren gewesen. Seit sie das letzte Piratenschiff direkt im Hafen versenkt hatten, bevor es überhaupt die Zeit gehabt hatte anzugreifen, hatte es kein weiteres gewagt, so einen Frontalangriff durchzuführen.

Kaiou war ganz und gar außer Atem, als er auf der Außenmauer des Forts ankam, gefolgt von dem jungen Mann, der ihm die Nachricht überbracht hatte. Nachdem er sich ein paar Sekunden erholt hatte, ging er auf den Leutnant im Dienst zu und hielt neben ihm an. „Wo ist es?“

„Dort drüben“, informierte der Mann ihn und gab ihm ein Fernrohr. „Es kommt mit jeder Minute näher und ich vermute, dass es den Hafen innerhalb der nächsten dreißig Minuten erreichen wird.“

Kaiou runzelte bedächtig die Stirn, als er durch das Fernrohr beobachtete, wie das dunkle Schiff auf sie zusegelte. Es bestand kein Zweifel daran, dass das Schiff mit Piraten besetzt war, doch nicht nur mit irgendwelchen Piraten. Der Name des Schiffes sagte alles – Ouji. Der gefürchtete Pirat Vegeta war zurück.

Das musste bedeuten, dass Gokus Mission fehlgeschlagen war, bemerkte der Admiral bestürzt. Am Horizont war kein weiteres Schiff zu sehen, keine Kintoun, die diesem Schiff folgte. Es war einfach nichts von seinem besten Seefahrer zu sehen und Kaiou war sich sicher, dass Goku alles in seiner Macht stehende tun würde, um Vegeta davon abzuhalten, die Westliche Hauptstadt zu erreichen. All dieses führte zu einem Schluss – etwas musste Son Goku und seiner Mannschaft zugestoßen sein, was hieß, dass sie entweder tot oder gefangen waren, obwohl Kaiou bezweifelte dass entweder Vegeta oder Frieza sie am Leben lassen würde.

Das war schrecklich.

„Sir?“, fragte der junge Leutnant. „Was sollen wir jetzt tun?“

Das Stirnrunzeln wurde von einem finsteren Blick ersetzt, als er überlegte, was als nächstes getan werden sollte. Er würde niemals Antworten über das, was geschehen war, bekommen, wenn sie das Schiff einfach versenkten. Und Antworten waren etwas, was er verzweifelt brauchte. Wenn eine Möglichkeit bestand, dass Son Goku noch lebte, musste er sie nutzen. Außerdem musste er sich auf das schlimmste vorbereiten.

Falls einer von ihnen an den Schatz der Macht gelangt war, hatten sie keine andere Wahl als gegen sie Krieg zu führen, mit hoffentlich so vielen Verbündeten wie möglich. Boten mussten zu den umliegenden Inseln und Ländern geschickt werden. Vielleicht, vielleicht, wenn sie alle zusammen arbeiteten, waren sie in der Lage, der Terrorherrschaft, die sie erwarten würde, ein Ende zu setzen.

„Bereit Euch darauf vor, anzugreifen“, sagte Kaiou schließlich und senkte das Fernrohr einen Augenblick lang. „Versammelt Eure Männer und macht die Kanonen und andere Waffen fertig, doch wartet bis ihr angreift. Ich möchte Gefangene und keine Toten. Wenn es vermieden werden kann, das Schiff zu versenken, dann versucht es unter allen Umständen zu vermeiden. Schickt auch ein paar Eurer Männer zu dem Kai um die Piraten willkommen zu heißen. Oh, und Lord Briefs sollte davon sofort in Kenntnis gesetzt werden.“

„Aye, Sir.“ Der Leutnant salutierte und begann sofort seinen Männern Befehle zu erteilen. Der junge Soldat, der auch schon der Bote zum Admiral war, war ausgewählt worden die Nachricht der Bedrohung an Lord Briefs zu überbringen.

Jeder auf dem Fort eilte über die Mauern und ging in Position um darauf zu warten, dass die Ouji näher kam. Kaiou hatte sich nicht vom Fleck gerührt und beobachtete mit wachsender Besorgnis wie das Schiff näher kam. Etwas war nicht in Ordnung. An Deck war keine Menschenseele zu sehen und er konnte aufgrund der großen Segel den Steuermann nicht erkennen. Keine blutdurstigen Piraten an Deck, die darauf warteten an Land zu gehen und das zu tun, was sie am besten konnten – plündern. Es waren an den Seiten des Schiffes keine Kanonen sichtbar, um sie anzugreifen.

„Was zum Teufel haben diese Piraten vor?“, fragte Kaiou sich, als er sich ein wenig bewegte, um dem Kurs des Schiffes zu folgen. Sie hatten fast die Bucht erreicht und in weiteren zwanzig Minuten würden sie direkt im Hafen sein.

Wenn sie wirklich vorhatten die Stadt anzugreifen, mussten sie jetzt Vorbereitungen treffen. Die Kanonen mussten in Position gebracht werden und zumindest ein paar Mitglieder der Mannschaft mussten an Deck sein. Kaiou hatte einen Kloß in seinem Hals. Er konnte nicht verstehen, was vor sich ging. Warum unternahmen diese Piraten nichts?

Die Spannung am Fort war fast unerträglich. Die Soldaten um ihn herum, sowohl junge als auch alte, bekamen sichtlich ein wenig Angst. Sie alle hatten Gerüchte über Vegeta und seine Mannschaft gehört und keines dieser Gerüchte war im Geringsten beruhigend. Wie auch immer, während die älteren Soldaten geduldig darauf warteten, dass etwas geschah, bemerkte Kaiou, dass die jungen um ihn herum langsam unruhig wurden. Das war ziemlich verständlich, da das die erste richtige Bedrohung war, der sie sich stellen mussten.

Plötzlich konnte man im ganzen Fort ein ohrenbetäubendes Bumm! hören. Kaious Kopf wirbelte erschrocken herum, als eine Kanonenkugel vom Fort geschossen würde und ins Wasser krachte, etwa zwanzig Meter vor der Ouji. Der junge Soldat, der dafür verantwortlich gewesen war, war kreidebleich und hielt noch immer die glühende Fackel, mit der er aus Versehen die Zündschnur der Kanone angezündet hatte, als seine Angst die Oberhand gewonnen hatte, in der Hand.

„Ihr!“, brüllte Kaiou ihn an. „Weg von der Kanone und rein ins Fort! Jemand anderes soll seinen Platz einnehmen!“

Der junge Soldat nickte bloß und Kaiou konnte sehen, dass er zumindest ein bisschen glücklich darüber war, von der drohenden Gefahr wegzukommen, obwohl er für sein Verhalten später streng bestraft werden würde. Mit einem tiefen Seufzer wandte Kaiou seine Aufmerksamkeit wieder der Ouji zu.

Wie auch immer, als er jetzt durch das Fernrohr blickte, konnte er an Deck des Schiffes etwas Bewegung sehen. Ein junger Mann mit schulterlangem blonden Haar ging jetzt zum Bug und blickte zur Stadt. Er war nicht groß, soweit Kaiou es erkennen konnte, und schien ziemlich schwach zu sein. Doch er wusste, dass das Aussehen täuschen könnte. Es würde ihnen nicht gut tun, ihre Gegner zu unterschätzen, besonders nicht in so einer Situation.

Der Admiral wartete zwei unendlich lange Minuten darauf, dass etwas geschah, doch der blonde Pirat tauschte nur ein paar Worte mit jemandem aus, der in der Tür stand und zu dem der Blick versperrt war. „Sie werden uns hier nicht angreifen“, murmelte er schließlich. Er senkte das Fernrohr, obwohl er jetzt riskierte, etwas das auf dem Schiff geschah, zu verpassen, und rief: „Mehr Männer zu dem Kai!“ Der Leutnant wiederholte seine Worte und befahl einigen seiner Männer beim Fort zu bleiben, während der Rest die Steintreppen hinuntereilte und ihre Pferde bestieg, um zum Kai zu reiten.

Kaiou selbst war auch auf dem Weg zu seiner Kutsche. Er wollte anwesend sein, wenn die Piraten ankamen. 

~*~  

Die Wartezeit war quälend lang, obwohl es nur wenige Minuten waren, bis das Schiff in Schussweite der Gewehre der Soldaten kam. Die Soldaten standen oder knieten am Kai, mit Admiral Kaiou und dem Leutnant zwischen ihnen, bereit anzugreifen.

Jedoch waren noch immer keine Kanonen zu sehen, obwohl sich nun ein paar mehr Leute an Deck herumtrieben, doch da er das Fernrohr im Fort gelassen hatte, konnte Kaiou keinen von ihnen erkennen. Doch die Abwesenheit der Waffen kam ihm merkwürdig vor.

Die Ouji kam näher und näher, doch sobald sie nahe genug dran war um jemanden an Deck zu erkennen, war wieder keiner zu sehen. Kaiou hob langsam seine Hand, das Signal für die Soldaten den Angriff vorzubereiten, als das emporragende Schiff direkt vor ihnen zum stehen kam. Der Admiral versuchte den Kloß in seiner Kehle herunterzuschlucken und wollte gerade einigen Soldaten befehlen an Bord zu gehen, wenn etwas wirklich Unerwartetes geschah.

Admiral Kaiou konnte seinen Augen nicht trauen, als ein kleiner Mann über die Reling am Bug sprang und ein dickes Tau fing, das zu ihm heruntergeworfen wurde um es an einem Poller festzubinden. „K-Krillin?“, stotterte er überrascht. Der kleine Seemann und beste Freund von Goku war die letzte Person, die er erwartet hätte, besonders auf der Ouji.

„Admiral“, erkannte der Seefahrer ihn schnell mit einem Grinsen an, als er an den fassungslosen Soldaten zum anderen Ende des Schiffes vorbeiging. „Hey, Yamchu! Wirf mir das andere zu!“ Sicher genug erschien der andere bekannte Seemann aus Son Gokus Mannschaft am Heck des Schiffes und ließ ein weiteres dickes Tau in Krillins Hände fallen. „Danke!“

Das musste ein Traum sein, beschloss Kaiou schnell und senkte vorsichtig seine Hände, um sich die Augen zu reiben. „Admiral?“, fragte der junge Leutnant um seiner Aufmerksamkeit zu erlangen. „Wie lauten Eure Befehle?“

Als er wieder seine Augen öffnete und sah, dass die zwei Männer noch dort waren, räusperte der Admiral sich und antwortete: „Legt die Waffen nieder. Diese Männer sind keine Piraten.“ Ein schmales Grinsen zog an seinen Lippen. Nein, diese Männer waren keine Piraten. Seine Augen wanderten zu der Mitte des Schiffes, wo Yamchu jetzt eine Planke auf den Kai niederließ. Es dauerte nur wenige Sekunden, bis er Tenshinhan und Chao-Zu sah, doch Goku war noch immer nirgends zu sehen. Sein Herz sank ein wenig, als er schon das schlimmste befürchtete, doch die Mannschaft war so gut gelaunt. Wenn Son Goku wirklich tot war, würden sie sich nicht so verhalten.

Plötzlich sah er etwas wild abstehendes schwarzes Haar, doch wieder war es nicht Goku, obwohl dieser Mann eine bemerkenswerte Ähnlichkeit mit dem jungen Seefahrer hatte, trotz der Tatsache, dass er scheinbar älter war als Goku.

Verdammt! Wo war er?“

Wie auch immer, egal wie sehr er sich auch darauf freute, Son Goku wiederzusehen, so fürchtete er auch ihr Zusammentreffen, da er sich nur allzu gut an die barschen Worte von vor wenigen Monaten erinnerte, als sie das letzte Mal miteinander gesprochen hatten. Sie hatten sich nicht gerade unter den besten Umständen getrennt. Er fragte sich, ob der Seefahrer, sein bester Mann, noch immer den Dienst quittieren wollte oder seine Entscheidung geändert hatte. Oder noch wichtiger, ob es eine Möglichkeit gab, ihre Freundschaft zu retten.

„Admiral Kaiou“, hörte er plötzlich eine Stimme hinter sich, die ihn aus seinen Gedanken riss. Er drehte sich um und sah, dass Lord Briefs nun mit mehr Soldaten hinter ihm stand. „Was bedeutet all das hier? Einer Eurer Männer informierte mich von einem Piratenangriff. Aber ich—“

„Daddy?“

Beide Männer sahen zum Schiff auf und beide konnten ihren Augen nicht trauen. Dort, an Deck, mit ihren Händen fest die Reling umklammernd, stand Bulma mit einem weiten Lächeln auf ihrem Gesicht. „Bulma?“, fragte Lord Briefs, der weder seinen Augen noch Ohren richtig traute.

„Daddy!“ Bulma rannte über die Planke an Land und, die gesamte Etikette, die sie jemals gelernt hatte ignorierend, warf sie ihre Arme um den Hals ihres Vaters und vergrub ihr Gesicht in seinem teuren Hemd. Sie spürte, wie Tränen an ihren Wangen herunterliefen, doch es war ihr egal. Sie war zurück. Sie war endlich zu Hause.

 

Kaiou beobachtete das Wiedersehen gefühlvoll. Er war glücklich, dass Lady Bulma zurück und offensichtlich unverletzt war. Sein Blick wanderte zurück zum Schiff und seine Augen weiteten sich, als er den Jungen sah, der als nächstes, gefolgt von seiner Mutter, die Planke herunterging. War das wirklich Gohan? Das letzte Mal, als er ihn gesehen hatte, war gewesen, als die Kintoun von diesem Hafen aufgebrochen war um den Saiyajins zu folgen. Er hatte sich seitdem sehr verändert. Erst einmal war er in den vergangenen Monaten gewachsen und dann hatte sich auch etwas in seiner Haltung verändert. Doch er konnte nicht sagen was.

„Admiral“, sagte Lady ChiChi lächelnd und machte vor ihm einen Knicks. „Es ist schön, Euch wiederzusehen.“

„Es ist mir eine Freude, Euch wiederzusehen“, antworte Kaiou mit einem Lächeln. „Euch auch, junger Gohan. Ich bin froh, dass es Euch beiden gut geht. Aber darf ich fragen, wo Son Goku ist?“

„Ich bin hier.“ Kaiou blickte auf und sah, wie Son Goku die Planke herunterging, gefolgt von dem älteren Mann, der ihm so ähnlich sah. Der junge Seefahrer lächelte nicht, als er ihn anschaute. Anscheinend hatte Gokus Wut auf ihn über die letzten Monate nicht abgenommen. „Admiral, darf ich Euch meinen Vater, Bardock, vorstellen?“

„D-dein V-Vater?“, stotterte der Admiral, der von dieser Offenbarung vollkommen überrascht wurde. Doch nun, da er es wusste, war die Ähnlichkeit wirklich unheimlich und er war ein Narr gewesen, es nicht sofort erkannt zu haben. Wenn dieser Mann jünger gewesen wäre, hätte man ihn und Goku für Zwillinge halten können. Das Gesicht des Mannes war ein wenig eingefallen, wurde jedoch von einem freundlichen Lächeln erhellt. „Es tut mir Leid, ich habe meine Manieren vergessen. Es ist mir eine Freude, Euch kennen zu lernen.“

„Die Freude ist ganz meine“, entgegnete Bardock und streckte ihm seine Hand entgegen. Endlich traf der Saiyajin denjenigen, der auf seinen Sohn so großen Einfluss, doch ihn gleichzeitig verletzt hatte, indem er ihm seine Herkunft vorenthalten hatte. Bardock wusste nicht, ob er Gokus Wut auf diesen Mann teilen sollte, immerhin war sein Sohn zu dem Mann, der er jetzt war, zumindest teilweise durch den Admiral geworden. Er müsste ihn ein bisschen besser kennen lernen um sein eigenes Urteil zu fällen. „Ich habe viel von Euch gehört und wollte Euch danken, dass ihr geholfen habt, meinen Sohn großzuziehen. Er ist unter Eurer Anleitung ein großartiger Mann geworden.“

Kaiou war ein wenig verlegen, als er die Hand des anderen Mannes schüttelte, doch Goku unterbrach sie schnell. „Ich glaube nicht, dass dafür jetzt der richtige Zeitpunkt ist. Piccolo, Tenshinhan, bringt ihn herunter!“

Nicht zum ersten Mal an diesem Tag, wurde Admiral Kaiou vollkommen überrumpelt. Seine Augen weiteten sich komisch, als er sah, wie der Namekianer und der junge Mann niemand geringeren als den gefürchteten Piraten Vegeta die Planke herunterführten. Die Hände des Piraten waren vor ihm gefesselt, doch ansonsten ging er ohne Aufstand mit ihnen. Das Gesicht des Saiyajins war eine Maske der Gleichgültigkeit, als seine Augen über die versammelten Soldaten wanderten und auf ihm ruhten. Kaiou bemerkte, dass Lady Bulma die Umarmung ihres Vaters verlassen hatte und den Saiyajin nun mit Sorge in ihren Augen anblickte.

Der Admiral schüttelte seinen Kopf ganz eben. Es schien so, als ob Son Goku ihm eine lange Erklärung schuldete.

„Admiral, ich überlasse hiermit den Piraten Vegeta in Eurem Gewahrsam und bitte Euch, dass er für seine Verbrechen vor Gericht gestellt wird“, sagte Goku ruhig, als seine Freunde mit ihrem Gefangenen neben ihm anhielten. Irgendwie, selbst nachdem er akzeptiert hatte was er war, konnte er es noch nicht in sich finden, Admiral Kaiou dafür zu vergeben, dass er ihm seine Herkunft verheimlicht hatte. „Wie auch immer, es gibt noch einige Dinge, über die ich mit Euch und Lord Briefs sprechen muss, bezüglich sowohl meiner Mission als auch Vegeta.“

„Na gut! Soldaten, nehmt diesen Mann in Verwahrung und bring ihn zu dem Fort. Ich werde morgen einen Termin für die Verhandlung verkünden.“

„Entschuldigt mich, Admiral“, sagte der junge Leutnant plötzlich und seine Stimme klang gehässig. „Warum hängen wir ihn nicht einfach ohne Verhandlung? Wir wissen alle, was für schreckliche Dinge dieser Pirat getan hat. Ich glaube ehrlich nicht, dass eine Verhandlung notwendig ist.“

Kaiou erschien einen Moment lang bedächtig, als er offensichtlich über die Worte des Leutnants nachdachte, bist er sich schließlich fragend seinem besten Mann zuwandte. Er war sich sicher, dass Goku ihn nicht ohne einen triftigen Grund um so etwas bitten würde. „Son Goku?“

„Die Verhandlung wird notwendig sein“, sagte der Seefahrer bloß und warf dem Leutnant und Admiral Kaiou einen harten Blick zu.

Nickend sagte Kaiou: „Gut. Es wird eine Verhandlung geben. Soldaten, führt ihn zum Fort ab! Aber“, fuhr er fort, als er nun Goku seine gesamte Aufmerksamkeit zuwandte, während einige Soldaten auf Tenshinhan und Piccolo zugingen, um sie von ihrer Last zu erleichtern und führten den Piraten fort. Aus seinen Augenwinkeln heraus bemerkte er wieder erschrocken, wie Lady Bulma jeder Bewegung des Piraten mit offensichtlicher Sorge um ihn in ihren Augen folgte. „Du und ich, Goku, wir müssen miteinander reden.“

„Einverstanden“, stimmte Goku zu. „Aber darf ich Euch erst darum bitten, dass für ChiChi und Gohan eine Eskorte zum Haus ihres Vaters organisiert wird? Ich bin mir sicher, er wird sich freuen sie wiederzusehen. Außerdem muss ein Bote zu Muten Roshi entsandt werden. Krillin wird einen Gast mitbringen, wenn er zurückkehrt.“

Kaiou folgte Gokus Blick und sah schließlich, dass eine weitere Person die Planke herunterschritt – es war der gleiche blonde Mann, den er zuvor durch das Fernrohr gesehen hatte, nur dass es kein Mann war, wie er zuerst gedacht hatte, sondern eine Frau in Männerkleidung.

„Ihr Name ist Juuhachigou und sie half uns im Kampf gegen Friezas Soldaten. Ich habe sie eingeladen, beim Herrn der Schildkröten zu leben bis sie bereit ist, sich in der Westlichen Hauptstadt niederzulassen. Ich bin mir sicher, es wird Muten Roshi nichts ausmachen.“

Der Admiral, der Gokus Gedankengang gefolgt war, erlaubte ein listiges Grinsen auf seinem Gesicht, als er die junge Frau wieder anblickte. „Du hast Recht. Es wird ihm sicherlich nichts ausmachen.“ Goku wollte gerade das Grinsen erwidern, doch verwandelte es schnell in ein Stirnrunzeln. Als er dieses bemerkte, räusperte Kaiou sich und sagte: „Nun denn, lass uns zu meinem Haus zurückkehren. Dort können wir über das, was geschehen ist, sprechen. Ich glaube deine Mannschaft wird den Rest ohne dich schaffen?“

„Ich bin mir sicher“, antwortete Goku bloß. „Krillin! Du hast die Verantwortung!“

„Aye, Käpt’n!“, rief Krillin grinsend mit einem spottenden Salut.

Es wurde schnell eine Eskorte für ChiChi organisiert und der gleiche junge Soldat, der schon den ganzen Tag lang Bote gewesen war, wurde zu Muten Roshi geschickt, um ihn von der Rückkehr von Goku und seiner Mannschaft und von seinem Gast in Kenntnis zu setzen.

Als Admiral Kaiou zu seiner Kutsche ging, verabschiedete sich Goku schnell von ChiChi und Gohan, mit dem Versprechen, dass er sie an diesem Abend besuchen kommen würde und wies seinen Vater dann an, ihm zu folgen. Auf den fragenden Blick das Admirals sagte Goku bloß: „Es wird Dinge geben, die er besser erklären kann als ich. Entweder kommt er mit oder ich bleibe hier.“ Die leichte Wut, die durch das Ultimatum seines besten Mannes hervorgerufen wurde, unterdrückend, gab Kaiou schließlich nach und erlaubte Bardock, sie zu begleiten.

„Goku!“, rief ihm Bulma plötzlich nach und rannte auf die Kutsche zu, gerade als er einsteigen wollte. Sie warf einen besorgen Blick über ihre Schulter, dorthin, wo die Soldaten mit Vegeta verschwunden waren, und wrang nervös mit ihren Händen.

Der Seemann verstand sie, bevor sie überhaupt sprach und warf ihr ein beruhigendes Lächeln zu, als er sagte: „Keine Angst, Bulma. Ich werde alles tun, was ich kann. Ich verspreche es. Geh jetzt einfach nach Hause und verbringe etwas Zeit mit deinen Eltern. Ich sehe dich später, in Ordnung?“ Nickend trat Bulma zurück und erlaubte Goku in die Kutsche zu steigen, wo er sich neben seinem Vater hinsetzte. Nachdem sie ihm kurz zugewinkt hatte, ging sie zu ihrem Vater zurück und wartete darauf, mit ihm nach Hause zurückzukehren.

Der Admiral seufzte einmal tief, als sich die Kutsche auf den Weg zu seinem Herrenhaus machte.

Dieser Tag versprach sicherlich interessant zu werden.


Kapitel 44 (Teil III): Rolling Home

jchan82 17 Juli, 2007 20:09 Fanfictions Permalink Trackbacks (0)
 

Son Goku grinste, als er es schaffte, dem Tritt auszuweichen, der nach ihm schlug. Sein Gegner stolperte ein wenig, erlangte jedoch schnell seine Fassung wieder und startete einen weiteren Angriff. Tenshinhan fluchte, als er schon wieder daneben schlug und wirbelte zu Goku herum, der ihn noch immer angrinste.

„Komm schon, Tenshinhan! Ist das alles, was du drauf hast?“, verspottete Goku ihn.

„Du hast noch längst nicht alles gesehen“, entgegnete Tenshinhan und stürzte sich auf seinen Freund. Goku wich seinen Angriffen fast ohne Probleme aus oder blockte sie, wobei das Grinsen nicht einmal sein Gesicht verließ. Das machte Spaß und gleichzeitig gab es einen riesigen Unterschied zu dem Trainingskampf von vor so vielen Wochen. Bis jetzt war es Goku noch immer schwergefallen, es zu glauben, doch er war wirklich sehr viel stärker geworden. 

Yamchu seufzte, als er sich neben Chao-Zu und Krillin hinsetzte. Gohan und Bulma standen an der Seite und feuerten Goku an, während der Rest entweder faul an Deck saß oder unter Deck war, so wie ChiChi, nur dass sie sich nicht ausruhte sondern in der Kombüse ihr Mittag kochte. „Es scheint so, als ob Tenshinhan wirklich keine Chance gegen ihn hat. Goku ist zu stark geworden. Ich wage fast zu sagen, unschlagbar.“

„Du könntest Recht haben“, sagte Chao-Zu, ein wenig enttäuscht, dass sein bester Freund schon wieder verlor. Tenshinhan wurde langsam frustriert. Nichts von dem, was er tat, funktionierte. Wenn er früher auch noch die geringste Chance gehabt hatte, zu siegen, verlor er nun spektakulär. Er stolperte zurück, als ein harter Tritt von Goku ihn am Bauch traf, doch er erholte sich schnell und schwang sofort seine Faust nach Gokus Kiefer und traf ihn.

Der Saiyajin sah den Bruchteil einer Sekunde ein wenig verdutzt aus. Tenshinhan wollte diese Möglichkeit gerade nutzen, um einen weiteren Treffer zu landen, als er plötzlich zurück gegen die Reling geworfen wurde. Benommen setzte er sich auf und starrte den Mann vor sich an. Er hatte nur davon gehört, doch es mit seinen eigenen Augen zu sehen machte es endlich wahr. Die gleiche goldene Aura, die ihn schon auf Friezas Insel umgeben hatte, umhüllte ihn nun wieder und begann langsam zu verblassen, wobei sie einen goldhaarigen und grünäugigen Saiyajin zurückließ.

„Das ist... fantastisch“, keuchte er, als er beinahe die Macht seines Freundes spüren konnte.

Son Goku hatte einen konzentrierten Ausdruck auf seinem Gesicht, als er versuchte, die Macht festzuhalten, während er die erschrockenen Blicke, die die anderen ihm zuwarfen, ignorierte. Er hatte ehrlich nicht erwartet, dass es funktionierte, da er es einfach nur hatte ausprobieren wollen, nachdem er die letzten paar Wochen über die Verwandlung nachgedacht hatte. Nenn es Eingebung, doch tief im Inneren hatte er gewusst, dass er es jetzt schaffen würde. Es war nur nötig, die Wut in seinem Körper zu konzentrieren und irgendwie brauchte er jetzt weniger Wut als damals bei seiner ersten Verwandlung.

Mit einem tiefen Atem ließ er die Wut los und spürte, wie die Macht ihn verließ. Er hob seinen Kopf und grinste seine Freunde an, während er sich am Hinterkopf kratzte. „’tschuldigung. Ich hoffe, ich hab euch nicht zu sehr Angst eingejagt.“

„Dad?“, fragte Gohan neugierig. „War das der Legendäre?“

„Das war der Legendäre“, antwortete Krillin an Gokus Stelle. Es befand sich ein ehrfürchtiges Lächeln auf seinem Gesicht. „Das ist großartig, Goku! Glaubst du, du kannst das noch mal machen?“

„Ich glaube schon...“, murmelte Goku und konzentrierte sich wieder.

Bulma konnte ihren Augen nicht trauen, als die Verwandlung ein zweites Mal innerhalb von wenigen Minuten stattfand. Das war es, was Frieza besiegt hatte? Das war der Legendäre? Das war unglaublich! Niemals zuvor hatte sie so etwas gesehen.

Plötzlich hielt sie inne, als ihr ein Gedanke durch den Kopf schoss. Konnte- konnte es sein? 

„Essen ist fertig!“, brüllte Chichi, noch immer mit einem Kochlöffel in ihrer Hand, als sie an Deck trat, doch verharrte, als sie Son Goku sah. Der Löffel fiel klappernd zu Boden. „G-Goku? Bist du das?”

Goku drehte seinen Kopf und als er den bestürzten Blick auf ihrem Gesicht sah, ließ er die Macht wieder los und wurde wieder normal. Ihr ein verlegenes Lächeln zuwerfend, sagte er: „Das war der Legendäre. Ich glaube, ich habe herausgefunden, wie man es kontrolliert.“

„Warum musst du es kontrollieren können?“, fragte ChiChi und verschränkte ihre Arme vor der Brust. „Frieza ist tot, deshalb brauchst du diese Macht nicht mehr. Und denk nicht mal daran, das Gohan beizubringen! Sobald wir wieder zu Hause sind, wird er wieder studieren, damit er ein Gelehrter werden kann. Und jetzt, kommt runter. Euer Mittag wird kalt.“

„Nun, ich glaube, wir müssen uns mit unserem Mittag etwas beeilen“, verkündete Krillin plötzlich mit einem breiten Grinsen, als er Goku das Fernglas gab, durch welches er gerade einen kurzen Blick geworfen hatte, als er geglaubt hatte, etwas am Horizont erkennen zu können. „Ich kann Land sehen.“

Goku schaute hindurch, und dieses Mal, als er die Küste erkannte, lächelte er. „Wir sind zu Hause.“


Kapitel 44 (Teil II): Rolling Home

jchan82 17 Juli, 2007 20:02 Fanfictions Permalink Trackbacks (0)
Die Zeit bis sie Namek erreichten kam immer näher. Bulma hatte gehört, wie Goku zu Dende gesagt hatte, dass es nur noch etwa zwei Tage dauern würde, bis er zu Hause war. Es war wieder mitten in der Nacht und sie wusste, dass Krillin auf sie warten würde, wenn sie nicht bald aufstand. Aber irgendwie, egal wie sehr sie ihre Treffen genoss, fühlte sie sich seit Tagen so furchtbar erschöpft, dass sie es ernsthaft in Erwägung zog, einfach im Bett zu bleiben.

Das war alles Vegetas Schuld. Wenn ihr letztes und einziges Gespräch auf diesem Schiff ein wenig anders verlaufen wäre, könnte sie sich besser fühlen. Aber so wie es nun mal war, hatte sie kaum Hunger und ihr wurde übel, wann immer sie Essen sah oder roch. Und dann war sie müde, immer so müde. Dann aber wieder würde sie meistens am liebsten irgendjemanden anschreien oder sich die Augen ausheulen. Die Sorge um ihn und ihre Zukunft war der Grund dafür, für all das. Wie konnte jemand von ihr erwarten, nicht krank zu sein, wenn ihr Geliebter höchstwahrscheinlich sterben würde?

Sie wandte ihren Kopf um und sah den Mond durch das Fenster. Es war Zeit für sie nach draußen zu gehen. Krillin war wahrscheinlich bereits besorgt – oder vielleicht erleichtert, in der Hoffnung, dass sie einmal früh eingeschlafen war.

Mit einem leisen Seufzer schwang sie ihre Beine über die Bettkante und stand auf, wobei sie ihren Umhang nahm und ihn über ihre Schultern warf. Sie warf einen kurzen Blick zu ChiChi und Juuhachigou über ihre Schulter, die beide fest schliefen, bevor sie aus dem Zimmer schlich.

Es war wieder vollständig dunkel in dem Flur, deshalb war sie überrascht, als sie plötzlich ein flackerndes Licht am Ende sah. Neugierig trat sie vorwärts und fluchte leise, als sie Son Goku im sanften Licht der Kerze, die er in seinen Händen hielt, erkannte.

„Du bist spät“, sagte er zu ihrer großen Überraschung.

Sie äugte ihn argwöhnisch, da sie nicht wirklich wusste, was sie davon halten sollte. Hatte er sie bereits erwartet? Offensichtlich... Aber warum? Wollte er sie wieder zurück ins Bett schicken und sie dafür schelten, dass sie so spät noch auf war? Würde er ihr vielleicht über ihre Gesundheit eine Standpauke halten und sie wieder mit seinen Fragen nerven?

„Krillin hat mir gesagt, dass du kommen würdest“, erklärte Goku und Bulmas Augen verengten sich. Sie würde mit ihm darüber sprechen müssen. „Komm schon. Lass uns an Deck gehen.”

Ihr Verdacht, dass definitiv etwas vor sich ging, wurde nur verstärkt, als sie ihm durch die Tür und an Deck folgte. Als sie anhielt, konnte Bulma nicht anders als zu bemerken, genau wo er nun stand. Ihr Blick wanderte von ihm zu der Luke und wieder zu ihm. „Was hat das hier zu bedeuten, Son Goku?“, zischte sie.

Goku warf ihr ein Grinsen zu, bückte sich und öffnete die Luke. Es war ganz dunkel dort drinnen, deshalb gab Goku ihr die Kerze. „Ich will nur, dass du glücklich bist. Geh runter und sprich mit ihm, aber wenn du wieder hochkommst, möchte ich ein Lächeln auf deinem Gesicht sehen. Verstanden?“

Bulma sah ihn mit weiten Augen an, als sie langsam verstand, was Goku von ihr wollte. Er gab ihr wirklich die Chance, mit Vegeta zu reden, nachdem er ihr immer und immer wieder gesagt hatte, dass er das wegen der anderen nicht tun könnte. Sie wandte ihren Kopf herum und sah Krillin, der ihr mit einem Grinsen auf seinem Gesicht zuzwinkerte. Ein kleines dankbares Lächeln zog an ihren Lippen, als sie sich wieder zur Luke drehte und in die Dunkelheit hinabstieg.

Die Kerze in ihrer Hand strahlte nur genug Licht ab, damit sie alles im Umkreis von etwa einem bis zwei Meter sehen konnte, deshalb sah sie ihn erst, als sie direkt vor der Zelle stand. Vegeta schien zu schlafen, als er mit seinem Rücken zu ihr auf dem Feldbett lag. Oder vielleicht täuschte er auch nur vor zu schlafen, was wahrscheinlicher war.

„Vegeta?“, flüsterte sie, nachdem sie sich auf eine Kiste gesetzt hatte, die vor der Zelle stand und stellte die Kerze auf ein Fass daneben. Bulma hatte halbwegs erwartet, dass er sie ignorierte, genauso wie er es schon das letzte Mal getan hatte, daher war sie überrascht, als er sprach.

„Was willst du?“, fragte er schroff, doch wandte sich nicht zu ihr um.

Bulma war von seiner Antwort nicht gestört. Sie hatte genug Zeit gehabt um sich daran zu gewöhnen. „Ich muss mit dir reden.“

„Geh zu Bett. Es würde dir nichts Gutes tun, wenn Kakarotto herausfindet, dass du hier bist.“

 Wenn er sich umgedreht hätte, hätte er das Grinsen auf ihrem Gesicht gesehen, doch da er immer noch der Wand zugewandt war, konnte er es nur in ihrer Stimme hören. „Es war Goku, der mir gesagt hat, hier runter zu kommen.“

Vegeta, von diesem plötzlichen Wandel überrascht, setzte sich auf und sah sie an. Was er sah, verursachte ein merkwürdiges Gefühl in ihm. Das Weib war blass mit dunklen Augenringen und sie hatte scheinbar Gewicht verloren. Nicht einmal während ihrer Zeit auf seinem Schiff hatte sie jemals so ausgesehen. „Was hast du gesagt?“

„Goku hat mir gesagt, hier runter zu kommen“, wiederholte Bulma, ein bisschen glücklicher, nun da er sie zumindest anschaute. „Ich nehme an, Krillin hat mit ihm geredet. Er macht sich etwas Sorgen um mich—“

Vegeta schnaubte. Er konnte ganz klar sehen warum. Es war nicht nur, dass sie aussah, als hätte sie seit Tagen nichts zu Essen bekommen und kaum die Sonne zu Gesicht bekommen. Er konnte ihre Erschöpfung schon fühlen. Hatte sie überhaupt geschlafen, seit sie das letzte Mal hier unten gewesen war?

Zumindest war der Funken noch da, bemerkte er erleichtert, als er ihr in die Augen schaute. Sie waren auf ihn gerichtet und brannten mit einem Feuer, das er während den letzten Wochen, während er hier unten gewesen war, am meisten vermisst hatte, egal was er versucht hatte, sich weiszumachen.

„Du willst den Grund dafür wissen?“, schnauzte sie, doch sie wartete nicht auf eine Antwort von ihm, da sie einfach weiterredete. „Du bist der Grund! Ich kann nachts nicht schlafen, wegen dir! Ich kann nichts essen, weil ich mir um dich Sorgen mache! Ich kann nicht rausgehen und meine vermeintlichen Freunde treffen, weil ich wütend auf sie bin wegen dem, was sie dir angetan haben!“

„Unsinn!“, schnappte Vegeta. „Das ist Unsinn!“

„Und warum genau ist das Unsinn?“ Bulma stand auf und trat näher an die Zelle heran mit ihren Händen in ihre Hüfte gestemmt. Ihr Gesicht war ein wenig gerötet, als ihr Blut vor Wut begann zu kochen. Sie konnte es nicht glauben! Wie konnte er denken, dass das Unsinn war? „Es tut mir Leid, Vegeta, aber ich kann nichts für meine Gefühle. Wenn du mir nur etwas geben könntest, etwas Hoffnung, an die ich mich klammern kann, könnte ich nachts besser schlafen und mir nicht die ganze Zeit Sorgen um dich machen.“

„Was genau willst du von mir?“ Seine Stimme war rau, doch seine Augen erzählten eine andere Geschichte. Sie waren verwirrt und er wusste nicht, wie er damit umgehen sollte.

Sie seufzte und nahm ihre Hände von den Hüften und griff stattdessen an die eisernen Gitter. Ihre Stirn berührte das kühle Metall und sie schloss ihre Augen für den Bruchteil einer Sekunde, bevor sie antwortete: „Sag mir, dass du dich nicht aufgegeben hast. Sag mir, dass du nicht alles aufgegeben hast, wofür du dein ganzes Leben gekämpft hast. Sag mir, dass du nicht sterben willst.“

„Ich...“ Vegeta zögerte und Bulma schaute ihn an; Hoffnung schien in ihren blauen Augen. Was sollte er zu ihr sagen?

Er hatte aufgegeben. Er hatte es schon getan, als er gegen Frieza gekämpft hatte, vielleicht sogar schon früher.

Er wird dich töten!

Denkst du etwa, ich weiß das nicht?

Er hatte alles aufgegeben, wofür er sein ganzes Leben gekämpft hatte.

Die Legende besagt, dass nur—

Der Legendäre das Biest besiegen kann. Wenn man allerdings bedenkt, dass Son Goku in der Tat dieser legendäre Krieger ist, dann ist das durchaus möglich.

Aber wollte er wirklich sterben?

Das wäre der einfache Ausweg, der Ausweg des Feiglings, und er war ganz bestimmt kein Feigling. Nur manchmal konnte man den Tod nicht verhindern. Genauso wie man seinen eigenen nicht verhindern konnte. Nur ein Narr würde ihn nach der Verhandlung nicht hängen. Wie auch immer, zumindest gab es etwas, was er zu dem Weib sagen könnte um es für sie leichter zu machen.

„Nein, Weib. Ich will nicht sterben.“

Ein erleichtertes Lächeln huschte über ihr Gesicht und ein Schluchzer entkam ihrer Kehle. Bulma wischte schnell mit ihrem Ärmel über ihre Augen um die Tränen, die zu fallen drohten, zu trocknen. Es war nicht viel, doch es war etwas, ein kleiner Hoffnungsschimmer in der Dunkelheit, die dabei gewesen war sie zu übermannen. „Dann werden wir einen Weg finden“, sagte sie, von jedem Wort, das über Lippen kam, überzeugt. „Wir finden einen Weg um dich herauszuholen. Du wirst nicht sterben müssen, Vegeta, wenn du es nicht willst.“

Sie langte nach ihm und schaffte es sein Hemd durch die Gitter zu ergreifen. Sie zog ihn auf und näher an sie heran. „Weib“, brummte Vegeta in schwachem Protest, als er auf sie zutrat. Nur wenige Zentimeter trennten sie nun und er konnte ihre Körperwärme spüren, trotz der Kälte in dem Frachtraum. Die Spannung zwischen ihnen war unerträglich, das Verlangen sie zu berühren fast unwiderstehlich, und es bedurfte seiner ganzen Selbstbeherrschung um seine Hände bei sich zu behalten. Doch seine Selbstbeherrschung entglitt ihm mit jedem Moment, den er so nahe bei ihr verbrachte und doch konnte er nicht den Willen finden, zurückzutreten.

Die vergangenen Wochen ohne sie waren einfach zu lang gewesen.

„Vegeta...“

Genauso wie es schon einmal gewesen war, brach ihr Flüstern seine gesamte Entschlossenheit und er ergriff sie, zerrte sie so gut es ging mit dem Gitter noch zwischen ihnen an sich heran und drückte seine Lippen fest auf ihre. Ein Stöhnen entkam ihren Lippen und sie vergrub ihre Hände in seinen wilden schwarzen Locken. Seine Hände waren überall auf ihr, berührten, ertasteten, wiederentdeckten ihren Körper durch den dünnen Stoff ihres Nachthemdes. Wann immer seine Finger ihre nackte Haut berührten, sei es an ihrem Hals oder wenn er das Nachthemd an ihrem Bein hochschob, verursachten sie ein brennendes Feuer in ihrem ganzen Körper.

Es war genauso wie das eine Mal während des Sturms. Der Kuss hinterließ sie atemlos, doch mit dem Verlangen nach mehr. Wenn die Gitter nicht gewesen wären, war sich Bulma ziemlich sicher, dass sie schon ein paar Kleidungsstücke weniger tragen würde, genauso wie er. Momentan hatte sie es kaum geschafft, sein Hemd aufzureißen, während seine Lippen noch immer auf ihren waren. Sie musste ihn wieder nahe bei sich spüren, musste ihn wieder spüren können. Und sie verspürte das Verlangen, ihm die gleiche Befriedigung zu erteilen, die gleiche Ekstase, die er ihr ermöglichte und wenn sein Stöhnen gegen ihren Mund ein Anhaltspunkt war, konnte sie sagen, dass sie Erfolg hatte.

Bulma wollte ihn nie wieder loslassen, denn wenn sie es tat, wusste sie, dass ein Teil von ihr fehlen würde. Wenn sie es tat, würde sie eine lange Zeit warten müssen, bis sie ihn wieder berühren oder einfach bei ihm sein konnte.

Vegeta wusste von seiner Anwesenheit bevor er ihn hörte, deshalb kam das Räuspern für ihn nicht so überraschend wie für das Weib. Sie sprang von ihm weg, und strich ihre Kleidung glatt, doch es war schon zu spät. Kakarotto hatte sie gesehen und dessen war sie sich bewusst. Ihr Gesicht war dunkelrot, doch sie lächelte verlegen und Vegeta hatte ein selbstzufriedenes Grinsen auf seinem Gesicht, als er sich einfach dem anderen Saiyajin zuwandte, der versuchte mit einem scheuen Grinsen auf seinem Gesicht überall hinzuschauen nur nicht zu ihnen.

„Öhm...“ Goku zögerte, da er absolut nicht wusste, was er sagen sollte. Um ehrlich zu sein, hatte ihn das hier ziemlich überrascht. Er hatte erwartet, dass sie redeten und nicht das taten, was sie getan hatten. Nun, zumindest lächelte Bulma wieder. „Ich wollte nicht stören, aber ich glaube, es ist Zeit, dass du wieder in deine Kabine zurückkehrst, Bulma.“

„Gut“, nickte Bulma, die noch immer furchtbar errötet war. Sie trat ein paar Schritte von der Zelle fort, doch erinnerte sich dann an etwas und ging zurück ihm um zu flüstern: „Ich verspreche dir, Vegeta, ich werde einen Weg finden. Ich liebe dich.“ Nachdem sie ihm ein strahlendes Lächeln zugeworfen hatte, durchschritt sie den Frachtraum und kletterte gefolgt von Goku hinaus.

Vegeta starrte ihr dieses Mal einfach nach, als ihm langsam bewusst wurde, was genau sie gerade zu ihm gesagt hatte. „Verdammt!“, murmelte er, konnte jedoch das zufriedene Grinsen nicht von seinem Gesicht fernhalten.  

~*~ 

Da ist Namek, dachte Bulma, als sie nicht einmal zwei Tage später über die Reling hinausschaute. Die Ouji war gut vorangekommen und sie waren schneller gewesen als erwartet. Es war Morgen und in etwa einer halben Stunde würden sie im Hafen des Dorfes des Ältesten vor Anker gehen. Sie hatte es noch nie von der See aus gesehen, doch sie hatte gehört, dass Radditz und Nappa – ein kleiner Schauer jagte über ihren Rücken, als sie an ihn dachte – fast das ganze Dorf zu Boden gebrannt hatten, deshalb war sie überrascht zu sehen, dass viele Gebäude und Häuser schon wieder aufgebaut wurden.

„Kommt du heute mit uns?“, fragte Goku Bulma, als er zu ihr stieß.

Keiner von ihnen hatte den Vorfall im Frachtraum wieder erwähnt und Bulma war dafür dankbar. Goku hatte das wirklich nicht sehen müssen, doch Bulma war froh, dass es überhaupt geschehen war. Sie war wirklich dankbar, dass er ihr diese Möglichkeit gegeben hatte, mit Vegeta zu sprechen, denn jetzt hatte sie wieder etwas Hoffnung. Vegeta wollte nicht sterben. Das musste etwas bedeuten. Sie war glücklicher als sie seit Wochen gewesen war und nicht mehr so müde, da sie die letzten zwei Nächte nicht bei Krillin an Deck, sondern fest schlafend in ihrem Bett verbracht hatte. Gut, Essen war immer noch ein empfindliches Thema, doch Bulma nahm an, dass sie sich einfach wieder daran gewöhnen musste zu essen, nachdem sie mehr als zwei Wochen lang kaum etwas zu Essen angerührt hatte. Es tat ihr nur um Krillin Leid, da er jetzt seine einzige Unterhaltung während der langen Stunden am Steuerruder verloren hatte.

„Ja, ich komme mir euch, Goku“, antwortete sie grinsend. „Ich kann es kaum erwarten das Dorf zu sehen, während ich nicht von einem grumpigen Piraten herumgezerrt werde, der dazu gezwungen ist, Kleider für mich zu kaufen.“

Goku runzelte die Stirn. Bulma hatte ihnen nicht viel über ihren ersten Aufenthalt auf der Ouji erzählt, doch ab und zu hatte sie etwas erwähnt und meistens war es etwas Lustiges gewesen, wie jetzt. Er war froh, dass sie an ihre Gefangenschaft zurückdenken und die guten Seiten sehen konnte und nicht, wie die meisten Leute, die so etwas ähnliches durchgemacht hatten, sich in der Verzweiflung und der Dunkelheit verlor, die sie in ihnen verursacht hatte.

„Es freut mich, das zu hören“, sagte Goku und erwiderte das Grinsen. 

~*~  

Weniger als eine Stunde später verließ die Mannschaft die Ouji im Haupthafen von Namek. Doch dieses Mal waren es wirklich nur Goku, Bardock, ChiChi, Gohan, Bulma, Piccolo und Dende, die in die Stadt gingen. Die anderen hatten sich entschlossen entweder an Bord zu bleiben oder die nötigen Waren direkt im Hafen zu kaufen.

Da es noch Morgen war, war das geschäftige Treiben stärker als am Nachmittag, als sie das letzte Mal da gewesen waren. Goku war sogar noch überraschter davon, da die Stadt, als sie sie das letzte Mal verlassen hatten, von dem Feuer beinahe vollkommen zerstört worden war. Doch Goku war erstaunt und gleichzeitig glücklich festzustellen, dass die Namekianer sich schnell von dem Angriff erholt hatten.

Der Gang zu dem Haus des Ältesten war ein kurzer, doch anstatt ein neues Haus dort zu finden, befand sich dort noch eines im Bau und es war keine Menschenseele zu sehen, da die Arbeiter anscheinend Pause machten. Goku blickte zu seinen Freunden, und fühlte sich ein wenig verloren, da er nicht wusste, wo der Älteste jetzt lebte. Er warf Piccolo einen hilflosen Blick zu, doch es war Dende, der ihm half, als der Junge plötzlich anfing zu winken und ausrief: „Guru!“

Goku wandte sich um und sah einen älteren Namekianer auf sie zukommen, nachdem er den Ruf des Jungen gehört hatte. „Dende, bist du das?“, fragte der andere Namekianer, Guru, überrascht. Ein breites Grinsen breitete sich auf seinem Gesicht aus, als er den jungen Namekianer erkannte. „Du bist es wirklich! Du bist zurück!“

„Ja, das bin ich! Wir alle. Son Goku...”, sagte Dende und wies zu dem jüngeren Saiyajin in seiner Begleitung. Guru nickte dem legendären Seemann und seinen Freunden grüßend zu, während Dende fortfuhr: „...hat Frieza besiegt und wir haben alle sieben Dragonballs, obwohl sie jetzt nichts weiter als Steinkugeln sind, da wir den Wunsch benötigt hatten. Guru ist weiteres Mitglied unserer großen Familie, des Drachenclans, und er weiß von den Dragonballs“, erklärte Dende den anderen schnell.

„Das sind fantastische Neuigkeiten“, sagte Guru, bevor er sich Goku ganz zuwandte. „Wir stehen alle in Eurer Schuld, Son Goku. Frieza war ein schreckliches Monster und die Dragonballs hätten in seinen Händen fürchterliches Chaos und Zerstörung angerichtet. Wie auch immer, Ihr solltet jetzt sofort zu dem Ältesten gehen und ihm von Eurer Leistung berichten. Er hat schon seit Tagen auf Eure Rückkehr gewartet, mit den Worten, dass er im Wind eine Veränderung gespürt hätte.“

Piccolo trat vor und überraschte den anderen Namekianer, da dieser ihn noch nicht bemerkt hatte. „Wisst Ihr, wo der Älteste jetzt lebt?“

„P-Piccolo“, stotterte Guru. „Der Älteste und Nail hatten mir erzählt, dass du auch zu dieser Mission gehörst, doch ich wollte ihnen nicht glauben. Sie hatte gesagt, dass du dich gebessert hast und jetzt im Palast von Lord Briefs arbeitest.“ Statt des misstrauischen Blicks, den Piccolo erwartet hatte, bot ihm Guru ein kleines Lächeln. „Ich bin froh, dass ich Unrecht hatte. Es ist gut, dich wieder hier zu haben, Piccolo. Ich bin mir sicher, dass Nail sich auch freuen wird, dich zu sehen. Aber um deine Frage zu beantworten – bis sein Heim wieder aufgebaut ist, lebt er in meinem Haus, welches von dem Feuer verschont geblieben war.“

„Könntet Ihr uns dorthin bringen?“, wollte Goku wissen. Guru nickte nur mit einem freundlichen Lächeln auf seinem Gesicht und wies sie an, ihm zu folgen.

Es war ein kurzer Gang von kaum zehn Minuten bis sie vor einem kleineren Haus zum Stehen kamen. Guru ging hinein und Goku und die anderen folgten ihm. Die Tür führte direkt in ein kleines und gemütliches Wohnzimmer und sie konnten trotz der Wärme draußen ein Feuer knistern hören. Vor dem Kamin stand ein riesiger Sessel und sie konnten die Umrisse eines großen grünen Kopfes über der Rückenlehne des Sessels erkennen.

„Saichourou, ich habe Euch Gäste gebracht“, verkündete Goku, nachdem Bardock die Tür hinter ihnen geschlossen hatte. „Dende ist zurückgekehrt und bei ihm sind Son Goku und ein Teil seiner Mannschaft.“

Sie konnten eine Bewegung im Sessel hören. „Dende“, murmelte eine tiefe und müde Stimme. „Und Son Goku. Ich bin froh, dass Ihr zurück seid. Ich hoffe, Ihr bringt uns gute Neuigkeiten.”

„Das tun wir“, sagte Son Goku, als er vor trat. „Frieza ist tot, wir haben meine Freundin gerettet und wir haben Euch alle sieben Kugeln und zwei von den Karten mitgebracht. Die dritte wurde unglücklicherweise während des Kampfes zerstört.“

„Das sind in der Tat gute Nachrichten. Guru, hilf mir bitte mich umzudrehen. Ich möchte gerne mit ihnen von Angesicht zu Angesicht sprechen.“ Guru ging sofort zu ihm, doch mit ihm kamen Piccolo und Goku und halfen den Sessel umzudrehen. Ein zufriedenes Lächeln war auf dem Gesicht des Ältesten zu sehen, als er seine Besucher anschaute. „Dende, du bist gewachsen, genauso wie du, Gohan. Ihr habt euch alle verändert, doch das war zu erwarten. Und ich sehe, Ihr habt einige Zuwächse zu Eurer Mannschaft bekommen, Son Goku.“

Goku nickte und winkte seinen Vater und Bulma zu ihnen herüber. „Das ist Bardock, mein totgeglaubter Vater. Er hat fünfundzwanzig Jahre lang in Friezas Kerker überlebt. Und meine Freundin Bulma Briefs, die von den Piraten entführt worden war.“

„Es freut mich, Euch kennen zu lernen, Bardock, Lady Bulma“, erkannte Saichourou den alten Saiyajin und die blauhaarige Frau mit einem kleinen Nicken an.

Bardock und Bulma neigten beide ihre Köpfe. „Ältester.“

„Aber nun, setzt Euch bitte und erzählt mir von Eurer Reise“, drängte der Älteste sie. „Ich bin mir sicher, Ihr habt viel erlebt und viel gelernt, sowohl über Eure Verbündeten als auch über Eure Feinde.“ Als er den letzten Teil sagte, warf er Goku einen kurzen Blick zu und Goku wurde an etwas erinnert, das Saichourou zu ihm gesagt hatte, bevor sie vor so vielen Wochen aufgebrochen waren.

Seid nicht so hart mit dem Prinzen. Er ist nicht so wie Ihr denkt. Irgendwo tief in seinem Inneren ist etwas erwacht. Er hat angefangen, sich zu sorgen, obwohl er es sich selbst gegenüber noch nicht zugeben will. Denkt daran, dass jede Person eine zweite Chance verdient.

Hatte der Älteste wirklich das erkannt, was die meisten seiner Freunde noch immer nicht sehen wollten? Er hatte Recht. Vegeta verdiente eine zweite Chance und Goku würde alles in seiner Macht stehende tun um ihm diese Chance zu ermöglichen.  

~*~ 

Es war am Morgen zwei Tage später, als alle, sogar Saichourou, am Hafen versammelt waren um sich von Son Goku und seiner Mannschaft zu verabschieden. Sie waren zwei Tage auf dieser Insel geblieben. Den ersten Tag hatten sie in Gurus Haus verbracht und alles erzählt, was bei ihnen geschehen war, seit sie Namek das letzte Mal verlassen hatten. Son Goku hatte dem Ältesten den Beutel mit den Kugeln und den verbleibenden zwei Karten gegeben, als er von dem Wunsch erzählte, den sie benutzt hatten. Als er sie wieder in seinen Händen gehalten hatte, hatte Saichourou versprochen das gleiche zu tun wie seine Vorfahren und Krieger fortzuschicken, um die Dragonballs überall auf der Welt zu verteilen.

Am zweiten Tag, nachdem Saichourou darauf bestanden hatte, dass sie länger blieben als beim letzten Mal, hatte Nail sich einverstanden erklärt, ihnen die Stadt und die Region mit ihrer Natur zu zeigen. Dieses Mal hatten auch die anderen Mitglieder der Mannschaft, bis auf Tenshinhan und Chao-Zu, die sich willentlich bereit erklärt hatten, auf das Schiff und ihren Gefangenen aufzupassen, den Wunsch geäußert sie zu begleiten. Diese ungewöhnliche Gruppe, die aus mehreren Menschen, Saiyajins und einer Jinzoningen bestand, war froh, diese Möglichkeit zu bekommen.

An dem gleichen Abend, nachdem seine Männer wieder zum Schiff zurückgekehrt waren, waren Goku und seine Familie, sowie Bulma und Piccolo von Saichourou eingeladen worden, um mit ihm zu speisen. Geschichten wurden wieder erzählt und Zukunftspläne erläutert. Es war gut nach Mitternacht gewesen, als sie wieder zur Ouji zurückgekehrt waren.

Dende und Gohan hatten die letzten zwei Tage voll genutzt um die letzten wertvollen Stunden miteinander zu verbringen, bevor sie sich trennen mussten, da der junge Namekianer auf der Insel bleiben wollte. Während ihrer langen Reise waren die beiden Jungen sehr gute Freunde geworden und sich zu verabschieden würde für beide sehr hart werden, vielleicht für Gohan sogar ein wenig härter, da Dende auf dieser Insel Freunde in seinem Alter hatte und Gohans einziger Freund in dem Palast Piccolo war.   „Bist du sicher, dass du nicht hier bleiben möchtest, Piccolo?“, fragte Dende den älteren Namekianer, als es Zeit wurde, dass die Mannschaft an Bord ging.

Piccolo nickte und warf Saichourou und seinem Bruder Nail, der auch gekommen war, einen flüchtigen Blick zu. „Diese Insel ist nicht mehr mein Zuhause. Außerdem werde ich in der westlichen Hauptstadt viel mehr gebraucht. Die meisten Krieger dort sind wirklich erbärmlich.“

Er hatte ein kleines Grinsen auf seinem Gesicht, als er dieses sagte und Goku musste schmunzeln. „So schwer es mir auch fällt, es zuzugeben, aber Piccolo hat Recht. Menschen sind einfach nicht so stark wie zum Krieger ausgebildete Namekianer oder Saiyajins.“

„Nun denn, Bruder“, sagte Nail, als er vortrat und ihm seine Hand entgegenstreckte. „Ich wünsche dir alles Gute.“

„Danke“, antwortete Piccolo und nahm die angebotene Hand. „Ich verspreche, ich werde eines Tages zu Besuch kommen, wenn ich hier willkommen bin.“

Saichourou lächelte gütig, als er seinen Kopf ungläubig schüttelte. „Warum solltest du hier nicht willkommen sein, Piccolo? Du bist einer von uns. Egal was du sagst, diese Insel wird immer ein Zuhause für dich sein.“

Währenddessen umarmten Gohan und Dende sich fest, vollkommen gleichgültig dem gegenüber, was die Erwachsenen von der Schau ihrer Zuneigung füreinander hielten. Dieses war immerhin das letzte Mal für eine scheinbar lange Zeit, bis die beiden Jungen sich wiedersehen würden.

„Du versprichst zu schreiben, ja?“, fragte Dende den anderen Jungen mit Tränen in den Augen.

Gohan nickte eifrig und blinzelte seine eigenen Tränen fort. „Natürlich werde ich das. Und du versprichst mir, dass du uns irgendwann besuchst! Es gibt so viele Dinge und Orte, die ich dir zeigen muss!“

„Ich verspreche es“, sagte Dende und die Freunde umarmten sich noch einmal, bevor Dende zu Saichourou zurücktrat und Gohan zu seinen Eltern.

„Son Goku“, sagte Saichourou in seiner tiefen Stimme. „Ich habe etwas für Euch. Nail, würdest du bitte?“ Der Namekianerkrieger ging auf Goku zu und gab ihm eine Steinkugel und eine der zwei Karten. Als der Saiyajin den Ältesten verwirrt anblickte, erklärte dieser weiter: „Das ist der Dragonball mit den vier Sternen. Ich glaube, dieser hält einen Erinnerungswert für Euch.“

Goku blickte die Kugel in seinen Händen mit einem breiten Lächeln an. „Danke, Saichourou.“

„Dafür nicht.“ Der Älteste erwiderte das Lächeln. „Ich vertraue Euch auch eine der zwei verbliebenen Karten an. Wenn es jemanden gibt, den ich als würdig empfinde, um sicherzugehen, dass die Dragonballs nicht in falsche Hände geraten, dann seid Ihr es. Ihr seid wirklich ein guter Mann, Son Goku. Vergesst das bitte niemals.“

Während er die Kugel und die Karte fest in seiner Hand hielt, als ob er dem Ältesten zeigen wollte, dass ihnen nichts geschehen würde, antwortete er mit einem liebevollen Lächeln zu ChiChi: „Keine Angst, ich werde es nicht vergessen.“

Langsam wurden die letzten „Lebe wohls“ ausgetauscht und Son Goku und seine Freunde gingen an Bord. Seine Mannschaft wusste, was zu tun war, als sie sofort anfingen zu arbeiten, um den Anker zu lichten und die Segel zu setzten. Zu ihrer großen Überraschung begann Krillin zu singen, wenn auch etwas falsch, während sie arbeiteten. Sie erkannten den Text schnell als ihre Version des altbekannten Heimkehr-Shanties ‚Rolling Home’.

Dor fohr vun de Heimat mol so’n ohlen Kassen
mit Namen heet he Kintoun
dor weer bi Dag keen tid tom Brassen
dat leet man all’ns bit Obends stohn

 

Die anderen Seemänner warfen sich ein wissendes Grinsen zu, als sie beim Refrain mit einstimmten. Es war wahr, bemerkten sie. Sie fuhren endlich nach Hause.

Rolling home, rolling home, rolling home across the sea
Rolling home to dear old homeland
Rolling home, dear land to thee

Mit dieser getragenen Musik im Hintergrund, wandten Goku, seine Familie, Bulma und Piccolo ihre Aufmerksamkeit den Namekianern zu, die am Kai standen und ihnen mit traurigen Blicken auf ihren Gesichtern nachsahen.

Bi Dag dor kunn dat wein un blasen
dor wör noch lang keen Hand anleggt
doch so an’n Oben eben no veer Glasen
denn wör de ganze Plünnkrom streckt]
Rolling home, rolling home, rolling home across the sea
Rolling home to dear old homeland
Rolling home, dear land to thee

Gohan stand fast auf der Reling und winkte seinem Freund zu. Er rief nach ihm, um ihn an sein Versprechen zu erinnern. Seine Eltern winkten einfach und Piccolo nickte bloß zum Abschied.

O Kintoun, du ole Kasten
dit leed sall di een Denkmol sein
bi Snee und Reg’n wascht Yamchu de Masten
Un achtern suupt se unsen Kööm
Rolling home, rolling home, rolling home across the sea
Rolling home to dear old homeland
Rolling home, dear land to thee

Erst als der Hafen wirklich außer Sicht war, kam Gohan wieder herunter. Er lächelte, doch seine Augen glänzten mit unvergossenen Tränen. Er war sich sicher, dass er seinen Freund irgendwann wiedersehen würde.  

~*~  


Kapitel 44 (Teil I): Rolling Home

jchan82 17 Juli, 2007 19:51 Fanfictions Permalink Trackbacks (0)

Kapitel 44: Rolling Home

  

 

„Bitte sehr“, sagte Goku mit einem schmalen Lächeln, als er Bardock den gefüllten Krug gab und sich im verlassenen Gemeinschaftsraum der Ouji mit seinem eigenen Krug vor sich gegenüber von ihm hinsetzte. Es war schon spät und sie waren gerade von Friezas Verbrennung zurückgekehrt, doch keiner von ihnen hatte sich danach gefühlt, schon zu Bett zu gehen. Obwohl zu sehen, wie Friezas sterblichen Überraste zu Asche verbrannten ziemlich befriedigend und befreiend war, hatte Kynas plötzlicher Tod die festliche Stimmung gedämpft.

Ducina war unglaublich traurig gewesen, doch sie hatte gelächelt, als sie gesagt hatte, dass Kyna ein erfüllendes Leben gehabt hatte und sie seit Wochen nur darauf gewartet hatten, dass dieses passierte. Ihren alten Freund wiederzusehen und ihre Anwesenheit, als das Biest verbrannte, war wahrscheinlich das beste gewesen, was ihr vor ihrem Tod hätte passieren können, und sie hatte das Leben während einer ihrer glücklichsten Augenblicke losgelassen. Sie war wirklich zufrieden gewesen, als sie ihren letzten Atemzug genommen hatte, mit ihrem Freund an ihrer Seite und dem Tyrannen, der so viel zerstört hatte, tot vor sich.

Danach hatten sie die verstorbene Frau zurück in ihr Zimmer über der Bar gebracht, wo Bardock sie sanft auf ihr Bett gelegt hatte. Ducina hatte gesagt, dass sie den Priester am folgenden Morgen über ihren Tod informieren würde. Bardock hatte seinen Wunsch geäußert, bis zur Beerdigung zu bleiben, hatte jedoch gleichzeitig gesagt, dass sie noch eine lange Reise vor sich hätten. Die junge Frau hatte ihn verstanden und sie und Goku hatten das Zimmer verlassen, um dem älteren Saiyajin die Möglichkeit zu geben, sich von seiner alten Freundin zu verabschieden.

„Auf Kyna“, sagte Bardock und hob seinen Krug.

„Auf Kyna“, wiederholte Goku bloß und sie beide nahmen einen großen Schluck von der braunen Flüssigkeit.

Als er seinen Krug wieder auf den Tisch stellte, sagte Bardock, sehr beeindruckt: „Dieses Zeugs ist gut. Wo hast du das her?“

„Ich habe unten im Frachtraum eine ganze Kiste gefunden, zusammen mit der Goldtruhe“, entgegnete der jüngere Saiyajin mit einem Schulterzucken. „Normalerweise würde ich das Zeug nicht anrühren, während ich an Bord bin, aber ich dachte, heute Nacht ist es was anderes.“

„Du dachtest, ich bräuchte das“, sagte sein Vater grinsend, als er die wahren Gründe seines Sohnes erkannte. „Nun, ich sage zu einer Flasche Rum, die so gut ist wie diese, niemals nein. Es ist schon zu lange her. Ich habe fast vergessen, wie er schmeckt.“

Goku erwiderte das Grinsen und nahm einen weiteren Schluck. Sein Vater hatte Recht – dieser Rum war einer der besten, die er je getrunken hat. Er hätte wissen sollen, dass die Piraten nur die besten alkoholischen Getränke, die es gab, an Bord hatten. Als er von seinem Krug aufsah, bemerkte Goku den abwesenden Blick in den Augen seines Vaters, da der ältere Saiyajin offensichtlich in einigen Erinnerungen schwelgte und erlaubte sich selbst auch sich zurückzuerinnern.

Als er diese Reise vor zwei Monaten angetreten hatte, hätte er nie geglaubt, dass er der Kapitän eines Piratenschiffes sein würde und eine Flasche Rum mit seinem totgeglaubten Vater teilte. Wenn jemand ihm vor seiner Abreise von all diesen Dingen, die auf der Mission passiert waren, erzählt hätte, hätte Goku ihn für verrückt erklärt.

ChiChi zu erlauben, sie zu begleiten, Gohan an Bord zu finden, zwei Namekianer und eine Jinzoningen zu seiner Mannschaft hinzuzugewinnen, anzufangen, alles in Frage zu stellen, was er über Gut und Böse gelernt hatte, zum Gefangenen in Friezas Kerker zu werden, seinen Vater zu treffen, ein legendärer Krieger zu werden, das Biest zu bekämpfen und zu besiegen, und dann, nachdem sie Bulma verloren hatten, sie mit diesen sieben magischen Kugeln wiederzubeleben waren nur einige von diesen Dingen.

Das war wirklich viel zu verarbeiten.

Saiyajins waren nicht so schlecht, wie sie immer dargestellt wurden. Sie waren einfach eine weitere Rasse gewesen, die von einem Wesen, das viel mächtiger war als sie, korrumpiert wurde. Es war egal, woher du kamst, aber nicht, was du aus deinem Leben machtest. Das war die wichtigste Lektion, die er über den Verlauf der letzten paar Wochen gelernt hatte und es war diese Lektion, die ihm geholfen hatte zu akzeptieren, was er war. Obwohl das Blut der Saiyajins in seinen Adern floss, war er noch immer Son Goku, Sohn von Bardock, Enkel von Son Gohan, Vater eines Kindes mit demselben Namen und hoffentlich Verlobter von ChiChi.

ChiChi..., dachte er zärtlich, doch ein kleines Stirnrunzeln verzog sein Gesicht, als er sich an all den Ärger und den Schmerz erinnerte, den sie wegen ihm durchstehen musste, und sie hatten noch immer nicht miteinander geredet. Es war zu Anfang einfach alles zu hektisch gewesen und dann, als Dinge auf dem Schiff begannen sich zu beruhigen, hatten sie dieses Thema über ihre Zukunft immer geschickt umgangen. Natürlich, er hatte sie direkt nach dem Kampf geküsst und ihr gesagt, dass er sie liebte und sie als seine Frau vorgestellt, doch er hatte ihr nie von seinem neugewonnenen Vertrauen in seine Identität erzählt. Das musste sich ändern.

Aber es gab noch so viele andere Dinge, die geschehen waren. Sein Sohn besaß die gleiche legendäre Macht wie er. Krillin hatte Gefühle für eine der gefürchteten Jinzoningen entwickelt. Bulma hatte sich in den gleichen Piraten verliebt, der sie entführt hatte und er selbst fing an diesen Mann zu respektieren. Und sogar Vegeta war nicht der gleiche Mann, der er vor zwei Monaten gewesen war.

Sie hatten sich alle so sehr verändert – es war ein Wunder, dass sie sich selbst noch wiedererkannten.

Dann war da noch sein Vater. Er kannte den Mann gerade seit ein paar Tagen und doch kam es ihm schon so vor, als ob er ihn sein ganzes Leben kannte – es gab bereits eine starke Bindung zwischen ihnen, eine Bindung, die nur zwischen einem Vater und seinem Sohn existieren konnte. Sie war der Bindung, die er mit Gohan hatte, sehr ähnlich.

Goku war froh, dass sein Sohn ihm sein Verhalten nach dem, was er getan hatte, nicht nachtrug – stattdessen war der Junge ganz und gar von ihm eingenommen und all die Wut war anscheinend vergessen, als sie viel Zeit miteinander verbrachten. Manchmal leistete Bardock ihnen Gesellschaft und Gohan löcherte ihn nach Geschichten von seinem Leben vor der Gefangenschaft. Der Junge himmelte seinen Großvater bereits an und selbst die zurückhaltendsten Mitglieder seiner Mannschaft hatten den alten Saiyajin akzeptiert.

Bardock war wirklich ein guter Mann. Frieza hatte ihm angeboten für ihn zu arbeiten, doch er hatte es abgelehnt und nicht einmal gewankt, als er sich entschloss seinem König treu zu bleiben. Der Mann hatte sein eigenes Leben riskiert um das Leben seines jüngsten Sohnes zu retten und seinen ältesten Sohn getötet, als dieser alles betrogen hatte, wofür sein Vater stand. Der Saiyajin hatte fünfundzwanzig Jahre lang im Kerker gelitten und sein Wille war ungebrochen. Er glaubte nach all den Jahren noch immer an seine Vorstellungen und fand die Kraft zu kämpfen, wenn es sein musste. Goku bewunderte das.

„Du hast mir nie erzählt, woher du sie kanntest“, sagte der jüngere Saiyajin schließlich, während er in sein Getränk schaute.

Bardock lachte, schüttelte seinen Kopf ein wenig und füllte seinen Krug wieder auf, als er antwortete: „Du würdest es mir eh nicht glauben.“

„Versuch’s doch“, forderte Goku ihn heraus, nachdem er seinen eigenen Krug geleert hatte und die Flasche aus der Hand seines Vaters nahm um ihn wieder aufzufüllen. Ihm war schon ein wenig schwindelig, nur ein weiteres Zeichen dafür, wie gut dieser Rum wirklich war.

Gut“, sagte Bardock, stellte seinen Krug wieder auf den Tisch und sagte todernst: „Sie war mein Kindermädchen.“

Der jüngere Mann schnaubte vor Lachen und spuckte beinahe den Rum über den Tisch und in das Gesicht seines Vaters. Von all den Antworten, die er erwartet hatte, war diese definitiv nicht dabei gewesen.

„Ich hab dir doch gesagt, dass du mir nicht glauben würdest“, murrte er mit gespielter Betroffenheit in seiner Stimme. „In dem Dorf, in dem ich aufgewachsen bin, war sie unsere Nachbarin und hatte immer auf mich aufgepasst, wenn meine Eltern nicht da waren. Das war am Anfang von Friezas Herrschaft und zu der Zeit lebten nicht nur Saiyajins auf unserer Insel. Ich hatte sie schon immer sehr gern und als ich älter wurde, wuchs eine enge Freundschaft zwischen uns. Ich vertraute ihr mit meinem Leben, besonders nachdem meine Eltern, wahrscheinlich von Frieza oder seinen Männern, getötet wurden, und dann, später, mit dem Leben meiner Kinder – erst Radditzs, dann deins.

„Als ich die Flucht für meine Partnerin und mich organisiert hatte, hatte ich Kyna gebeten, mit uns zu kommen, da ihr Ehemann nur wenige Wochen vorher gestorben war und ihr eigener Sohn bereits zusammen mit seiner Frau und Tochter auf Ginger Island lebte. Sie hatte zugestimmt, doch wie du weißt, waren sie und du die einzigen Passagiere auf dem Boot in dieser Nacht. Ihr Ehemann war ein Bekannter von Kaiou gewesen, ein ehrgeiziger Kapitän mit viel Einfluss, deshalb hatten wir uns entschlossen, zu ihm zu gehen und ihn um Hilfe gegen Frieza zu bitten. Du weißt ja, wie das wieder geendet hatte. Kyna hatte dich zu ihm gebracht und mein Wunsch war wahr geworden – du bist in Frieden zu einem starken jungen Mann herangewachsen. Ich könnte nicht stolzer und glücklicher sein.

Eine blasse und ungewollte Röte stieg Goku ins Gesicht, als sein Vater ihm mit einem ehrlichen und glücklichen Lächeln auf dem Gesicht dieses Kompliment machte, doch er konnte nicht anders. Als er hörte, wie sein eigener Vater so etwas zu ihm sagte, ein Vater, den er erst seit wenigen Tagen kannte, rührte sich etwas in ihm. Vielleicht war es nur der Alkohol, doch Goku verspürte plötzlich das überwältigende Verlangen, diesen Mann zu umarmen. Doch er widersetzte sich diesem Verlangen und hob stattdessen bloß seinen Krug.

„Auf die Familie.“

Die beiden Krüge klirrten, als sie sich in der Luft berührten. Ihre Blicke trafen sich und eine Botschaft, die viel mehr sagte als Worte jemals ausdrücken könnten, wurde zwischen ihnen ausgetauscht, als Bardock wiederhallte: „Auf die Familie.“  

~*~  

ChiChi lächelte, als sie ein paar Tage später an Deck der Ouji trat. Es war noch früh am Morgen, doch das sanfte orangefarbene Glühen der aufgehenden Sonne traf schon auf ihr Gesicht. Sie schloss ihre Augen, als sie ihre Arme in die Luft streckte und die Wärme genoss. Eine salzige Brise blies durch ihr schwarzes Haar, welches bis zu ihrer Hüfte ihren Rücken hinunterfiel. Das leise glückliche Seufzen, das ihren Lippen entkam, war fast unhörbar, als sie ihre Augen wieder öffnete, doch ihre Laune verfinsterte sich, als sie den Mann sah, der am Bug des Schiffes stand.

Sie hatte gehofft, dass sie zu dieser frühen Stunde alleine an Deck sein würde, da sie heraus gekommen war um ohne Störungen nachzudenken. Ihr gingen so viele Dinge durch den Kopf, so viele Dinge, die sie noch immer plagten.

Ihre Beziehung zu Goku war ihre größte Sorge. ChiChi wusste noch immer nicht, was mit dieser Beziehung geschah, wenn überhaupt irgendetwas geschah. Sie wurde es langsam Leid darauf zu warten, bis Goku eine Entscheidung fällte. Er hatte sie um ein paar weitere Tage gebeten um alles durchzudenken, nur wenige Tage bevor er fast das erste Mal gestorben war.

Sie hatte gedacht, dass es schwer gewesen war, Goku zu verlieren und ohne ihn zu leben, doch irgendwie, nun, da sie auf diesem Schiff waren, so nah und doch so weit voneinander entfernt, wusste sie, dass sie Unrecht gehabt hatte. Es war schwerer, viel schwerer, ihn jeden Tag zu sehen ohne zu wissen, ob es für sie eine Zukunft gab, ohne zu wissen, was ihm durch den Kopf ging.

Ihn zu beobachten war etwas, das ChiChi in den vergangenen Tagen ziemlich häufig getan hatte. Sie beobachtete, wie er mit den anderen und besonders Gohan umging. Was sie gesehen hatte, überraschte sie – Goku verhielt sich wie sich ein Vater gegenüber von seinem Sohn verhalten würde. Das machte sie gleichzeitig glücklich und traurig. Goku liebte seinen Sohn, das war offensichtlich, doch liebte er sie genauso sehr? Wenn nicht, wenn er wegen dem, was er war, nicht mit ihr zusammen sein könnte, wenn ihre Liebe nicht stark genug war, um dieses Hindernis zu überwinden, was sollte sie dann tun? Oder noch wichtiger, was konnte sie tun?

Sie hatte sich an diesem Morgen ein wenig Einsamkeit gewünscht, um über das nachzudenken, doch offensichtlich sollte ihr Wunsch nicht erfüllt werden, als Son Goku sich umdrehte und ihr zulächelte. Sie zwang sich, dieses Lächeln zu erwidern und, ohne ihre Sorgen durchscheinen zu lassen, ging sie auf ihn zu.

„Guten Morgen“, sagte er, als sie neben ihm zum stehen kam und sein Lächeln wurde heller, als er bemerkte, wie ihr Gesicht in der frühen Morgensonne glühte. Er musste dem Verlangen widerstehen, seinen Arm um sie zu legen, da er wusste, dass sie noch nicht das Gespräch geführt hatten, doch scheinbar konnten sie es nicht länger vor sich herschieben.

„Guten Morgen“, antwortete sie sanft. Seinem Blick ausweichend, wandte sie sich wieder dem Sonnenaufgang zu. „Du bist früh auf.“

„Du aber auch...“

Schweigen fiel über sie. Goku fummelte nervös mit seinen Fingern und warf der Frau an seiner Seite einen kurzen Blick zu. Das Lächeln auf ihrem Gesicht war verschwunden, ersetzt von einem bedächtigen Stirnrunzeln. Er wusste, dass er sie verletzt hatte, mehr als einmal seit seine Unsicherheiten aufgekommen waren, doch nun hoffte er, dass er das reparieren konnte, was er mit seinem Handeln kaputt gemacht hatte.

Nachdem er einmal tief durchgeatmet hatte, um seinen Mut zu sammeln, fragte er mit einer heiseren Stimme: „Erinnerst du dich daran, was ich gesagt habe, als wir zuerst Namek und dann wieder, nachdem wir Ginger Island das erste Mal verlassen hatten?“

Die junge Frau blickte ihn erschrocken an, da sie nicht erwartet hatte, dass er jetzt darüber sprechen wollte. „N-natürlich.“ Ein unangenehmes Gefühl machte sich in ihrer Magengegend breit und sie konnte fast schwören, dass ihr Herz jeden Moment aufhören würde zu schlagen. Plötzlich war sich ChiChi gar nicht mehr so sicher, ob sie hören wollte, was er zu sagen hatte.

„Ich habe eine Entscheidung gefällt“, gab Goku zu und zögerte ein paar Sekunden, bevor er nervös mit seinen Fingern fummelnd fortfuhr: „Ich bin ein Saiyajin...“ Seine Stimme verlor sich.

„Ich verstehe“, sagte ChiChi, die niedergeschlagen klang. Ihre Augen waren mit Tränen gefüllt, doch sie wollte nicht, dass er sie sah. Sie hätte es wissen sollen. Sie hätte es wissen sollen...

Lächelnd schüttelte Goku seinen Kopf und legte seine Hand um ihre Wange, wobei er sie zwang ihn anzuschauen. „Nein, das tust du nicht, Chi. Ich bin ein Saiyajin und besonders nach dem Kampf gegen Frieza, kann ich das nicht mehr verleugnen... Aber gleichzeitig bin ich auch ein Mensch. Das Saiyajinblut in meinen Adern mag mir mehr Kraft oder die Fähigkeit des Legendären geben, doch ich wurde erzogen an den Menschlichen Vorstellungen festzuhalten. Ich wurde erzogen um ein guter Mann zu werden und nichts, nicht einmal mein Blut, wäre dazu in der Lage, das zu ändern. Ich bin, wer ich wähle zu sein, nicht meine Herkunft. Ich gebe zu, der Drang Blut zu vergießen ist noch immer da, vielleicht nach meiner Verwandlung sogar noch stärker als zuvor, doch ich kann damit umgehen. Es ist ein Teil von dem, wer ich bin und ich habe das akzeptiert. Ein Saiyajin zu sein bedeutet nicht gleichzeitig, böse zu sein, solange ich wähle, gut zu sein. Am Ende half mein Vater mir das einzusehen. Es ist egal, was ich bin. Was wichtig ist, ist wer ich bin.“

„Und wer bis du?“, fragte sie mit zitternder Stimme, sowohl mit Angst als auch Aufregung.

„Son Goku, Kakarotto, der Legendäre... Such dir einen aus, weil sie alle derselbe Mann sind. Sie sind alle ich.“ Er bemerkte die Tränen in ihren Augen, die drohten zu fallen und strich sanft mit seinem Daumen über ihre Wange. „Sie alle lieben dich und sie alle wünschen mit dir und Gohan eine Familie zu gründen.“

„Goku...“

„Natürlich nur, wenn du das noch willst.“

ChiChi blickte ihn an, unsicher über das, was sie antworten sollte. Ihre erste Antwort wäre ja gewesen, doch wenn sie weiter darüber nachdachte, war sie sich nicht mehr so sicher. Wie konnte sie sich so sicher sein, dass Goku nicht eines Tages seine Meinung ändern würde. Das wäre sowohl für sie als auch für Gohan verheerend. Wäre es nicht besser, wenn sie einfach eigene Wege gingen, wenn sie in der Westlichen Hauptstadt ankamen?

„ChiChi?“, fragte er, nachdem er schweigend unglaublich lange Sekunden gewartet hatte. Er ließ sie los und trat einen Schritt zurück.

Ihre dunklen Augen trafen seine und sie zuckte zusammen, als sie den Ausdruck in ihnen sah. Seine Augen waren mit Schmerz, Verzweiflung, Rückweisung und dem kleinen Hoffnungsschimmer erfüllt, der langsam verschwand je länger sie zögerte. Doch das hervorstehendste Gefühl von allen war die standhafte Liebe und dieses Gefühl alleine ließ alle Zweifel auf einmal verschwinden. Dieser Mann liebte sie und sie erwiderte seine Gefühle. Sollte das nicht genügen?

Son Goku seufzte und senkte seinen Blick, als er ihr Zögern bemerkte und daraus schloss, dass ChiChi offensichtlich nicht mehr mit ihm zusammen sein wollte. „Ich verstehe“, murmelte er und wandte sich zum gehen, als er plötzlich ihre Hand auf seinem Arm spürte.

„Nicht“, sagte sie, ihre Stimme stark und mit Entschlossenheit gefüllt. „Gehe nicht. Ich liebe dich, Goku, und ich will dich nicht wieder verlieren. Egal was passiert, ich wäre froh, deine Frau zu werden.“

Goku starrte sie mit weiten Augen an, als seine Gedanken versuchten, das zu verarbeiten, was sie gerade zu ihm gesagt hatte. „Du willst mich heiraten?“, fragte er dumm, seinen Ohren nicht trauend. Erst als ChiChi nickte um seine Frage zu bestätigen, breitete sich ein riesiges Grinsen auf seinem Gesicht aus. Er umarmte sie sofort und wirbelte sie herum, während er den Klang ihres Lachens in seinen Ohren genoss.

All die Nervosität in seinem Körper war verschwunden, genauso wie die unerträgliche Spannung der letzten Tage zwischen ihnen, und er wusste, dass er das richtige Tat. Er wäre verrückt gewesen, wenn er diese Frau hätte gehen lassen. Es war Liebe auf dem ersten, nun, eigentlich auf dem zweiten Blick gewesen, doch er hatte sich in sie verliebt, als er sie das erste Mal als Frau gesehen hatte. Vorher, als Kinder, hatten sie nur ab und zu miteinander gespielt, da ihr Vater und Muten Roshi gute Freunde waren.

Als Goku ein wenig schwindelig wurde, ließ er ChiChi herunter und küsste sie. Dieser Kuss war süßer als alle Küsse, die sie zuvor erlebt hatten, weil es sich jetzt einfach richtig anfühlte, einfach perfekt. „Ich liebe dich, ChiChi“, flüsterte er sanft. „Und es tut mir so Leid, dass du so lange warten musstest. Es tut mir Leid, dass ich dir mit meinen Taten wehgetan habe, doch nun weiß ich endlich, wo ich hingehöre, und das ist an deiner Seite.“

„Oh Goku...“, seufzte ChiChi lächelnd und kuschelte sich an Gokus Brust, als er seine Arme fest um ihre Hüfte wickelte und sie näher an sich heranzog, als ob er sie nie wieder loslassen wollte. 

~*~  

Krillin lächelte von seinem Platz an dem Steuerruder, als er das Paar am Bug beobachtete und bemerkte, dass alles zwischen ihnen wieder in Ordnung war. Es war nicht seine Absicht gewesen, diesem Gespräch beizuwohnen und er fühlte sich wie ein Eindringling, doch was hätte er tun sollen? Das Schiff konnte nicht von alleine nach Namek fahren. Stattdessen versuchte er sich alleine darauf zu konzentrieren, das Schiff zu steuern, obwohl er zumindest aus seinen Augenwinkeln heraus sehen konnte, was dort unten vor sich ging, egal wie sehr er versuchte sich zu konzentrieren. Eigentlich war Krillin sich ziemlich sicher, dass Goku und ChiChi zu sehr in ihrer eigenen kleinen Welt verfangen waren, um an seine Anwesenheit auch nur einen einzigen Gedanken zu verschwenden.

Er freute sich wirklich für sie. Sie verdienten es beide nach all dem, was sie durchmachten mussten. Krillin hatte gesehen, wie am Boden zerstört ChiChi nach dem Sturm gewesen war, als sie alle geglaubt hatten, dass Son Goku tot war, obwohl sie immer tapfer geblieben war. Es war auf der Kintoun allgemein bekannt gewesen, dass es zwischen dem Paar Probleme gegeben hatte, nachdem sie Namek verlassen hatten, und dass diese noch nicht gelöst waren, als der Sturm gekommen war.

Nun, wenn nur jeder von ihnen ihr glückliches Ende haben konnten. Seit sie Ginger Island hinter sich gelassen hatten, hatte Bulma kaum ihre Kabine verlassen. Sie blieb die meiste Zeit im Bett und kam nur nachts heraus, wenn sie wusste, dass er die einzige Person an Deck war. Krillin hatte versucht, mit ihr zu sprechen, ihr verständlich zu machen, dass sich die anderen um sie Sorgen machten, doch sie wollte einfach nicht zuhören. Wann immer er dieses Thema anschnitt, steuerte sie schnell das Gespräch in eine andere Richtung.

Krillin wusste nicht, was während den wenigen Stunden, die Bulma mit ihrem Gefangenen im Frachtraum verbracht hatte, geschehen war, doch er konnte ahnen, dass es nicht das gewesen war, was Bulma erwartet hatte. Unglücklicherweise konnte Krillin sie nicht wirklich trösten oder ihr Ratschläge erteilen, da er den Piraten nicht so gut kannte. Das einzige, was er von Vegeta wusste, war, dass er unglaublich stolz und störrisch war. Dieses waren zwei Charakterzüge, die Bulma auch besaß. Er wusste nicht, ob das nun für ihre Beziehung gut oder schlecht war. Obwohl eines ziemlich sicher war, bemerkte Krillin mit einem Grinsen. Wenn sie jemals die Möglichkeit bekommen sollten, als Paar oder Mann und Frau zusammenleben zu können, wäre ihr Leben sicherlich interessant.

Zumindest war das mehr als was er über die nicht existierende Beziehung zwischen sich und Juuhachigou wusste. Die Jinzoningen war wirklich etwas Besonderes. Erst einmal war es unglaublich schwer, sie zu durchschauen und sie verhielt sich ganz sicher nicht wie andere Frauen. Das erste, was sie getan hatte, als die anderen mit der neuen Kleidung an Bord zurückgekehrt waren, war zu fragen, ob sie auch eine Hose und ein Hemd in ihrer Größe hatten. Die Frau hatte Glück gehabt und von diesem Moment an lief sie wie ein gekleidet Mann herum. Krillin wurde fast jedes Mal rot, wenn er sie in diesen engen Hosen sah.

Ah, sieht so aus, als ob sie mich endlich bemerkt haben,  dachte Krillin amüsiert, als er bemerkte, wie Gokus Augen auf ihm ruhten. Er schaute über ChiChis Schulter und hatte ein weites, zufriedenes Lächeln auf seinem Gesicht. Krillin zwinkerte seinem Kindheitsfreund nur zu und zeigte mit dem Daumen nach oben.  

~*~  

„Ich glaube, Gohan sollte auch davon erfahren, meinst du nicht, Chi?“, brach Goku schließlich die angenehme Stille zwischen ihnen, als er bemerkte, dass die Sonne bereits höher am Himmel stand und Tenshinhan erschien, um einen erschöpften Krillin am Ruder abzulösen. Er hatte nicht bemerkt, wie viel Zeit schon vergangen war, doch es störte ihn nicht. Er fühlte sich verpflichtet, all die Zeit wieder gut zu machen, die er und ChiChi aufgrund seiner Unsicherheiten verpasst hatten. Und dann waren da noch die fünf, nein, sechs Jahre, die er auf See gewesen war.

ChiChi lächelte ihn an, ein bisschen widerwillig, ihn schon loszulassen, doch sie stieß ihn trotzdem sanft von sich fort. Das Lächeln wurde sogar noch weiter, als Goku stattdessen ihre Hand fest ergriff. „Du hast Recht, wir sollten es ihm sagen.“ Doch trotz dem was sie von dem Zusammenspiel zwischen Vater und Sohn gesehen hatte, nagte ein wenig Zweifel an ihr. „Glaubst du, er wird uns akzeptieren?“

Zu ihrer großen Überraschung lachte Goku. Er verspottete sie nicht, doch er schien von ihrer Frage ernsthaft belustigt zu sein. „Uns akzeptieren? Hast du schon seine erste Reaktion vergessen? Ich bin mir sicher, er wird überglücklich sein, seine Eltern endlich zusammen zu sehen. Aber wenn du es gerne selbst herausfinden möchtest, sollten wir jetzt zu ihm gehen. Es ist schließlich Zeit fürs Frühstück“, fügte er hinzu, als sein Magen laut knurrte.

Die dunkelhaarige Frau kicherte nur und Goku führte sie unter Deck, vorbei an einem wissentlich grinsenden Tenshinhan am Ruder und einem schmunzelnden Krillin, der auch gerade unter Deck gehen wollte. Doch während ChiChi und Goku auf dem Weg zur Kabine der Jungs waren, ging Krillin direkt in den Gemeinschaftsraum um zu frühstücken, bevor er zu Bett ging.

„Jungs! Es ist Zeit aufzustehen!“, rief Goku, als er an die Tür der Kinder klopfte, bevor er sie öffnete. Grinsend bemerkte er das zerzauste Erscheinungsbild der Jungen. Dende sah noch aus, als wäre er im Halbschlaf, als er sich in seinem Bett aufsetzte, während Gohans Haar zusätzlich wild in jede Richtung stand. „Euer Frühstück wartet!“

„Müssen wir schon aufstehen?“, murrte Gohan und wisch sich mit seinen Fingerknöcheln über die Augen. Während der Junge noch Probleme hatte, wach zu bleiben, war sein Freund bereits auf und wusch sich sein Gesicht mit dem kalten Wasser in der Schüssel in deren Kabine. „Ich bin noch müde.“

Goku grinste ihn ermutigend an, setzte sich auf das Bett seines Sohnes und klopfte ihm munter auf den Rücken. Gohan fiel beinahe aus dem Bett, da er noch immer total verschlafen war und nicht verstehen konnte, wie sein Vater an so einem frühen Morgen schon bei so guter Laune sein konnte. Vielleicht hätte er nicht die ganze Nacht mit Dende reden sollen.

„Komm schon, Sohnemann. Steh auf! Deine Mutter und ich müssen dir außerdem etwas mitteilen!”

Dieses erlangte schließlich seine Aufmerksamkeit und er war plötzlich hellwach, als er seine Eltern mit großen Augen anstarrte. „Mir etwas mitteilen? Was?“, fragte er begierig.

Goku wies ChiChi an zu ihm herüber zu kommen und er stand wieder auf, um seinen Arm um sie zu legen. Sie lächelte und nickte ihm zu, die Neuigkeit zu verbreiten. „Wenn wir nach Hause kommen, werden deine Mutter und ich heiraten.“

Gohan stotterte, da er das überhaupt nicht erwartet hatte. „Is-ist das euer Ernst?“

„Das ist es“, bestätigte ChiChi lächelnd.

„Das ist fantastisch!“ Der Junge hüpfte vom Bett direkt in die Arme seines nichtsahnenden Vaters. Dann fügte er mit einem listigen Grinsen hinzu: „Hat auch lange genug gedauert.“  ~*~  „Krillin, ich muss noch einmal mit ihm reden“, sagte Bulma zwei Wochen später während einer ihrer nächtlichen Treffen plötzlich zu ihm.

Krillin schaute sie überrascht an. Das war das erste Mal, dass sie ihr Gespräch in diese Richtung gebracht hatte, seit sie Ginger Island verlassen hatten. Und er wusste nicht, ob er froh darüber sein sollte oder nicht. Nach Gokus und ChiChis Bekanntmachung, dass sie heiraten würden, hatte sich ihr Zustand verschlechtert. Natürlich setzte sie vor ihren Freunden ein tapferes Gesicht auf, doch er hatte gelernt, sie zu durchschauen und er nahm auch an, dass Goku etwas ahnte. Um ehrlich zu sein wäre Krillin von ihm enttäuscht gewesen, wenn er es nicht bemerkt hätte. Bulma war blass und kränklich und rührte während der Mahlzeiten ihr Essen kaum an, wenn sie überhaupt auftauchte. „Bist du dir sicher?“

„Ich muss einfach“, beharrte sie. „Du hast ihn nicht gesehen, Krillin. Er wollte nicht mit mir reden. Er hat aufgegeben. Ich kann einfach nicht länger warten. Wenn wir in ein paar Tagen auf Namek ankommen, wird es nur noch eine Frage der Zeit sein, bis wir zu Hause sind und…”

Der Seemann wusste, was sie nicht sagen konnte. Es wäre nur eine Frage der Zeit bis Vegeta vor Gericht gestellt wurde und wenn er jetzt schon aufgegeben hatte, dann war sein Leben höchstwahrscheinlich verwirkt. Doch er wusste, dass es dieses Mal schwerer sein würde, Bulma in den Frachtraum zu schleusen. Goku würde sie sicherlich wieder darum bitten, mit ihm zu kommen und dieses Mal konnte sie seine Bitte nicht ablehnen. „Ich weiß nicht, Bulma“, flüsterte Krillin. „Ich bin mir nicht sicher, ob es möglich ist, dich wieder dort nach unten zu bekommen, ohne dass es jemand bemerkt.“

Sie verfiel dann in ein langes Schweigen und sah weg. Krillin konnte erkennen, dass sie enttäuscht war, doch es gab dieses Mal nicht viel, das er tun könnte um ihr zu helfen. Außer vielleicht...  ~*~  Am nächsten Morgen saß Krillin Goku im Gemeinschaftsraum gegenüber. Sie waren die einzigen dort, da die anderen alle ihr Frühstück bereits beendet hatten und an Deck gegangen waren. Als Goku zum Frühstück aufgetaucht war, hatte Krillin ihn sofort beiseite genommen und ihm gesagt, dass er unter vier Augen mit ihm sprechen müsste. Der Saiyajin war zunächst ein wenig verwirrt gewesen, hatte sich dann jedoch bei ihm hingesetzt und gewartet, bis sie alleine waren, bevor er wieder fragte, was Krillin auf dem Herzen hatte.

„Es ist wegen Bulma“, gab Krillin schließlich zu. „Ihr geht es nicht gut, wie du wahrscheinlich auch schon bemerkt hast.“

Goku nickte bloß grimmig, als er antwortete: „Ich habe es bemerkt und auch schon versucht, mit ihr darüber zu sprechen, doch sie behauptet, dass es ihr gut geht. Sie vertraut sich nicht einmal ChiChi an.“ Seufzend murmelte er schließlich: „Ich hätte nie erwartet, dass die Sache mit Vegeta sie so hart treffen würde.“

„Es gibt eine Möglichkeit, wie du ihr helfen könntest“, flüsterte der glatzköpfige Seemann und senkte seinen Blick.

Son Goku seufzte wieder und fuhr mit seiner Hand durch sein Haar. „Krillin, du weißt, was die anderen gesagt haben—“

„Bitte, lass sie nur für ein paar Minuten mit ihm sprechen“, versuchte er seinen Freund zu überzeugen, als er einfach ignorierte, was Goku sagen wollte. „Bulma vermisst ihn und sie macht sich Sorgen. Sie befürchtet, dass Vegeta aufgegeben haben könnte und dem nach zu urteilen, was du mir in den vergangenen Wochen über sein Verhalten erzählt hast, könnte sie Recht haben. Sie liebt ihn... Was würdest du tun, wenn es ChiChi da unten wäre und du sie nicht sehen dürftest?“

„Ich... Das... du kannst das nicht vergleichen. Vegeta ist ein Pirat—“

„Und doch respektierst du ihn.“ Krillin bemerkte, wie Goku ein wenig zusammenzuckte, als er die Wahrheit sagte. „Bulma ist davon überzeugt, dass er ein guter Mann sein kann. Es würde sie ruinieren ihn zu verlieren ohne die Möglichkeit gehabt zu haben, mit ihm zu sprechen. Bitte, Goku, gib ihr diese Chance. Du und ich, wir wissen beide, dass es sie glücklich machen würde.“  

~*~ 


Kapitel 43 (Teil II): Alte Freunde

jchan82 17 Juli, 2007 19:46 Fanfictions Permalink Trackbacks (0)

Ginger Island war nicht, was sie erwartet hatten. Als sie das letzte Mal auf dieser Insel waren, vor etwas mehr als zwei Wochen, war alles normal gewesen; die Leute gingen ihrer Arbeit nach und die Marktschreier am Hafen oder auf dem Marktplatz in der Stadt verkauften ihre Güter.

 

Doch nun was es ganz anders. Der Hafen war fast ganz verlassen. Nur andere Seefahrer und Hafenarbeiter waren anwesend. Es waren keine Marktschreier oder andere Leute zu sehen. Das verwunderte die Mannschaft der Ouji sehr, als sie sich auf dem Weg in die Stadt machten, doch sie hatten niemanden nach dem Grund gefragt, da die wenigen Leute ihnen mit prüfenden Blicken gefolgt waren, seit sie im Hafen angekommen waren.

Als er etwas Schweiß von seiner Stirn wischte, nahm Goku an, dass dieses Misstrauen wohl durch ihre Ankunft auf einem ziemlich berühmten Piratenschiff ausgelöst wurde, doch das erklärte nicht die offensichtliche Abwesenheit von so vielen Leuten. Nachdem sie das Schiff verlassen hatten – ohne Bulma, dachte Goku ein wenig enttäuscht, da er sie wirklich gerne dabei gehabt hätte – folgten sie dem Pfad in die Stadt, in der Hoffnung, dass sie dort ein paar Antworten bekommen würden.

Sobald sie die Stadtgrenze passiert hatten, wurden Goku und seine Freunde wieder von unheimlicher Stille begrüßt. Es war keine Menschenseele zu sehen, deshalb ging er mit einem leichten Schulterzucken voraus, bis sie Stimmen, viele Stimme, und Musik hören konnten.

Es war auf dem Marktplatz, wo sie alle fanden. Ein riesiges Fest fand dort statt und alle schienen trotz der unglaublichen Hitze in guter Stimmung zu sein, als sie feierten, redeten, tanzten, aßen und tranken. Der Grund dafür wurde ihnen sehr bald offenbart, als sie Bruchstücke von Gesprächen überhörten, während sie sich ihren Weg durch die große Menge bahnten.

Das Biest ist tot! – Unser Meister hat es getötet! – Er hat sogar die Leiche mitgebracht! – Lang lebe Mr. Satan!

Das brachte große Verwirrung über die Mannschaft der Ouji. Erst einmal, woher wussten sie schon, dass Frieza tot war? Und zum zweiten, wer war dieser Mr. Satan?

Goku ergriff die erste Chance, die er bekam und ergriff einen relativ nüchtern aussehenden Mann am Arm und zog ihn zu sich herum. „Guten Tag!“, grüßte er ihn fröhlich. „Meine Männer und ich sind gerade auf dieser Insel angekommen und wir fragten uns, warum Ihr alle so in festlicher Stimmung seid.“

Der Mann senkte seinen Blick, als er sie anschaute, wobei seine Augen ein wenig länger auf Piccolo verweilten, bevor er freundlich lächelte und antwortete: „Ihr wisst’s nich?“ Das Biest is tot!“

„Wirklich?“, fragte Goku und spielte den Ahnungslosen. „Wer hat es geschafft, ihn zu besiegen?“

„Mr. Satan! Stärkster Mann uff der Welt!“ Der Mann sagte schließlich, als er die verwirrten Ausdrücke auf ihren Gesichtern sah: “Ihr kennt Mr. Satan nich? Kommt, ich zeig ihn Euch!“

Die große Gruppe folgte dem Fremden, wenn auch ein wenig widerwillig, durch die Massen. Sie warfen sich verdächtige Blickte zu, als sie sich fragten, wer so schnell das über Frieza herausgefunden haben könnte und behauptete, ihn besiegt zu haben.

„Der ist das!“, rief Gohan plötzlich aus, als sie in der Mitte des Marktplatzes ankamen, wo der selbsterklärte Bezwinger von Frieza mit einem jungen schwarzhaarigen Mädchen auf seinen Schultern auf einer Bühne stand und den Bewohnern zuwinkte.

„Du kennst ihn?“, fragte Goku verdutzt.

Gohan nickte eifrig, als er sich in eine Erklärung stürzte. Glücklicherweise war der Fremde schon wieder in der Menge verschwunden. „Er war derjenige, der versucht hatte, gegen Cell zu kämpfen und verloren hat. Ich dachte, Cell hätte ihn getötet.“

„Wir haben ihn auch schon gesehen, nicht wahr, Piccolo?“, fügte Tenshinhan hinzu. „Er scheint ihr Held hier zu sein.“

„Aha“, murmelte Goku bedächtig. Sein Blick wanderte herum und er blickte über die Köpfe der feiernden Leute, als Yamchu plötzlich rief:

„Da ist Frieza!“

Ihre Augen folgten Yamchus ausgestrecktem Zeigefinger und tatsächlich, da war Frieza, oder besser sein verstümmelten Körper, auf einer Totenbahre in der Nähe der Bühne. Unangezündete Fackeln warum um die Leiche herum platziert und unter der Bahre konnten sie mehr Holz und Stroh sehen. Es schien so, als ob das Biest bei Einbruch der Dunkelheit verbrannt werden sollte.

„Ich glaube, wir haben genug gesehen“, sagte Goku schließlich. Nun, da er darüber nachdachte, wäre es nicht so übel, wenn dieser Mr. Satan die ganze Verantwortung von Friezas Tod übernahm. Zumindest würde Goku nun nicht ständig belästigt werden und könnte mit seiner Familie ein normales und friedliches Leben führen.

„Aber Goku“, widersprach Tenshinhan. „Willst du nicht etwas sagen? Ich meine, du warst es—“

Der Saiyajin hob seine Hand und unterbrach seinen Freund. „Nein. Es ist besser so. Lass sie glauben, dass es dieser Narr war. Kommt jetzt. Wir haben noch viel vor.” Doch Goku glaubte, dass er bei Nachteinbruch zurückkehren würde, um die Leiche brennen zu sehen – wenn sie überhaupt brannte, dachte er, als er sich an die Immunität der Icejins gegen Feuer erinnerte. Könnte interessant werden, das zu beobachten.

Sein Vater schien das gleiche zu denken, als er zu der Leiche blickte, als sie vorbeigingen und sagte: „Ich würde heute Abend gerne zurückkommen. Ich will sehen, ob dieser Bastard brennen kann, wenn er tot ist. Obwohl ich das stark bezweifle.“ Mit den Schultern zuckend wandte er seine Augen von dem Beist, das die letzten fünfundzwanzig Jahre seines Lebens zur Hölle gemacht hatte, ab. „Wenn nicht, werden sie ihn einfach begraben müssen.“

Auf der anderen Seite des brechend vollen Marktplatzes teilte sich die Gruppe auf und folgte drei unterschiendlichen Straßen. Tenshinhan und Chao-Zu um Lebensmittel zu kaufen, Yamchu und ein widerwilliger Piccolo um Kleidung zu besorgen und der Rest folgte Goku um ein paar Ecken bis sie vor einer Bar stehen blieben.

„Eine Bar?“, scherzte Bardock und blickte seinen Sohn an. „Du wolltest, dass wir mit dir in eine Bar gehen? Zu dieser Tageszeit und mit Kindern?“

Goku grinste nur, öffnete die Tür und trat ein, darauf vertrauend, dass die anderen ihm folgten. Es war drinnen nicht so warm wie draußen und Goku war froh darüber. Als er sich in der Bar umschaute, bemerkte er, dass sie auch vollkommen verlassen war und er begann sich Sorgen darum zu machen, dass sein Herkommen vergeblich gewesen war. Doch seine Hoffnung wurde wiederhergestellt, als seine Augen schließlich auf der brünetten Frau hinter der Theke landeten. „Ducina!“, rief er aus und durchquerte schnell den Raum.

Das Glas, das die junge Frau abgetrocknet hatte, fiel mit einem lauten Knall zu Boden und zersprang in viele winzige Stücke. Zögerlich drehte sie sich um und ihre Augen weiteten sich, als sie die Person nur wenige Meter von sich entfernt stehen sah. „Son Goku!“, flüsterte sie erstaunt. „Ihr habt überlebt!“

„Das habe ich“, entgegnete er ernst. „Und ich habe meine Familie und einen Freund mitgebracht. Ich hatte gehofft...“ Plötzlich fühlte Goku einen Klumpen in seiner Kehle und räusperte sich. „Wie geht es ihr? Ist sie...?“

Ducina lächelte ihn an. „Sie lebt noch. Um ehrlich zu sein, ihre Gesundheit hat sich verbessert, seit Mr. Satan gestern mit der Neuigkeit, dass das Biest tot ist, zurückgekommen war.“ Ihren Kopf zur Seite neigend, starrte sie Goku mit argwöhnischen Augen an. „Aber er war es nicht, der es getötet hat. Ihr wart es, richtig?“

Mit einem nervösen Lachen flog Gokus Hand zu seinem Hinterkopf. “Eigentlich… ja, ich war es.”

„Das macht Sinn, nun, viel mehr Sinn als Satans Heldengeschichte.“ Die junge Frau war in einer außergewöhnlich guten Stimmung und viel freundlicher als bei ihrem ersten Treffen. Sie wandte sich den anderen zu und sagte: „Es tut mit Leid. Ich habe meine Manieren vergessen. Mein Name ist Ducina, ich arbeite in dieser Bar und ich bin die Enkelin eines früheren Stammgasts. Son Goku und ich hatten uns während seines letzten Besuchs auf dieser Insel getroffen, bevor er nach Friezas Insel aufgebrochen war.“

„Das ist meine Frau ChiChi“, begann Goku, seine Familie vorzustellen. „Mein Sohn Gohan, unser Freund Dende und mein Vater Bardock.“

Ducinas Augen flogen sofort zu dem älteren Mann, als Son Goku seinen Namen erwähnte. Sie hatte die offensichtliche Ähnlichkeit zwischen den beiden Männern vorher schon bemerkt, hatte es aber nicht glauben wollen. „Es ist nett, Euch kennen zu lernen. Nun, Son Goku, ich bin mir sicher, Ihr wollt nicht länger warten. Jedoch kann ich außer Son Goku nur noch einer weiteren Person erlauben mich zu begleiten. Es wird für sie zu anstrengend, wenn mehr Leute mitkommen.“

„Ich verstehe.“ Goku lächelte und wandte sich seinem Vater zu. „Vater, ich möchte gerne, dass du mit uns kommst. Glaub mir, es wird eine große Überraschung sein.“

Die beiden Saiyajins folgten der jungen Frau zum oberen Stockwerk und dann entlang einem Flur. Bardock warf seinem Sohn die ganze Zeit fragende Blicke zu, die der jüngere Mann gezielt ignorierte. Das geheimnisvolle Grinsen auf Gokus Gesicht verstärkte die Neugier des älteren Saiyajins nur. Sie hielten schließlich vor der letzten Tür an und Ducina öffnete sie um ein dunkles Zimmer zu offenbaren.

Sie gingen hinein und Goku wies seinen Vater an, zuerst zu gehen. Bardock zögerte in der Dunkelheit und zuckte ein wenig zusammen, als sie Tür hinter ihnen zufiel. Es dauerte ein paar Sekunden, bis sich seine Augen an die Dunkelheit gewöhnt hatten und er einige Formen in dem Zimmer erkannte. Ein Tisch, ein Stuhl und ein Bett. Wenn er die Augen ein wenig zusammenkniff, konnte er eine Person auf dem Bett erkennen.

„Ducina?“, fragte eine heisere Stimme und Bardocks Herz setzte beinahe einen Schlag aus. Die Stimme kam ihn bekannt vor, aber konnte es sein?

Anstatt die junge Frau antworten zu lassen, flüsterte Bardock: „Kyna?“

Die Person auf dem Bett bewegte sich und Ducina zündete die wenigen Kerzen an, die im Zimmer verteilt waren und den Raum in einem sanften Glühen erhellten. Bardock konnte seine Augen nicht von der Frau auf dem Bett abwenden. Sie war alt, ihr langes Haar weiß wie Schnee und sie war so unglaublich blass und dünn. Ihre Augen waren geschlossen, doch selbst ohne ihre braunen Augen zu sehen, wusste er, dass sie es war.

„Du bist es wirklich.“

Die alte Frau bewegte sich wieder und wandte ihm ihren Kopf mit noch immer geschlossenen Augen zu. Sie streckte ihre Hand aus und Bardock sah, dass sie begann zu zittern. „B-Bardock?“ Ihre heisere Stimme bebte und der Saiyajin bemerkte, wie sie versuchte, ihn in der Luft zu fühlen. Er stieß einen bestürzten Atem aus, als er bemerkte, dass die einst so lebensfrohe Frau blind war.

„Ich bin’s“, sagte er und wagte es näher zu treten. Seine Stimme brach, als er seine Hand ausstreckte und seine Fingerspitzen ihre berührten, bevor er ihre Hand fest ergriff und sich auf das Bett setzte und sanft mit seiner eigenen zitternden Hand durch ihr Haar strich. „Ich lebe.“

„Es ist ein Wunder“, flüsterte Kyna ungläubig. „Friezas Männer waren direkt hinter dir. Ich hatte nie daran gezweifelt, dass sie dich getötet hatten.“

„Sie haben mich nicht getötet“, erklärte Bardock, der noch immer nicht begreifen konnte, dass seine alte Freundin direkt vor ihm war. „Das Biest wollte, dass ich litt, deshalb hatte es mich in den Kerker gesperrt. Ich wurde am Leben erhalten, aber auch nur so gerade, und erst als mein Sohn mein Zellenmitbewohner wurde, fand ich neue Hoffnung.“

„Kakarotto? Er...“

„Ich bin hier“, antwortete Goku, der lächelte, als er die Wiedervereinigung der beiden alten Freunde sah. „Wir haben es geschafft. Wir haben Frieza und seine Männer besiegt. Es gibt jetzt einen Tyrannen weniger, um den man sich Sorgen machen muss.“

„Ich wusste, dass du es warst“, sagte die alte Frau, die plötzlich viel stärker als vorher klang. „Ich wusste es in dem Moment, als dieser Hochstapler verkündete, er hätte das Biest getötet. Nun erzählt schon“, drang sie, „erzählt mir, wir ihr es geschafft habt. Erzählt mir, wir ihr euch getroffen habt. Ich will alles wissen. Du schuldest mir auch noch eine Geschichte, Kakarotto. Du hast versprochen, dass du mir von deinem Leben erzählst, wenn du zurückkommst.“

„Und ich werde mein Versprechen halten“, sagte Goku zu ihr, noch immer lächelnd, als er sich auf den Stuhl neben dem Bett setzte.

Sich räuspernd, erlangte die zu Tränen gerührte Ducina ihre Aufmerksamkeit. „Ich bin dann unten, falls Ihr mich braucht. Trotz der Feierlichkeiten sind da noch ein paar Kunden, die ich bewirten muss. Die Getränke für Eure Familie gehen auf’s Haus, Son Goku.“

„Danke sehr“, sagte er und folgte der Frau mit seinen Augen, als sie das Zimmer verließ und die Tür hinter sich schloss. Als sie fort war, tauschte Goku einen kurzen Blick mit seinem Vater aus, bevor sie mit ihrer Erzählung begannen.  

~*~  

Ein leises Klopfen an ihrer Tür machte Bulma auf die Abwesenheit ihrer Freunde aufmerksam, deshalb sprang sie schnell aus dem Bett und zog sich ihr Kleid über. Sie wusste nicht, wie viel Zeit sie hatte, und obwohl Krillin ihr versprochen hatte, Bescheid zu sagen, wenn er die anderen in der Ferne sehen konnte, musste sie sich beeilen.

Die Tür aufwerfend, rannte sie geradewegs in Juuhachigou und verlor ihr Gleichgewicht. Sie wäre gefallen, hätte Juuhachigou nicht schnell reagiert und sie mit einem festen Griff an ihrem Arm gehalten. Die Jinzoningen blickte sie leicht amüsiert an, als sie sie los ließ. „Ihr solltet Euch beeilen. Krillin wartet.“

Bulma warf ihr ein dankbares Lächeln zu bevor sie dem Gang nach draußen folgte und Krillin neben der noch geschlossenen Luke im Deck stehen sah. „Da bist du ja“, grüßte er sie. „Tut mir Leid, aber ich habe es Juuhachigou erzählt. Sie hatte sich schon gedacht, dass wir so was vorhatten.“

„Das ist egal“, versicherte Bulma ihm schnell und ihr Herz schlug schnell vor Aufregung. „Darf ich?“

Krillin grinste nur und öffnete die Luke. Nachdem sie einmal tief durchgeatmet hatte, erwiderte Bulma das Grinsen, wenn auch ein wenig schwach, und stieg die Leiter hinunter in den Frachtraum. 

~*~  

Vegeta sah auf, nur ein wenig interessiert, als sich die Luke zum Frachtraum öffnete und das Sonnenlicht durch das Loch schien, doch senkte seinen Blick sofort, als er die schlanken Beine sah, die auf der Leiter erschienen.

Die Flamme der kleinen Kerze, die er in seiner Zelle behalten durfte, flackerte, als die Luft durch den Frachtraum strömte, und sie erlosch schließlich und Dunkelheit umgab ihn. Das passte ihm ganz gut. Er wollte niemanden sehen. Er mochte die Einsamkeit, die ihm vor einer Woche aufgezwungen worden war.

Kakarotto selbst oder manchmal Bardock brachten ihm dreimal am Tag seine Mahlzeiten und tauschten ohne Beschwerden den Eimer aus, den Vegeta benutzte, um sich zu erleichtern. Es waren immer nur die anderen Saiyajins und niemand anderes, doch sobald einer von ihnen versuchte, ihn in ein Gespräch zu entwickeln, ignorierte er sie, bis sie aufgaben.

Er hatte seinen Part gespielt, bis die Bucht schon lange außer Sicht war und als Kakarotto dann auf ihn zugekommen war, war er ohne einen Kampf in die Brigg hinuntergegangen. Die einzige Möglichkeit zumindest einen Teil seines Stolzes und seiner Würde zu erhalten, war gewesen ihnen zu zeigen, dass er noch immer ein Prinz war und sich seinem Schicksal mit hoch erhobenem Haupt stellte. Niemand würde nachher sagen können, dass er wie ein erbärmlicher Schwächling gebettelt hatte, der seinem Ende gegenüberstand.

„Vegeta?“, hörte er sie fragen und der Boden knarrte unter ihren Füßen, als sie näher an die eiserne Zelle hinantrat.

Vegeta beachtete sie nicht und bewegte sich nicht einen Zentimeter. Was machte sie eigentlich hier? Sie durfte ihn nicht besuchen – das hatte Kakarotto ihm am ersten Abend seiner Gefangenschaft erzählt, als er ihm sein Abendessen gebracht hatte. Dem jüngeren Saiyajin hätte es nichts ausgemacht, doch die anderen Seefahrer waren um ihre Sicherheit besorgt. Vegeta hätte geschnaubt, wenn er überhaupt reagiert hätte. Wie konnte er, der in die Brigg gesperrt war, ihr körperlichen Schaden zufügen? Dummes Weib! Setzte sie wirklich das Vertrauen ihrer Freunde aufs Spiel um ihm einen Besuch abzustatten?

„Krillin hat mir geholfen, dich zu besuchen“, erklärte sie eilig und Vegeta konnte hören, wie sie nervös mit den Händen wrang. „Die anderen wissen es nicht. Sie sind alle an Land, doch ich habe behauptet krank zu sein um an Bord zu bleiben. Sie dürfen es nie erfahren.“

Wieder keine Antwort. Er hoffte, dass sie aufgeben würde, wenn er sie lange genug ignorierte. Das Weib sollte das nicht tut. Er war ein tot geweihter Mann und sie hatte noch ihr ganzes Leben vor sich. Es war schon schlimm genug, dass sie diese Beziehung überhaupt begonnen hatten. Er hatte die ganze Zeit gewusst, dass sie keine Zukunft hatte, aber er hatte seiner Vernunft nicht einmal zugehört. Er hatte sie ermutigt, wenn er sie hätte wegstoßen sollen. Er hatte angefangen, sich um sie zu sorgen, wenn er sie hätte hassen sollen. Und er hatte sie geliebt, wenn er ihr Vertrauen in ihn hätte zerstören sollen.

„Verdammt noch mal, Vegeta! Sprich mit mir!“

Er konnte die Verzweiflung in ihrer Stimme hören, die Furcht und die Wut. „Geh.“

„Nein!“, rief Bulma aufgebracht. „Ich werde nicht gehen!“

Vegeta öffnete seine Augen einen Schlitz, da er wusste, dass sie es in der Dunkelheit nicht sehen konnte. Er beobachtete, als sie, um ihre Worte zu beweisen, sich auf ein kleines Fass setzte und ihre Arme trotzig vor der Brust verschränkte.

„Ich werde nicht gehen“, wiederholte sie, leiser, doch ihre Stimme war noch immer stark. Und dann, in einem Flüstern: „Ich habe dir versprochen, dass ich dich nicht verlassen werde.“

Das hatte sie, erinnerte sie Vegeta vage. Direkt bevor er gestorben war, hatte sie ihm versprochen, dass sie nirgendwo hingehen werde. Seine Augen wieder schließend, verlagerte Vegeta sein Gewicht auf dem Feldbett in der Ecke der Zelle und lehnte mit dem Kopf gegen die Gitterstäbe. „Dummes Weib...“, murmelte er nur bevor eine erdrückende Stille über sie fiel.

Sie blieben so sitzen, ohne dass einer von ihnen ein Wort sagte, bis Krillin im Frachtraum erschien und sie über die Rückkehr der anderen informierte. Sie verließ den Frachtraum widerwillig, noch immer schweigend, doch sie warf noch einen Blick zurück in die Dunkelheit bevor sie die Leiter hochkletterte und drinnen verschwand. Sobald sie wieder in ihrer Kabine war, zog sie sich schnell aus, legte sich ins Bett und täuschte vor zu schlafen.  Die ganze Zeit hatte Vegeta sich nicht einmal von seinem Fleck auf dem Bett bewegt, nicht einmal um ihr nachzuschauen. 

 ~*~  

„Nun werden wir endlich sehen, wie das Biest brennt“, murmelte Bardock grimmig, doch auch ein wenig triumphierend, als er und Goku am gleichen Abend zusammen mit was ihnen als die gesamte Bevölkerung von Ginger Island vorkam, vor der Totenbahre standen. Goku nickte zustimmend mit einem ähnlich grimmigen Ausdruck auf dem Gesicht.

Es war ein ziemlich stressiger und aufregender Nachmittag gewesen, den sie mit der alten Frau aus ihrer Vergangenheit verbracht hatten. Geschichten wurden ausgetauscht, Bardock und Kyna hatten in längst vergessenen Erinnerungen geschwelgt und sie hatten auch über Zukunftspläne gesprochen. Kyna hatte die Offenbarung, dass Goku der Legendäre war ziemlich gut aufgenommen, und sie hatte nur gesagt, dass sie das Gefühl gehabt hätte, dass das passieren könnte.

Die alte Frau war merkbar aufgelebt, nachdem sie Bardock erkannt hatte und beinahe alle Anzeichen ihrer Krankheit waren verschwunden. Sie hatte sogar Gokus ganze Familie treffen wollen und deshalb waren ChiChi, Gohan und auch Dende nach einer kurzen Auseinandersetzung mit Ducina für wenige Minuten zu ihnen gestoßen, bevor sie alle gingen. Goku und Bardock hatten Kyna mit dem Versprechen verlassen bald zurückzukehren, obwohl sie alle wussten, dass die alte Frau nicht mehr leben könnte, wenn sie wieder ihren Fuß auf die Insel setzten.

„Sind wir noch rechtzeitig?“, hörten sie plötzlich eine heisere Stimme hinter sich und drehten sich erstaunt um. Die Bewohner der Stadt direkt hinter ihnen machten den Weg frei und zeigten eine alte Frau in einem schäbigen Rollstuhl.

„Kyna!“, rief Bardock aus und die Sorge war in seiner Stimme offensichtlich. „Was machst du hier? Du solltest im Bett sein!“

„Das hab ich ihr auch gesagt“, beschwerte sich eine finster dreinblickende Ducina, als sie den Rollstuhl neben sie schob. Eine dicke Decke bedeckte trotz der warmen Nachtluft den Schoß der alten Frau. „Doch sie wollte nicht auf mich hören.“

Kyna warf ihnen ein kleines, ein wenig ernstes Lächeln zu. „Lange habe ich unter dem Terror des Biests gelebt. Jetzt will ich dabei sein, wenn es auf sein Ende trifft.“

Die Schulter seiner alten Freundin drückend, erwiderte Bardock: „Ich verstehe dich.“ Kyna legte ihre Hand über seine als Antwort, bevor sie sie wieder in ihren Schoß legte.

Wenige Minuten später wurden die Massen still, als Mr. Satan mit einer hell brennenden Fackel in seiner Hand erschien und zur Totenbahre ging. Nachdem er das Stroh in Brand gesteckt hatte, verbreitete es sich rasch auf der Bahre und umgab die Leiche des Biests ganz. Die Hitze des Feuers war heftig und doch bewegte sich niemand vom Fleck, während sie das Spektakel mit wachsender Faszination beobachteten.

Der Geruch von brennendem Fleisch erreichte ihre Nasen und Funken flogen hoch in den Himmel. Friezas Köper brannte, da scheinbar jegliche Immunität gegen Feuer bei seinem Tod verflogen war. Niemand konnte sagen, wie lange es dauerte, bis das Feuer begann sich zu legen und nichts von der Leiche mehr übrig war.

Langsam verließen die Einwohner von Ginger Island den Marktplatz, als alles zum Ende kam.

„Es ist vorbei“, murmelte Bardock und drückte wieder die Schulter der alten Frau. Dieses Mal gab sie keine Antwort. Als Bardock auf sie herunterschaute, sah er ein glückliches und friedliches Lächeln auf ihrem Gesicht, ihre Augen waren geschlossen und ihre Brust still.

Eine einzige Träne rann an seinem Gesicht herunter, als er sich wieder dem sterbenden Feuer zuwandte.

Es war vorbei.

Es war nichts übrig bis auf Asche.


Kapitel 43 (Teil I): Alte Freunde

jchan82 17 Juli, 2007 19:31 Fanfictions Permalink Trackbacks (0)

Kapitel 43 (Teil I): Alte Freunde 

Bulma schäumte vor Wut. Soviel konnte ChiChi erkennen, als ihre Freundin im begrenzten Raum ihrer großen Kabine hin und her lief und dabei Flüche und andere Obszönitäten vor sich hin murmelte, seit sie sie fast tretend und schreiend unter Deck gezerrt hatten. Die schwarzhaarige Frau hätte ihre Possen lustig gefunden, wenn nicht die momentane Situation wäre. Nun war es eher beunruhigend. ChiChi konnte nicht verstehen, wie Bulma sich darüber so aufregen konnte. Es musste einfach sein! Sie konnten doch nicht einfach einen gefährlichen Piraten auf dem Schiff herumrennen lassen. Er könnte sie alle im Schlaf ermorden!

Ihre Freundin befand sich noch immer in einem Schockzustand. Das ist es, beschloss ChiChi. Es war immerhin verständlich. ChiChi war sich sicher, wäre sie von Piraten entführt worden, auch sie ein wenig unvernünftig geworden wäre. Jedoch grenzte das was Bulma tat und sagte schon an Wahnsinn. Also ehrlich, einen Piraten ihren Liebhaber zu nennen und es auch noch zu glauben!

Kopfschüttelnd stand ChiChi von dem großen Bett auf dem sie saß auf, ging zu ihrer Freundin hinüber und legte eine beruhigende Hand auf ihren Unterarm. „Bulma, bitte“, versuchte sie vernünftig mit ihrer Freundin zu reden ohne sie weiter aufzuregen. „Du weißt, dass es keine andere Möglichkeit gab. Dieser... Pirat ist gefährlich.“

Bulmas Augen funkelten vor Wut. „Du hast keine Ahnung, ChiChi. Vegeta ist nicht gefährlich. Nicht mehr“, schnauzte sie. Plötzlich seufzte sie und ließ sich auf einen Stuhl an den hölzernen Tisch in der Mitte der Kabine sinken und vergrub ihr Gesicht in ihren Händen. „Es tut mir Leid, ChiChi. Ich wollte dich nicht anschreien.“

ChiChi setzte sich auf den zweiten Stuhl an dem Tisch und nahm Bulmas Hände sanft in ihre eigene. Ihr ein ermutigendes Lächeln zuwerfend, sagte die jüngere Frau: „Mach dir keine Sorgen, Bulma. Ich verstehe dich. Du bist einfach erschöpft. Die letzten Wochen müssen für dich sehr hart gewesen sein. Nimm dir einfach etwas Zeit um dich zu entspannen und um alles zu vergessen, dann bin ich mir sicher, dass diese Besessenheit mit diesem Piraten auch vergehen wird.“

„Nein, du verstehst es nicht. Es ist keine- keine Besessenheit! Es wird nicht einfach vergehen und ich will auch nicht, dass es vergeht! Ich liebe Vegeta—“

„Du glaubst, dass du ihn liebst“, widersprach ChiChi.

„Ich weiß, dass ich ihn liebe. Ich bin in ihn verliebt, ChiChi, warum willst du das nicht verstehen?“

„Weil er ein Pirat ist“, erklärte die dunkelhaarige Frau nun und ihr Ton war wesentlich schärfer als zuvor, als sie nur versucht hatte, ihre Freundin durch sanftes Reden zur Vernunft zu bringen. „Er hat so viele Leute, Unschuldige, kaltblütig ermordet. Es spielt keine Rolle, dass er uns einmal geholfen hat. Eine gute Tat ist nicht genug um einen Mann wie ihn zu erlösen.“

Ihr Hände ruckartig von ChiChis wegreißend stand Bulma wieder auf und erwiderte scharf: „Ohne ihn wäret ihr alle tot!“ Es war ein sehr finsterer Blick auf ihrem Gesicht, als sie ihre Freundin zornig anstarrte. Wie konnte sie es wagen! Nur weil Vegeta ein Pirat war, bedeutete es nicht, dass er böse war. Gut, er war es einmal gewesen, aber er hatte sich geändert.

„Vielleicht“, gab ChiChi, die von dem Ausbruch ihrer Freundin nicht im Geringsten beeindruckt war, nach. Sie glaubte, dass